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15.08.2019 11:06

Den Friedensprozess in Kolumbien stabilisieren

Lisa Dittrich Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Justus-Liebig-Universität Gießen

    Instituto CAPAZ erhält Mittel des Auswärtigen Amtes zur wissenschaftlichen Unterstützung des Sondergerichtsbarkeit für den Frieden und der Wahrheitskommission in Kolumbien

    Das Deutsch-Kolumbianische Friedensinstitut – Instituto Colombo-Alemán para la Paz (Instituto CAPAZ) erhält Sondermittel des Auswärtigen Amtes (AA) in Höhe von 365.000 Euro, um die Stabilisierung des kolumbianischen Friedensprozesses zu fördern. Mit den Mitteln sollen die Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (Jurisdicción Especial para la Paz, JEP) und der Wahrheitskommission (Comisión para el Esclarecimiento de la Verdad, CEV) unter anderem durch die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) wissenschaftlich unterstützt werden. Der Zuwendungsvertrag wurde am vergangenen Freitag in Bogotá unterzeichnet von Dr. Peter Ptassek, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Kolumbien, und Prof. Dr. Stefan Peters, Direktor des Instituto CAPAZ und Professor für Friedensforschung der JLU. Auch eine Studierendengruppe der JLU war bei der Unterzeichnung anwesend.

    Das Projekt wird in Kooperation zwischen dem Instituto CAPAZ, der Forschungsstelle für lateinamerikanisches Straf- und Strafprozessrecht (CEDPAL), der Georg-August-Universität Göttingen sowie der JLU durchgeführt. Der Gießener Friedensforscher und Projektverantwortliche Prof. Dr. Stefan Peters betont die Bedeutung des Vorhabens für einen dauerhaften Frieden: „Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist ein schmerzhafter, aber notwendiger Prozess um Frieden zu schaffen. Die JEP und die CEV sind dafür zwei Schlüsselelemente. Wir freuen uns, mit ihnen zusammenarbeiten zu können, um den Frieden in Kolumbien zu stärken.“

    Im April dieses Jahres hatte das Instituto CAPAZ zunächst ein gemeinsames Kooperationsabkommen mit der JEP abgeschlossen; im Juni folgte ein weiteres Abkommen mit der CEV. Darin formulierten die Parteien die Absicht, die JEP und CEV – als zwei wichtige Komponenten des kolumbianischen Systems der Wahrheit, Gerechtigkeit, Entschädigung und Nichtwiederholung – zu unterstützen. „Dank des Engagements des Auswärtigen Amtes, insbesondere von Bundesminister Heiko Maas, stehen nunmehr Mittel zur Verfügung, um Initiativen für eine nachhaltige Zusammenarbeit mit der JEP und CEV zu entwickeln und die Arbeit der beiden Institutionen wissenschaftlich zu unterstützen und zu begleiten“, so Peters.

    Das Instituto CAPAZ

    Das Instituto CAPAZ arbeitet seit seiner Gründung im Jahr 2017 sehr erfolgreich und erfährt eine große Anerkennung durch die wichtigsten für den Friedensprozess geschaffenen Institutionen. Dem CAPAZ-Konsortium gehören insgesamt zehn kolumbianische und deutsche Universitäten bzw. Forschungseinrichtungen als Gründungsmitglieder an: Auf deutscher Seite sind das neben der JLU als Konsortialführerin die Georg-August-Universität Göttingen, die Freie Universität Berlin, die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und auf kolumbianischer Seite die Universidad Nacional de Colombia als Konsortialführerin, die Universidad de los Andes (Uniandes), die Universidad Externado de Colombia, die Universidad del Rosario und die Pontificia Universidad Javeriana. Hinzu kommen zehn weitere assoziierte Mitglieder in Kolumbien und Deutschland. Projektleiter ist Prof. Dr. Thilo Marauhn, Professur für Öffentliches Recht und Völkerrecht, Direktor ist Prof. Dr. Stefan Peters, Professur für Friedensforschung, beide JLU.

    Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 28.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissenschaften – bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit dem Jahr 2006 wird die Forschung an der JLU kontinuierlich in der Exzellenzinitiative bzw. der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Kontakt

    Prof. Dr. Stefan Peters
    Direktor des Instituto CAPAZ
    Professor für Friedensforschung an der Justus-Liebig-Universität Gießen
    E-Mail: stefan.peters@recht.uni-giessen.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Kooperationen
    Deutsch


    Unterzeichungs des Vertrags durch den Botschafter Dr. Peter Ptassek (l.) und Prof. Dr. Stefan Peters, Direktor des Instituto CAPAZ und Professor für Friedensforschung an der JLU.


    Zum Download

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