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26.06.2019 10:35

An der Spitze der Nahrungspyramide

Judith Jördens Senckenberg Pressestelle
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

    Tübingen, 24.06.2019. Senckenberg-Wissenschaftler Hervé Bocherens hat mit Kolleg*innen des Institute of Palaeobiology an der Polish Academy of Science die fossilen Zähne des fleischfressenden Dinosauriers Tarbosaurus bataar untersucht. Anhand von stabilen Isotopen können die Forschenden Rückschlüsse auf den Lebensraum und die Freßgewohnheiten des vor etwa 70 Millionen Jahren lebenden Trex-Verwandten schließen. Bei der Wahl ihrer Beutetiere waren die Fleischfresser laut der kürzlich im Fachjournal „Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology“ erschienenen Studie nicht wählerisch.

    Die Wüste Gobi in der südlichen Mongolei ist ein bekannter Fundort für Dinosaurier-Fossilien. „Zu diesen kreidezeitlichen Fossilien gehört auch Tarbosaurus bataar, ein Vertreter der Tyrannosauriden und Verwandter des berühmten Tyrannosaurus rex“, erklärt Prof. Dr. Hervé Bocherens vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen.
    Die fossilen Zähne dieses – zwischen zehn und zwölf Meter langen – Dinosauriers hat das Wissenschaftlerteam rund um Bocherens untersucht, um anhand von Sauerstoff- und Kohlenstoffisotopen im Zahnschmelz Rückschlüsse auf die Freßgewohnheiten und die damaligen Umweltverhältnisse schließen zu können.

    „Es ist schon erstaunlich welche Informationen dieser etwa 70 Millionen Jahre alte Zahnschmelz bereit hält“, freut sich Bocherens und fährt fort: „Unsere Auswertungen zeigen, dass der Lebensraum der fleischfressenden Reptilien etwa 10 Grad Celsius wärmer, als heutzutage war und die Niederschlagsmengen stark saisonal schwankten. Wir gehen davon aus, dass die Saurier in geschlossenen Wäldern lebten – in einem monsungeprägten Klima mit kalten, trockenen Wintern und heißen, niederschlagsreichen Sommern.“

    Und auch die Ernährung der Tarbosaurier konnten die Forschenden anhand der Zähne von fünf, unterschiedlich alten Individuen rekonstruieren. Bei der Wahl ihrer Beutetiere waren die Fleischfresser demnach nicht wählerisch: Sowohl die als „Entenschnabelsaurier“ bekannten Hadrosauridae, als auch verschiedenen Arten der pflanzenfressenden Sauropoden standen auf ihrem Speiseplan. „Unsere Isotopie bestätigt damit die Fossilfunde und zeigt, dass Tarbosaurus an der Spitze der Nahrungspyramide stand“, fasst Bocherens zusammen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Hervé Bocherens
    Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP)
    Eberhard Karls Universität Tübingen
    Tel. 07071- 29-76988
    herve.bocherens@uni-tuebingen.de


    Originalpublikation:

    Krzysztof Owocki, Barbara Kremer, Martin Cotte, Hervé Bocherens,
    Diet preferences and climate inferred from oxygen and carbon isotopes of tooth enamel of Tarbosaurus bataar (Nemegt Formation, Upper Cretaceous, Mongolia), Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology,
    2019,
    https://doi.org/10.1016/j.palaeo.2019.05.012


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geowissenschaften
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


    Fragment eines beprobten Tarbosaurus-Unterkiefers mit Zähnen (weiße Streifen auf Zahnschmelz).


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