Universität Jena mit innovativer Lasertechnik auf Photonik-Messe in München vertreten

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19.06.2019 14:48

Universität Jena mit innovativer Lasertechnik auf Photonik-Messe in München vertreten

Till Bayer Abteilung Hochschulkommunikation/Bereich Presse und Information
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Um Anwendungen für Industrie und Forschung zu entwickeln, nutzen zwei Forschungsteams vom Institut für Optik und Quantenelektronik der Friedrich-Schiller-Universität Jena das gebündelte Licht von Lasern. Vom 24. bis 27. Juni präsentieren sie ihre Exponate auf der Messe LASER World of PHOTONICS in München: Ein Phasenmeter, das Elektronen zur Vermessung von Laserpulsen nutzt und das Verfahren der XUV-Kohärenztomografie, welches mithilfe ultravioletter Strahlung zerstörungsfreie 3D-Bilder erstellt.

    Im Projekt „Phasenmeter“ arbeitet das Team um Physiker Dominik Hoff vom Lehrstuhl für Nichtlineare Optik von Prof. Dr. Gerhard G. Paulus an einem Instrument, das ultrakurze Laserpulse vermessen kann. Das sind zeitlich komprimierte Laserstrahlen im Bereich von Femtosekunden – einer unvorstellbar kurzen Zeiteinheit, in der das Licht eine Strecke zurücklegt, die einem Hundertstel des Durchmessers eines menschlichen Haares entspricht. Das Phasenmeter funktioniert, indem es den ultrakurzen Laserpuls in das Edelgas Xenon fokussiert. Auf diese Weise werden Elektronen freigesetzt, die als Sonden innerhalb der Lichtwelle fungieren. Die Elektronen reflektieren die Form des elektrischen Feldes und geben Aufschluss über die Dauer des Pulses. Anhand der Messwerte können Anwender des Phasenmeters direkt ablesen, wie gut das verwendete Lasersystem funktioniert, um es entsprechend für kürzere und stabilere Pulse zu optimieren. Eine daraus folgende Einsatzmöglichkeit ist die Steuerung ultraschneller Prozesse auf atomarer und molekularer Ebene, zum Beispiel bei chemischen Reaktionen.

    Das zweite auf der Messe vertretene Projekt der Universität Jena präsentiert eine neuartige Methode auf dem Gebiet der Kohärenztomografie. Diese Art von Bildgebungsverfahren wird beispielsweise in der Augenheilkunde angewendet, um Erkrankungen wie den Grünen Star ohne körperlichen Eingriff zu erkennen. Dem Jenaer Forschungsteam um Physiker Martin Wünsche ist es gelungen, die Wellenlänge der im Verfahren verwendeten Strahlung zu verkürzen und somit schärfere und zerstörungsfreie 3D-Bilder zu erhalten. Dafür verwenden die Wissenschaftler erstmals im Labor erzeugte extreme ultraviolette Strahlung (XUV). Durch die größere Bandbreite des Lichts dieser Strahlung erzielt die XUV-Kohärenztomografie höhere Auflösungen im Nanometerbereich. Die Methode der Jenaer Physiker soll künftig bei der Herstellung von Elektronik in der Halbleiterindustrie und in biowissenschaftlichen Laboren zum Einsatz kommen.

    Universität Jena auf der LASER World of PHOTONICS
    24. bis 27. Juni 2019
    Messegelände Eingang West, 81823 München
    Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft" (Halle B3, Stand 372)
    Weitere Informationen: www.world-of-photonics.com


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dominik Hoff
    Institut für Optik und Quantenelektronik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Max-Wien-Platz 1, 07743 Jena
    Tel.: 03641 / 947219
    E-Mail: dominik.hoff[at]uni-jena.de

    Martin Wünsche
    Institut für Optik und Quantenelektronik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Max-Wien-Platz 1, 07743 Jena
    Tel.: 03641 / 947629
    E-Mail: martin.wuensche[at]uni-jena.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Elektrotechnik, Physik / Astronomie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


    Physiker Dominik Hoff beim Bedienen eines Phasenmeters, das Laserpulse mithilfe von freigesetzten Elektronen vermessen kann.


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    Das Forschungsteam um Prof. Dr. Gerhard G. Paulus und Martin Wünsche hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich z. B. biologische Proben zerstörungsfrei und in 3D aufnehmen lassen.


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