Perspektivwechsel: Geschlechtsspezifische Ansätze der Raumentwicklung in Europa

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25.06.2019 15:43

Perspektivwechsel: Geschlechtsspezifische Ansätze der Raumentwicklung in Europa

Dr. Tanja Ernst Stabsstelle Wissenschaftskommunikation
Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) - Leibniz-Forum für Raumwissenschaften

    Die bevorstehende Veranstaltung wird den kürzlich veröffentlichten Sammelband "Gendered Approaches to Spatial Development in Europe" von Barbara Zibell, Doris Damyanovic und Ulrike Sturm vorstellen.
    In der Buchvernissage in Zürich werden die wichtigsten Ergebnisse der Internationalen Arbeitsgruppe der Akademie für Raumforschung und Raumplanung (ARL) diskutiert. Wir laden Sie ein, die Herausgeber/Autorinnen zu treffen, die Perspektive zu wechseln und die Bedeutung von Genderaspekten für und in der Raumplanung gemeinsam mit uns zu diskutieren.

    Einladung zur Buchvernissage: EXPORT MEETING "Gendered Approaches to Spatial Development in Europe" am 23. August 2019 von 18:00-20:30 Uhr im Zentrum Architektur Zürich (ZAZ) Höschgasse 3, CH–8008 Zürich in Kooperation mit SIA International, Netzwerk frau+sia und dem Verein Lares.

    Der Diskurs über Nachhaltigkeit basiert auf zwei normativen Elementen: dem Konzept der Gerechtigkeit (intra- und intergenerationell) und dem Konzept der Integration. Die Gerechtigkeit zwischen Frauen und Männern, insbesondere die Gleichstellung von bezahlter und unbezahlter Arbeit ist dabei Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung. Dazu gehören gleichberechtigte Beziehungen im Hinblick auf die Vielfalt der Möglichkeiten zur Realisierung von Lebensplänen. Seit 1997 wird dieses Element des Nachhaltigkeitsdiskurses durch den Vertrag von Amsterdam unterstützt, der fordert, dass die "(...) Gemeinschaft darauf abzielt, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern " (Artikel 3). Die auf diesem Artikel basierende Strategie des Gender Mainstreamings wurde inzwischen in allen Mitgliedsstaaten eingeführt. In der Fachwelt von Raumentwicklung und Forschung sind die Inhalte des Amsterdamer Vertrages jedoch noch nicht zu einem selbstverständlichen und integrativen Bestandteil der Planungspraxis sowie der wissenschaftlichen Reflexion geworden.

    Dieser Befund führte in der ARL zur Gründung eines Internationalen Arbeitskreises, der sich folgender Leitfrage widmete: „Welche Auswirkungen hat die Anerkennung der Geschlechterrelevanz auf die Raumplanung und Raumnutzung in verschiedenen europäischen Kulturen?“
    Nach den Inputs der Autorinnen und dem Kamingespräch zu möglichen Zukunftsperspektiven, klingt die Vernissage mit einer Einladung zu einem Apéro und der Gelegenheit die Diskussion gemeinsam fortzuführen aus.

    Zum Buch:

    Der englischsprachige Sammelband untersucht, inwieweit geschlechtsspezifische Ansätze in der Raumentwicklung in ausgewählten europäischen Ländern praktiziert werden sowie wirksam sind.

    Ausgehend von einer Einführung in Theorien und Konzepte von Geschlecht, Raum und Entwicklung enthält das Buch einen kurzen historischen Überblick über das Thema Geschlecht in der europäischen Raumplanung und -entwicklung sowie einen Überblick über verschiedene nationale Rahmenbedingungen. Hier werden rechtliche, organisatorische und kulturelle Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede verglichen. Es folgt eine kritische Reflexion, wie Vereinfachungen und Stereotypen von Geschlechterkonzepten in der Praxis der Raumentwicklung eingesetzt werden. Der Hauptteil des Buches bietet eine transnationale Diskussion über Planungspraktiken zu ausgewählten Fachthemen. Basierend auf der Auswertung verschiedener Planwerke zählt dazu die Gender-Sensibilität in der Stadtentwicklungsplanung sowie auf Quartiersebene. Darüber hinaus konzentriert sich das Buch auf die geschlechtssensible Evaluierung der Stadtplanungspraxis sowie internationaler Zielformulierungen nachhaltiger Entwicklung, welche Gleichstellungspolitiken aktuell rahmen. Die Autorinnen dieses Kapitels legen dar, dass Klimawandel, Migration und Austerität die Gleichstellung der Geschlechter bedrohen, weshalb die Raumentwicklung künftig wieder stärker auf Geschlechterdimensionen achten muss. Die Herausgeberinnen schließen mit einem Ausblick und konkreten Vorschlägen für weitere Maßnahmen und Forschungen zu Genderaspekten in der Raumentwicklung.

    Mit Beiträgen einiger führender europäischer Denker*innen zu Gender, Raum und Entwicklung soll dieser Band Studierende, Forschende und Fachleute aus der Praxis dazu anregen, über den Beitrag geschlechtsspezifischer Ansätze in der Raumentwicklung und Umweltplanung nachzudenken.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Barbara Zibell
    b.zibell@igt-arch.uni-hannover.de


    Originalpublikation:

    Zibell, Barbara; Damyanovic, Doris; Sturm, Ulrike (eds.) (2019): Gendered Approaches to Spatial Development in Europe. Perspectives, Similarities, Differences, 1st Edition, Routledge.
    ISBN: 9781138587663


    Weitere Informationen:

    https://www.routledge.com/Gendered-Approaches-to-Spatial-Development-in-Europe-P...


    Anhang
    attachment icon Einladungsflyer Buchvernissage (engl./dt.)

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Studierende, Wissenschaftler
    Bauwesen / Architektur, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Kooperationen, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    in Kooperation mit SIA International, frau+sia und Verein Lares


    Zum Download

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