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03.09.2019 12:41

19 Partner aus 15 Ländern: Hochschule Mittweida koordiniert Projekt zur forensischen Auswertung mobiler Endgeräte.

Helmut Hammer Hochschulinformation
Hochschule Mittweida – University of Applied Sciences

    Forensische Beweisketten auf mobilen Endgeräten. Die Hochschule Mittweida koordiniert das Horizon2020-Projekt "FORMOBILE"

    Das Smartphone ist die wichtigste Spur in vielen Strafverfahren. Das europäische Forschungsprojekt FORMOBILE wird helfen, Smartphones besser forensisch untersuchen zu können. Dazu arbeiten 19 Partner aus 15 Nationen in den kommenden drei Jahren daran, dass Beweismaterial aus mobilen Geräten gerichtsfest ausgewertet werden kann.

    Ausführliche Informationen zum Projekt unter: https://formobile-project.eu/

    Im Mai 2019 in Mittweida gestartet steht „FORMOBILE“ für den Projekttitel: „From Mobile phones to court – A complete FORensic investigation chain targeting MOBILE devices“.

    Ziel von FORMOBILE ist die Etablierung einer kompletten forensischen End-to-End-Untersuchungskette für mobile Geräte. Mobile Geräte, insbesondere Smartphones, stellen eine einzigartige Herausforderung für die Strafverfolgung dar. Straftäter verwenden Telefone, um kriminelle Handlungen zu kommunizieren, zu koordinieren, zu organisieren und durchzuführen. Dies gilt insbesondere für organisierte Kriminalität und terroristische Organisationen. Diese Entwicklung stellt die strafrechtliche Verfolgung vor neue Herausforderungen, und es ist von entscheidender Bedeutung, dass den Strafverfolgungsbehörden nach entsprechendem richterlichen Beschluss der Zugriff auf die auf mobilen Geräten gespeicherten Daten ermöglicht wird, um sie vertrauenswürdig und zuverlässig als Beweismittel zu verwenden.

    Beantragt wurde das Vorhaben im August 2018 von Dr. Christian Hummert und seinem Team von der Fakultät Angewandte Computer- und Biowissenschaften, verankert wurde es in der Ausschreibung „Sichere Gesellschaften – Schutz der Freiheit und Sicherheit Europas und seiner Bürger“.

    Mit einem Fördervolumen von knapp 7 Millionen Euro vereint das Projekt insgesamt 19 Partner aus 15 Nationen, darunter sieben Sicherheitsbehörden, vier Universitäten bzw. Hochschulen, drei privatwirtschaftliche Unternehmen, ein Standardisierungsinstitut, ein Forschungsinstitut, zwei Stiftungen und einen Verein.

    Projektstart war der 1. Mai 2019. Am 9. und 10. Mai fand das Kick-Off-Meeting mit Vertreterinnen und Vertretern aller Projektpartner an der Hochschule Mittweida statt.

    FORMOBLIE nimmt Fahrt auf

    FORMOBILE nimmt nun Fahrt auf. Zurzeit werden Fragebögen an Sicherheitsbehörden und forensische Einrichtungen vorbereitet, um die Bedingungen für erfolgreiche Ermittlungen im Zusammenhang mit mobilen Endgeräten zu sammeln. Gängige Richtlinien im internationalen Kontext werden gesammelt und gesichtet, um daraus einen neuen Standard für die Ermittlungsarbeit auf der Basis dieser Geräte zu erstellen. Erste Clone-Handys wurden untersucht. Das Projekt wird sich in den nächsten Monaten auf mehreren Konferenzen innerhalb Europas präsentieren.

    Aktuelle Informationen zum Projekt finden sich auf der englischsprachigen Projekt-Website unter https://formobile-project.eu/

    Das Konsortium

    Das Konsortium besteht aus den 19 Partnern und wird von 12 externen Beratern begleitet. Koordinator des Projekts ist die Hochschule Mittweida. Neben Dr. Christian Hummert sind Prof. Dr. Dirk Pawlaszczyk, Prof. Dr. Dirk Labudde und Prof. Dr. Alexander Knauer an dem Projekt beteiligt. Die Gruppe um Dr. Hummert wird sich mit Anti-Forensik in Smartphones und der Analyse von mobiler Malware beschäftigen. In der Gruppe um Prof. Pawlaszczyk wird an Handy-Daten in der Cloud geforscht und die Gruppe von Prof. Labudde wird sich mit der semantischen Analyse von Textnachrichten befassen. Prof. Knauer vertritt die Hochschule im sogenannten Exploitation Board und kümmert sich um die Verwertung der Forschungsergebnisse.

    Einer der Projektpartner ist das Niederländische Forensische Institut (NFI), das europäische Spitzenforschung auf dem Gebiet der Forensik betreibt. Damit die Forschungsergebnisse auch direkt in Anwendung kommen, sind verschiedene europäische Polizeibehörden Partner im Projekt: das Home Office (HO) (Vereinigtes Königreich), die Spanish National Police (ESMIR), die Malta Police Force (MPF), die Portuguese Judicial Police (PJ) und die Polish Police Regional Headquarters in Poznan (KWPP). Koordiniert wird die Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden von der ZITiS – Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (München).
    Ein wichtiger Industriepartner ist Micro System AB (MSAB) aus Schweden, der zweitgrößte Hersteller von Mobilfunk-Forensiksystemen weltweit. Im Projekt arbeitet die Hochschule Mittweida mit drei Universitäten zusammen: der Universität von Patras, der Technischen Universität Delft und der Staatlichen Technischen Universität in Bischkek in Kirgisien.

    Andere wichtige Partner sind das österreichische Normungsinstitut A.S.I., die griechische Foundation for Research and Technology Hellas (FORTH), das Norwegian Ministry of Justice and Public Safety (NMPS), Law and Internet Foundation (LIF) in Bulgarien, die Polish Platform for Homeland Security (PPHS), sowie die Firmen time.lex aus Belgien und Strane Innovation aus Frankreich.

    Das Projekt „FORMOBILE“ wird im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 832800 aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union Horizon 2020 finanziert.

    Die Hochschule Mittweida

    Die Hochschule Mittweida ist mit rund 7000 Studierenden die größte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Sachsen. Die Angewandte Informatik ist einer von vier Forschungsschwerpunkten. Mathematiker und Informatiker entwickeln unter anderem effiziente Algorithmen für praktikable Lösungen in den Bereichen Big Data, Bioinformatik und Digitale Forensik. In den Forschungsgebieten IT-Forensik und IT-Sicherheit hat sich die Hochschule in den vergangenen Jahren einen hervorragenden Ruf aufgebaut und ihr Forschungsprofil geschärft. Von der Kompetenz in der Forschung profitieren Studiengänge wie der bundesweit einmalige Bachelorstudiengang „Allgemeine und Digitale Forensik“, der berufsbegleitende Fernstudiengang „IT-Forensik/Cybercrime“ und der Masterstudiengang „Cybercrime/Cybersecurity“ sowie Weiterbildungsangebote im Bereich Cybersicherheit für staatliche und privatwirtschaftliche Organisationen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. rer. pol.
    Dirk Pawlaszczyk
    Tel. +49 3727 58-1218
    dirk.pawlaszcyk@hs-mittweida.de


    Weitere Informationen:

    https://formobile-project.eu/ Englischsprachige Projekt-Website


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Informationstechnik, Recht
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


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