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26.08.2019 11:06

Frauen in der IT: Wie wir Talente entdecken, fördern und sichern

Christina Haaf M.A. Pressestelle
Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.

    Frauen sind in der Tech-Branche weiterhin unterrepräsentiert. Mit Blick auf die IT besteht die Herausforderung nicht nur darin, weibliche Young Professionals zu gewinnen, sondern vor allem auch, sie dort zu halten: Nur 20 Prozent der Frauen, die einen Abschluss im Bereich IT haben, arbeiten im Alter von 30 Jahren in diesem Bereich, im Alter von 45 Jahren sind es nur noch 9 Prozent.

    Woran das liegt und wie gegengesteuert werden kann, wird am 20. September 2019 von 9:00 bis 16:30 Uhr im Lindner Hotel City Plaza in Köln diskutiert: Das Projekt „Gender. Wissen. Informatik. Netzwerk zum Forschungstransfer des interdisziplinären Wissens zu Gender und Informatik (GEWINN)“ lädt zu seinem 5. Fachtag unter dem Motto "Weibliche IT-Talente: entdecken, fördern, sichern!" ein. Die kostenfreie Veranstaltung richtet sich an Interessierte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.

    Forschungen haben gezeigt, dass ein wertschätzendes und unterstützendes Arbeitsumfeld in einem eng vernetzten Team maßgeblich dazu beiträgt, dass Frauen sich wohl fühlen und seltener den Job wechseln. Eine männerdominierte Atmosphäre und Stereotype bewirken eher das Gegenteil. Talentförderung als Haltefaktor ist also nicht nur ein Thema für die HR-Abteilung. Auch die Struktur und Kultur von Teams spielen eine wesentliche Rolle. „Die meisten Firmen haben mittlerweile verstanden, dass sie die Arbeitskultur und die Zusammenarbeit aktiv gestalten müssen, wenn sie weibliche IT-Fachkräfte gewinnen und halten möchten. Einfach nur weitermachen wie bisher, aber bitteschön mit mehr Frauen – das funktioniert nicht“, betont Prof. Dr. Nicola Marsden, wissenschaftliche Leiterin des GEWINN-Projekts. Was können Kolleginnen und Kollegen also tun, um ein optimales Klima für die Frauen in der Tech-Branche herzustellen? Wie entsteht eine Teamkultur in der IT, die von Unterstützung statt von Konkurrenz geprägt ist? Diese und weitere Fragen werden beim 5. GEWINN-Fachtag aufgeworfen und diskutiert.

    Der Verlust weiblicher IT-Talente kostet die Unternehmen viel Geld und Innovationspotential, denn diverse Teams arbeiten erfolgreicher. Auch das Recruiting und Training neuer Mitarbeiterinnen frisst Ressourcen. Es lohnt sich also auch aus Unternehmenssicht, in die Entwicklung der Teamkultur zu investieren und optimale Bedingungen für eine individuelle Förderung des weiblichen Personals zu schaffen. Auch um zu verhindern, dass Talente komplett verlorengehen: „Im Gegensatz zu Männern wechseln Frauen oft die Branche, statt sich in einem anderen IT-Unternehmen zu bewerben“, so Marsden.

    Die Keynote des 5. GEWINN-Fachtags hält Dr. Sabine Hahn (Beratung & Coaching Dr. Sabine Hahn): „Nachdem wir lange über Frauen in der IT diskutiert haben, wünsche ich mir, dass das irgendwann kein Thema mehr und das Klischee ‚Davon verstehen Frauen nichts‘ komplett überwunden ist“, so die Beraterin. Ihr Vortrag steht unter dem Titel „Allein auf weiter Flur vs. die Zukunft ist weiblich. Quo Vadis Frauen in der IT?“.

    Darüber hinaus erwarten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sechs interaktive Workshops: Unternehmensvertreterinnen unter anderem von SAP und Ubisoft BlueByte berichten aus der Praxis, Forscherinnen und Forscher von der Frankfurt University of Applied Science, der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und der Universität Siegen stellen ihre Forschungsfragen vor. Im Fokus stehen Themen wie „Wie sensibilisiert man Kolleg*innen?“, „Wie Design Thinking hilft, weibliche IT-Talente zu gewinnen“ und der Erfahrungsaustausch.

    Der Fachtag in Köln ist der fünfte und letzte des Projekts GEWINN. Durch den Austausch über die Themen „Agilität in der Softwareentwicklung“ (21.11.2017, Berlin), „Organisationskulturen in der IT“ (16.05.2018, Heilbronn), „Frauen in der IT-Branche: Neue Wege im HR-Management" (28.09.2018, Hamburg) und „Gender in algorithmischen Systemen“ (25.04.2019, München) ist ein lebendiges Netzwerk rund um Gender und IT entstanden.

    Das Projekt "Gender. Wissen. Informatik. Netzwerk zum Forschungstransfer des interdisziplinären Wissens zu Gender und Informatik (GEWINN)" ist ein Verbundprojekt der Hochschule Heilbronn, der Universität Siegen und des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter den Förderkennzeichen 01FP1603, 01FP1604 und 01FP1605 vom 01.01.2017-31.12.2019 gefördert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Pressekontakt:
    Britta Zachau
    Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.
    GEWINN Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Am Stadtholz 24, 33609 Bielefeld
    t: +49 521 106 73 21
    f: +49 521 106 71 71
    zachau@gender-wissen-informatik.de


    Weitere Informationen:

    https://www.gender-wissen-informatik.de/Fachtage/koeln
    https://www.gender-wissen-informatik.de/
    https://www.facebook.com/genderwisseninformatik
    https://twitter.com/gender_useit


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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