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15.07.2019 09:00

Chimp&See ist zurück!

Sandra Jacob Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie

    Haben Sie sich jemals gefragt, was ein Elefant so treibt, wie ein Pavian sich anhört oder wie es um das Sozialleben von Schimpansen steht? Dann sind Sie damit nicht allein: Tausende von Menschen haben sich bereits der Community von Chimp&See angeschlossen, einem Citizen Science-Projekt von Zooniverse. Über diese Plattform können Interessierte sich anmelden und im Rahmen des "Pan African Programme: The Cultured Chimpanzee (PanAf)" des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie kurze, von Kamerafallen in Afrika aufgezeichnete Videoclips anschauen, einordnen und diskutieren.

    "Der stetig wachsende Bereich der Bürgerwissenschaften basiert auf der Idee, dass eine interessierte Öffentlichkeit, die sich an wissenschaftlicher Forschung beteiligt, schneller mehr präzise Daten liefern kann als eine Handvoll Wissenschaftler", sagt Mimi Arandjelovic, Primatologin am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. "Bei Chimp&See klassifizieren Bürgerwissenschaftler Videos und arbeiten so dem offiziellen Forschungsteam Informationen darüber zu, welche Tierarten sie sehen, wie viele Individuen und wie die Tiere sich verhalten. Bei Sichtungen von Schimpansen können Beteiligte sogar bestimmte Individuen identifizieren." Diese Daten helfen dem Forschungsteam dabei zu bestimmen, wie Dutzende von Arten sich über einen Lebensraum verteilen und miteinander interagieren. Sie können Fragen zu evolutionären und ökologischen Themen beantworten aber auch zu Naturschutzthemen und Bedrohungen, denen die afrikanische Tierwelt heute ausgesetzt ist.

    Bürgerwissenschaftler können auch direkt zu Studien beitragen, die den Werkzeuggebrauch und das Sozialverhalten von Schimpansen erforschen. Wenn Sie Glück haben, können Sie einem Schimpansen dabei zusehen, wie er mit Werkzeugen Nüsse knackt oder nach Honig fischt – Verhaltensweisen, die früher nur dem Menschen zuerkannt wurden. Da Mensch und Schimpanse eng miteinander verwandt sind, kann eine solche Datenerhebung den Forschern sogar dabei helfen zu ergründen, wie unsere Vorfahren möglicherweise gelebt und sich entwickelt haben, und wie sie Werkzeuge nutzten, um ihr Überleben zu sichern. "Das Projekt zielt auch darauf ab, Menschen und Organisationen zu inspirieren und ihr Interesse zu wecken, mehr über diese erstaunlichen Lebensräume und die darin lebenden Tiere zu erfahren und sich für ihren Schutz zu engagieren", sagt Hjalmar Kühl, ein Ökologe am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv).

    Daten von Bürgerwissenschaftlern

    Zwischen 2015 und 2018 klassifizierten mehr als 50.000 Chimp&See Bürgerwissenschaftler über 140.000 Videos und trugen auf diese Weise Daten bei zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen über nächtliche Schimpansenaktivitäten und die Reaktionen von Menschenaffen auf Kamerafallen bei. Ab dem 15. Juli 2019 wird Chimp&See auf seiner neuen Plattform http://www.chimpandsee.org/ über 40.000 Videos von zwei neuen Forschungsstätten veröffentlichen. Für die Zukunft sind 26 zusätzliche Aufzeichnungsorte und Hunderttausende weitere Videos geplant. Dank eines großartigen Teams von freiwilligen Übersetzern ist ChimpandSee.org nun auch in den Sprachen Deutsch, Spanisch, Französisch und Tschechisch verfügbar. Italienisch und Chinesisch sind für die nahe Zukunft ebenfalls geplant.

    Wenn Sie noch nie zuvor Tierarten und deren Verhalten klassifiziert haben, keine Sorge: Es gibt eine Anleitung dazu und ein Team von Moderatoren beantwortet Ihre Fragen. Wir danken allen, die bisher teilgenommen haben und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unserer wachsenden Community in den kommenden Jahren. "Chimp&See ist eine großartige Möglichkeit für Familien, Schulklassen und Einzelpersonen, sich in die Wissenschaft einzubringen", sagt Arandjelovic. "Wenn Sie neugierig geworden sind, was Schimpansen mit ihren Freunden machen, oder ganz generell einen Beitrag zur Wissenschaft leisten möchten, schließen Sie sich jetzt der Chimp&See-Gemeinschaft an!"


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Mimi Arandjelovic
    Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
    +49 341 3550-239
    arandjel@eva.mpg.de

    Dr. Hjalmar Kühl
    Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
    +49 341 3550-236
    kuehl@eva.mpg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, jedermann
    Biologie, Pädagogik / Bildung, Tier- / Agrar- / Forstwissenschaften, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Schule und Wissenschaft
    Deutsch


    Manchmal geht bei Chimp&See auch ein Elefant in die Kamerafalle.


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