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03.07.2019 09:59

Innovationspreis: Bläschen machen Blutgefäße von Tumoren sichtbar

Meike Drießen Dezernat Hochschulkommunikation
Ruhr-Universität Bochum

    Für ihre Arbeiten zur hochauflösenden Darstellung der Blutgefäße von Tumoren erhalten die Forscherinnen Dr. Stefanie Dencks vom Lehrstuhl Medizintechnik der Ruhr-Universität Bochum und Dr. Tatjana Opacic vom Institut für Experimentelle Molekulare Bildgebung der Uniklinik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen den mit 10.000 Euro dotierten Innovationspreis der Stiftung Familie Klee. Der Preis wurde am 28. Juni 2019 überreicht.

    Die Arbeit der Preisträgerinnen macht es durch eine neue Art der Auswertung von kontrastmittelgestützten Ultraschallbildern möglich, mit herkömmlichen Systemen Bilder der Blutgefäße in Tumoren jenseits der Beugungsbegrenzung der Auflösung zu erzeugen. Damit lassen sich verschiedene Tumorarten besser unterscheiden und man kann bereits früh feststellen, wie gut eine Chemotherapie anschlägt.

    Mikrobläschen durch den Körper verfolgen

    Die Forscherinnen verwenden klinisch eingesetzte Ultraschallkontrastmittel, die aus Mikrobläschen bestehen. Diese nur etwa einen Mikrometer kleinen Gasbläschen wandern mit dem Blutstrom durch den Körper und erzeugen bei einer Ultraschalluntersuchung ein so starkes Echosignal, dass schon einzelne Mikrobläschen im Ultraschallbild als helle Reflexe sichtbar sind. Durch die Auflösungsgrenze der Ultraschallgeräte wird das Mikrobläschen etwa hundertfach größer ausgedehnt dargestellt als es ist. „Wir können aber die Mittelpunkte einzelner Bläschen mit einer hohen Genauigkeit bestimmen und damit auf die Position der Bläschen schließen, wenn diese einzeln im Bild erkennbar sind“, erläutert Stefanie Dencks.

    Die Auflösungsgrenze des Ultraschalls überwinden

    Eine besondere Herausforderung für die Bildverarbeitung ist es dabei, die Bewegung vieler Mikrobläschen, die gleichzeitig durch die Tumorgefäße fließen, in den Videosequenzen richtig zu erkennen und zuzuordnen. Das Ergebnis ist ein Bild, das die Gefäßstrukturen mit etwa zehnfach höherer Auflösung darstellt als herkömmliche Systeme.

    „Wir konnten zeigen, dass sich aus den hochauflösenden Bildern neue funktionelle und morphologische Parameter bestimmen lassen, mit denen verschiedene Tumortypen sehr gut unterschieden werden konnten“, so Tatjana Opacic. In ihren Arbeiten testeten die Forscherinnen das Verfahren in drei Modellfällen auch erfolgreich am Menschen. In Kooperation mit Prof. Dr. Elmar Stickeler, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin der Uniklinik RWTH Aachen, gelang es, bei Patientinnen mit Brustkrebs die Reaktionen der Tumorgefäße auf Chemotherapien zu erfassen.

    Das Preisgeld setzen die Forscherinnen für ein Symposium zum Thema „Superresolution and Artificial Intelligence in Ultrasound Imaging“ mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern ein.

    Originalveröffentlichung

    Tatjana Opacic, Stefanie Dencks et al.: Motion model ultrasound localization microscopy for preclinical and clinical multiparametric tumor characterization, in: Nature Communications, 2018, DOI: 10.1038/s41467-018-03973-8

    Innovationspreis

    Die gemeinnützige Stiftung Familie Klee verleiht jährlich den Innovationspreis in Höhe von 10.000 Euro an eine Person oder eine Arbeitsgruppe für eine hervorragende wissenschaftliche Leistung, die „es durch neuartige Kombination medizinischer und technischer Kenntnisse ermöglicht, Krankheiten zu heilen, ihre Therapie zu verbessern oder die Auswirkungen der Krankheit zu mildern“, so Stiftungsgründer Gerhard Klee.

    Pressekontakt

    Dr. Stefanie Dencks
    Lehrstuhl für Medizintechnik
    Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
    Ruhr-Universität Bochum
    Tel.: 0234 32 29508
    E-Mail: stefanie.dencks@rub.de

    Dr. Tatjana Opacic c/o Prof. Dr. Fabian Kießling
    Institut für Experimentelle Molekulare Bildgebung
    Uniklinik RWTH Aachen
    Tel.: 0241 80 80117
    E-Mail: fkiessling@ukaachen.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Stefanie Dencks
    Lehrstuhl für Medizintechnik
    Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
    Ruhr-Universität Bochum
    Tel.: 0234 32 29508
    E-Mail: stefanie.dencks@rub.de
    Dr. Tatjana Opacic c/o Prof. Dr. Fabian Kießling
    Institut für Experimentelle Molekulare Bildgebung
    Uniklinik RWTH Aachen
    Tel.: 0241 80 80117
    E-Mail: fkiessling@ukaachen.de


    Originalpublikation:

    Tatjana Opacic, Stefanie Dencks et al.: Motion model ultrasound localization microscopy for preclinical and clinical multiparametric tumor characterization, in: Nature Communications, 2018, DOI: 10.1038/s41467-018-03973-8


    Weitere Informationen:

    https://news.rub.de/presseinformationen/wissenschaft/2018-04-18-medizintechnik-d... - Presseinformation zur Erscheinung des Papers
    https://www.nature.com/articles/s41467-018-03973-8 - Link zur Originalveröffentlichung
    http://www.s-fk.de/ - Stiftung der Familie Klee


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Elektrotechnik, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

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