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01.07.2019 15:03

Professor Marc Wolfram wird neuer Direktor des IÖR – Erklärung zum Amtsantritt

Heike Hensel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.

    Zum 1. Juli 2019 hat das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) einen neuen Direktor. Prof. Dr. Marc Wolfram übernimmt im Rahmen einer gemeinsamen Berufung mit der Technischen Universität Dresden zugleich auch die Professur für Raumentwicklung.

    Mit Prof. Dr. Marc Wolfram übernimmt ein international erfahrener Stadt- und Regionalplaner die Leitung des IÖR. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen vor dem Hintergrund der globalen ökologischen Krise insbesondere Fragen zur Dynamik und Steuerung des urbanen Wandels in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung.

    Nach dem Studium der Architektur und Stadtplanung an der Universität Stuttgart absolvierte Marc Wolfram ein Graduiertenstudium in europäischer Urbanistik an der Universitat Politècnica de Barcelona (Spanien). Dort sowie über Forschungsaufenthalte an der École Nationale des Travaux Publics in Lyon (Frankreich) und der Universiteit van Amsterdam (Niederlande) erarbeitete er auch seine Dissertation zu räumlichen Planungskonzepten für die Integration des Hochgeschwindigkeitsverkehrs der Bahn in Europa, die er 2003 an der Universität Stuttgart verteidigte. Danach war er vier Jahre als Mitarbeiter beim Beratungsunternehmen Rupprecht Consult in Köln an diversen Europäischen Forschungsprojekten im Bereich Umwelt, Stadtentwicklung und Mobilität beteiligt, und bearbeitete anschließend ein eigenes Post-Doc Projekt zur Governance von Geodateninfrastrukturen in Deutschland und Frankreich an der Maison des Sciences de l’Homme in Paris (Frankreich).

    Am IÖR und an der TU Dresden ist Marc Wolfram kein Unbekannter. Von 2006 bis 2012 war er bereits im IÖR tätig – zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter; ab Januar 2012 leitete er den damaligen Forschungsbereich Strategische Fragen und Perspektiven. Ab 2006 war er zudem Lehrbeauftragter an der Professur für Raumentwicklung, deren Leitung er nun übernimmt.

    Zuletzt war Marc Wolfram sechs Jahre als Professor für nachhaltige Stadtentwicklung an Hochschulen in Südkorea tätig – seit September 2017 forschte und lehrte er an der Fakultät Architektur der Sungkyunkwan University in Suwon und Seoul, davor seit März 2013 an der Fakultät Stadtplanung und Ingenieurwesen der Yonsei University, ebenfalls in Seoul. Seine empirische und theoretische Arbeit befasste sich dabei intensiv mit den Herausforderungen und Voraussetzungen für tiefgreifende städtische Transformationen mit Blick auf Klimawandel, Energiewende, Urbanisierungsprozesse und Governance-Strukturen in Ostasien (Korea, Japan, China, Taiwan).

    Marc Wolfram folgt als Direktor auf Prof. Dr. Bernhard Müller, der das IÖR 22 Jahre lang erfolgreich geleitet hat. Am 19. Juni war Bernhard Müller bei der IÖR-Jahrestagung in der Dreikönigskirche in Dresden feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden. Die offizielle Amtseinführung von Prof. Dr. Marc Wolfram wird am 5. September im Zentralwerk Pieschen in Dresden stattfinden.

    ***** Erklärung von Prof. Dr.-Ing. Marc Wolfram zum Amtsantritt am 1. Juli 2019 *****

    Raumforschung für die ökologische Zeitenwende

    Mit Blick auf 2030 stehen Stadt-, Regional- und Raumentwicklung gewaltigen Herausforderungen gegenüber – sowohl im nationalen Kontext, wie auch weltweit. Binnen eines Jahrhunderts hat menschliche Aktivität unsere Biosphäre über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus in eine permanente Risikozone manövriert. Massive Veränderungen des Klimas und globaler Nährstoffkreisläufe, der dramatische Verlust von Artenvielfalt und natürlicher Lebensräume, sowie das absehbare Ende nicht-erneuerbarer Ressourcen sind dauerhafte ökologische Folgen, die nur noch bedingt umkehrbar sind. Bestehende soziale und wirtschaftliche Disparitäten werden hierdurch drastisch verschärft und durch neue überlagert – auf allen Maßstabsebenen.

    Mit dieser globalen ökologischen Krise geht eine Epoche zu Ende, die Entwicklung mit Wachstum verwechselt hat, und Nachhaltigkeit mit technologie-zentrierter Modernisierung. Tiefgreifende und rasche Transformationen sind dringend erforderlich, wie seit langem von der Wissenschaft gefordert, aber zunehmend auch in Politik und Gesellschaft.

    Dabei spielt Raum eine zentrale Rolle. Sowohl die Ursachen der skizzierten Probleme, als auch mögliche Lösungsansätze verweisen auf räumliche Merkmale und Prozesse: Wirtschafts- und Produktionsstrukturen, Versorgungssysteme und Mobilität, Siedlungsmuster und Wohnformen, sowie Lebensstile und Alltagskulturen sind geografisch strukturiert, differenziert und vernetzt, entfalten ihre ökologischen Wechselwirkungen zugleich lokal und über große räumliche Distanzen.

    Diese Schnittstelle zwischen ökologischen und räumlichen Dynamiken ist das Arbeitsgebiet des IÖR. Gemeinsam mit gesellschaftlichen Akteuren erarbeitet das Institut neues Wissen und Methoden, um die Rolle räumlicher Faktoren in sozial-ökologischem Wandel besser verständlich und für verantwortungsbewusste Steuerung nutzbar zu machen. Dazu vereint das IÖR ein breites Spektrum an Disziplinen unter einem Dach, und verknüpft grundlagenbasierte und anwendungsorientierte Forschung zu einem ganzheitlichen Ansatz raumbezogener Nachhaltigkeitswissenschaft.

    Die kommende Dekade wird entscheidend sein, um in unterschiedlichsten geografischen Kontexten neue Wege zu beschreiten, und dabei auf vielen Handlungsfeldern gleichzeitig systemische Innovationen voranzubringen. Dies birgt enorme Chancen für die Stadt-, Regional- und Raumentwicklung, aber auch große Unsicherheiten und Konfliktpotenzial. Als Direktor des IÖR ist es daher mein zentrales Anliegen, sozial-gerechte ökologische Transformationen national und international mitzugestalten – durch zukunftsweisende Weiterentwicklung der Raumforschung, und als Partner für Wissenschaft, Politik und Praxis.

    Prof. Dr.-Ing. Marc Wolfram


    Anhang
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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Bauwesen / Architektur, Geowissenschaften, Gesellschaft, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Personalia
    Deutsch


    Prof. Dr.-Ing. Marc Wolfram


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