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27.10.1998 00:00

Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau

Dorothea Carr Dezernat 8 - Hochschulkommunikation
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

    47. Seminar des Arbeitskreises in Bonn am 30. und 31. Oktober 1998

    Das 47. Seminar des Arbeitskreises "Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau" findet am 30. und 31. Oktober 1998 im Hotel Maritim in Bonn statt. Es wird seit 21 Jahren vom gleichnamigen Arbeitskreis als Fortbildungsveranstaltung für Kollegen in Klinik und Praxis veranstaltet. In diesem Jahr wird es von Prof. Dr. med. Stefan C. Müller, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie in Bonn, ausgerichtet.

    Neben Fragen zur Meßtechnik widmet sich ein Themenkomplex neurogenen Blasenfunktionsstörungen. Als Ursachen kommen Unfallfolgen (Querschnittslähmung !),infektiöse Erkrankungen, angeborene und altersbedingte Prozesse sowie neurologische oder internistische Systemerkrankungen in Frage. Eine ausgeglichene Blasenfunktion setzt eine gut koordinierte Zusammenarbeit aller zuständigen Nervensysteme und Muskelgruppen voraus. Bei neurogenen Störungen ist diese Funktionskette unterbrochen und abhängig vom Ausmaß der neurologischen Störung kommt es zu Speicher- bzw. Entleerungsstörungen des Harntrakts. Hauptsymptome sind häufig rezidivierende Harnwegsinfekte, Restharnbildung und letztendlich die Harninkontinenz. Ziel einer entsprechenden Behandlung muß es sein, mögliche Sekundärschäden des gesamten Harntraktes zu verhindern und die Beeinträchtigung der Blasenfunktion soweit wie möglich zu minimieren, um Lebenserwartung und Lebensqualität zu erhalten.

    Auch bei urologischen Problemen der Frau - einem weiteren Kernthema dieses Seminars - steht die Harninkontinenz als Leitsymptom oft im Vordergrund. Harninkontinenz ist im Zeitalter steigender Lebenserwartung ein gesundheits- und sozialpolitisches Problem, dem sich Politiker, Mediziner und speziell Urologen in zunehmendem Maße stellen müssen. Bereits heute leben in Deutschland etwa 12 Millionen Menschen im Alter von über 65 Jahren. 6 Millionen sind 75 Jahre und älter, mehr als 1 Million ist bereits älter als 85 Jahre. Davon ist 1/3 inkontinent während in der Altersgruppe zwischen 5 und 64 Jahren dieser Prozentsatz bei 0.2 % liegt! Nur eine geeignete Diagnostik kann die verschiedensten Ursachen der Harninkontinenz feststellen und die zur Verfügung stehenden medikamentösen und auch operativen Therapiemöglichkeiten gezielt zum Einsatz bringen.

    Die "Reizblase" der Frau läßt sich oft auf Infektionen im Blasenbereich zurückführen und normalerweise mit Antibiotika erfolgreich behandeln. Die sogenannte interstitielle Zystitis hingegen ist eine chronische Entzündung der Blasenwand, die nicht durch Bakterien verursacht . Anerkannte Experten aus den USA und der Schweiz werden sich mit dem Problem der chronisch schmerzhaften Blase der Frau auseinandersetzen und die neuesten Erkenntnisse auf diesem Gebiet präsentieren.

    Die Abschwächung des Harnstrahls, häufiger Harndrang - auch nachts, sowie das Gefühl die Blase nie richtig leer zu bekommen sind typische Symptome der zunehmenden Prostatavergrößerung im Alter (benigne Prostatahyperplasie). Die Symptomatik korreliert jedoch nicht immer mit der Größe der Prostata und in manchen Fällen ist sie auch nicht die Ursache der Probleme. Würde man in solchen Fällen operieren, wäre ein Mißerfolg vorprogrammiert. Auch hier kann nur eine exakte Diagnostik zur richtigen Behandlung führen. Aufgabe des be-handelnden Urologen muß es sein, die vielen zur Verfügung stehenden Medikamente zielgerichtet individuell einzusetzen. Auf der anderen Seite darf der behandelnde Urologe den Zeitpunkt nicht verpassen, wann eine Operation unumgänglich wird. Die endoskopische, minimal invasive Technik der transurethralen Resektion ist seit Jahren Standard zur Behandlung des Prostataadenoms. Es gibt aber heute auch vielversprechende Alternativen.

    An der Urologischen Univ.-Klinik Bonn gibt es Spezialsprechstunden, die sich mit Funktionsstörungen des unteren Harntraktes befassen und neben einer hochspezialisierten urodynamischen Diagnostik stehen alle Behandlungsverfahren zur Verfügung, um selektiv Nervenfunktionen zu beeinflussen. Durch Implantation sogenannter "Blasenschrittmacher" an Nervenwurzeln des Rückenmarks, die die Blase und den unteren Harntrakt versorgen, lassen sich so auch schwer gestörte Funktionen wieder bessern.

    Dieses Seminar, welches traditionsgemäß zweimal pro Jahr an verschiedenen Orten in der Bundesrepublik abgehalten wird, informiert über den aktuellen Stand der angesprochenen Themen.

    Rückfragen bitte unter Tel. 0228/287 4180 /81 oder Fax: 0228/287 4185 oder e-mail: muellsc@mailer.meb.uni-bonn.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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