Uniklinika Jena und Leipzig kooperieren beim weltweit erstmaligen Einsatz einer neuen Leukämietherapie

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
04.09.2019 11:03

Uniklinika Jena und Leipzig kooperieren beim weltweit erstmaligen Einsatz einer neuen Leukämietherapie

Dr. Uta von der Gönna Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Jena

    Erster Patient in neuer Studie der in Jena koordinierten CML-Allianz wird am Uniklinikum Leipzig betreut/Studienziel: Zurückdrängung der Leukämie und Therapiefreiheit

    Die enge Vernetzung der Tumorzentren an den Uniklinika in Leipzig und Jena ermöglichte den weltweit erstmaligen Einsatz des neuen Wirkstoffs in Kombination mit der Standardtherapie als erste Behandlungsoption bei der chronischen myeloischen Leukämie, kurz CML. Als erster Teilnehmer ist jetzt ein 26-jähriger Patient mit neudiagnostizierter CML am Universitätsklinikum Leipzig in eine neue Studie aufgenommen worden. Sie wird von der CML-Studiengruppe am Universitätsklinikum Jena koordiniert. „Unsere Studiengruppe initiiert klinische Studien zum Test neuer Wirkstoffe und neuer Therapiekonzepte, in denen spezialisierte hämatologische Zentren kooperieren“, so Prof. Dr. Andreas Hochhaus, Leiter der Studiengruppe und des Jenaer Tumorzentrums.

    Die jetzt gestartete Fascination-Studie untersucht den Einsatz des neuen Novartis-Wirkstoffs Asciminib in Kombination mit den Standardtherapien. Zuvor war der Wirkstoff nur nach dem Versagen bereits etablierter Therapien eingesetzt worden. "Durch die Kooperation im Rahmen innovativer klinischer Studien können wir unseren Patienten international führende Therapiekonzepte anbieten", sagt Prof. Dr. Uwe Platzbecker, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hämatologie und Zelltherapie, Internistische Onkologie, Hämostaseologie am Universitätsklinikum Leipzig.

    Die Therapie CML, der zweithäufigsten Form chronischer Leukämien, hat in den letzten zwanzig Jahren gewaltige Fortschritte gemacht. Bei dieser durch eine genetische Störung verursachten Erkrankung des blutbildenden Systems kommt es zu einer starken Vermehrung der weißen Blutkörperchen. Dank neuer Wirkstoffe, die die Aktivität des krebsauslösenden Gens hemmen, beträgt die Überlebensrate nach zehn Jahren heute 83%. Mitunter kann die Erkrankung bis an die Nachweisgrenze zurückgedrängt werden, Patienten in dieser sogenannten tiefen Remission können die Medikamente im Verlauf sogar absetzen.

    "Wir erwarten unter der neuen Kombinationstherapie bisher nicht erreichte Raten tiefer molekularer Remissionen", so PD Dr. Thomas Ernst, der Studienleiter am Jenaer Uniklinikum, „wir wollen den Anteil der Patienten erhöhen, die die CML überwinden und dann ohne Dauertherapie leben können.“ Insgesamt sollen 125 Patienten an der Studie teilnehmen, die auf gut drei Jahre angelegt ist. Studienzentren an über zwanzig Standorten in Deutschland haben ihre Beteiligung signalisiert. "Die Zusammenarbeit zwischen Universitätsklinika, Krankenhäusern und Kollegen in niedergelassener Praxis ermöglicht den raschen Zugang zu neuen Therapien für alle Patienten, unabhängig vom Wohnort", schlussfolgert Prof. Hochhaus.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Kontakt:
    Prof. Dr. Andreas Hochhaus
    UniversitätsTumorCentrum, Universitätsklinikum Jena
    Tel.: +49 3641 9-324201, E-Mail: Andreas.Hochhaus@med.uni-jena.de


    Weitere Informationen:

    https://www.uniklinikum-jena.de/cml/cml_allianz_studieninformation.html Studienübersicht der CML-Allianz


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Kooperationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay