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05.09.2019 17:28

Herzklappen-Erkrankungen: Wer ist gefährdet und welche Therapieverfahren gibt es heute?

Michael Wichert Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

    Ursachen, Symptome und Therapieverfahren für Herzklappen-Erkrankungen erläutert neuer Herzstiftungs-Ratgeber

    Über 98.000 vollstationäre Aufnahmen wegen Herzklappen-Erkrankungen verzeichnen Deutschlands Kliniken pro Jahr, über 17.200 Menschen sterben an Herzklappen-Erkrankungen (Deutscher Herzbericht 2018). Allein 13% der über 75-Jährigen haben eine mäßige oder schwere Herzklappen-Erkrankung. „Ein Herzklappenfehler muss rechtzeitig behandelt werden, noch bevor er einen irreversiblen Schaden des Herzmuskels verursacht. Leistungseinbußen und Luftnot bis hin zur Herzschwäche oder im schlimmsten Fall plötzlicher Herztod sind die Folgen“, warnt der Herzspezialist Prof. Dr. med. Alexander Lauten vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Befragungen zeigen, dass die Aufmerksamkeit der Bevölkerung für Klappenerkrankungen gegenüber anderen Leiden wie Krebs sehr gering ist. „Umso wichtiger ist die Aufklärung über Klappenerkrankungen und darüber, mit welchen Symptomen sie sich bemerkbar machen“, betont der Leitende Oberarzt der Medizinischen Klinik für Kardiologie an der Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin. Wichtige Ursachen für Herzklappenfehler sind insbesondere Altersveränderungen (Verkalkung), eine Vergrößerung und Erweiterung der Herzkammern oder der Hauptschlagader sowie angeborene Klappenfehler. Um Betroffene vor der Gefahr einer unentdeckten Herzklappenerkrankung besser zu schützen, bietet die Herzstiftung mit dem neuen Experten-Ratgeber „Herzklappenerkrankungen: Verfahren, Symptome, Diagnosen und aktuelle Therapien“ kostenfrei leicht verständliche Informationen zu den Warnzeichen von Klappenerkrankungen sowie zu aktuellen Diagnose- und Therapieverfahren an. Der Band kann per Tel. unter 069 955128400 oder online unter www.herzstiftung.de/Herzklappenerkrankung-Sonderband.html bestellt werden.

    Operation oder Kathetereingriff?
    Die Behandlung von Herzklappen-Erkrankungen hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Herzchirurgische und kathetergestützte Eingriffe stehen je nach betroffener Herzklappe und Art des Klappendefektes (Klappenverengung oder -undichtigkeit) zur Verfügung. Allein Defekte an der Aortenklappe wurden 2017 (isoliert) mit über 19.700 kathetergestützten Eingriffen und über 9.000 Aortenklappen-Operationen behandelt (Deutscher Herzbericht 2018). Der Ratgeber liefert verlässliche Informationen zu Fragen, die Betroffene häufig vor einem Eingriff beschäftigen und die auch den Herzspezialisten der Sprechstunde der Herzstiftung gestellt werden: Wie lange dauert der Eingriff? Wann operativ, wann kathetergestützt? Wann ist ein biologischer, wann ein mechanischer Herzklappenersatz notwendig: ein nach wie vor aktuelles Thema für Patienten, bei denen eine Rekonstruktion der Herzklappe nicht infrage kommt. Wie geht es nach dem Eingriff weiter: wann darf ich wieder Sport machen? Wie lange ist die Reha nach einem chirurgischen Klappeneingriff, wann darf man nach TAVI- oder MitraClip-Eingriff das Krankenhaus wieder verlassen?

    Herzklappen-Erkrankung: An welchen Symptomen bemerkt man sie?
    Herzklappenfehler machen sich je nach Schwere der Herzklappenerkrankung und Art der betroffenen Klappe unterschiedlich bemerkbar, z. B. als Klappenstenose infolge von Verengungen an der Klappe oder als Klappeninsuffizienz durch Undichtigkeiten. „Bei der Aortenklappen-Verengung ist das Auftreten von Angina pectoris-Beschwerden – Schmerzen oder ein unangenehmes Engegefühl im Brustkorb –, von Schwindel oder Ohnmachtsanfällen bis hin zur Bewusstlosigkeit ein Zeichen, dass jetzt operiert werden muss“, warnt Prof. Lauten. Sind die Klappen des rechten Herzens erkrankt, kommt es etwa zu Wasseransammlungen in den Beinen (Ödeme) und Blauwerden z. B. der Lippen (Zyanose). Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gewichtszunahme, aber auch Gewichtsabnahme können ebenfalls Anzeichen einer Klappenerkrankung im rechten Herzen sein. Erkranken können im linken Herzen die Mitral- oder Aortenklappe, im rechten Herzen die Trikuspidal- oder Pulmonalklappe.

    Tipp: Den Experten-Ratgeber „Herzklappenerkrankungen: Verfahren, Symptome, Diagnosen und aktuelle Therapien“ (48 Seiten) der Herzstiftung können Betroffene unter www.herzstiftung.de/Herzklappenerkrankung-Sonderband oder per Tel. unter 069 955128400 kostenfrei bestellen.

    29/2019
    Deutsche Herzstiftung e.V.
    Pressestelle:
    Michael Wichert/Pierre König
    Tel. 069 955128-114/-140
    E-Mail: presse@herzstiftung.de
    www.herzstiftung.de


    Originalpublikation:

    Deutsche Herzstiftung (Hg.), Herzklappenerkrankungen: Verfahren, Symptome, Diagnosen und aktuelle Therapien, Frankfurt am Main 2019.


    Weitere Informationen:

    http://www.herzstiftung.de/Herzklappenerkrankung-Sonderband
    http://www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/herzklappen-ratgeber.jpg
    http://www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/herz-klappen-illustration.jpg
    https://www.youtube.com/watch?v=CGXn0qwogbE – Herzklappen-Ersatz: biologisch oder mechanisch?
    https://www.youtube.com/watch?v=5RPx187H6bA – Herzklappenfehler: Welche sind die häufigsten Ursachen?


    Anhang
    attachment icon DHS_PM_Herzklappenfehler-Prof-Alexander-Lauten_2019-09

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    Der Herzstiftungs-Ratgeber Herzklappenerkrankungen: Verfahren, Symptome, Diagnosen und aktuelle Therapien“


    Zum Download

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    Prof. Dr. med. Alexander Lauten, Kardiologe, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin.


    Zum Download

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