idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
10.09.2019 09:30

Umweltforschung der TU Bergakademie Freiberg schützt Regenwald des Amazonas

Luisa Rischer Pressestelle
Technische Universität Bergakademie Freiberg

    Die Feuerkatastrophe im Amazonasgebiet bedroht die „grüne Lunge“ unserer Erde. Die Wiederaufforstung könnte Jahre dauern. Bereits seit 2016 beschäftigen sich Geoökologen und Geökologinnen der TU Bergakademie Freiberg im Rahmen des Deutsch-Brasilianischen Forschungsprojekts „EcoRespira-Amazon“ mit der Landnutzung und dem Erhalt der Natur im Regenwald. Was die Technische Universität Bergakademie Freiberg dazu beitragen kann, erklärt der Prof. Jörg Matschullat: „Sicher ist, dass es bereits jetzt messbare Auswirkungen der Waldverluste im Amazonasgebiet gibt. Dies drückt sich in erhöhten Durchschnittstemperaturen, in vermindertem Jahresniederschlag, in stärkeren Extremwetterereignissen“.

    „Es ist es wichtig zu verstehen, dass dieses große Biom auch eines der so genannten Kippelemente im Klimasystem unseres Planeten ist. Wir wissen, dass sich sein Zustand sehr schnell radikal verändern kann – doch wir wissen nicht, ab welchem Waldflächenverlust dies der Fall sein wird", so Prof. Matschullat.

    Erste Ergebnisse des Projekts zeigen, dass sich Bodenchemie und -physik deutlich verändern, sobald ein Wald gerodet wird. Entwaldete Flächen sind zudem viel empfindlicher gegenüber Trockenheit. „Ein Großteil der heutigen Nachnutzungspraxis ist nicht nachhaltig und wird das System mittel- bis langfristig zum Zusammenbruch führen. Auch die Bodenatmung unterscheidet sich radikal zwischen Wald- und Nachwaldflächen. Übertragen auf einen Menschen zeigen Waldflächen eine gesunde tiefe Atmung. Die Nachnutzungsflächen dagegen zeichnen sich durch eine sehr flache Atmung aus – ein klares Signal veränderter mikrobieller Lebensgemeinschaften und geringerer Widerstandskraft“, so Prof. Matschullat.

    Ein Teufelskreis, denn ohne die Rodung gäbe es weder großflächige Weidewirtschaft noch den Anbau von Mais oder Soja, Hirse oder anderer Produkte im Amazonasgebiet. Die indigene Landwirtschaft, die seit Jahrtausenden in diesem Raum erfolgreich existiert, funktioniert dagegen nachhaltig – allerdings ist sie kein geeignetes Mittel, um die Mengen an landwirtschaftlichen Produkten zu liefern, die wir in Europa, Nordamerika stetig nutzen. Es erfordert also ein globales Umdenken und Wiederaufforstungskonzepte. Denn während ein Baum in wenigen Minuten gefällt ist und eine große Waldfläche in einigen Tagen, dauert es viele Jahre bis Jahrzehnte, um einen durch nicht angepasste Landwirtschaft ausgebluteten Boden wieder fruchtbar und ergiebig zu machen.

    Bei ihrem nächsten Exkursion in das Amazonasgebiet wollen Prof. Matschullat und sein Team Flächen untersuchen, die regelmäßig unter Wasser stehen – immerhin macht das bis zu 25 Prozent der Fläche des Amazonasregenwaldes aus. Dafür entwickelt die TU Bergakademie Freiberg gemeinsam mit den Instituten für Sensortechnik, für Informatik und Robotik sowie für Hydrogeologie und für Thermodynamik ganz neue Messtechnik, von der sich die Forscher/innen vollkommen neue Möglichkeiten versprechen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Jörg Matschullat, Tel.: +49 3731 39 -3399, E-Mail: Joerg.Matschullat@ioez.tu-freiberg.de


    Weitere Informationen:

    https://blogs.hrz.tu-freiberg.de/ecorespira/ (Projektwebseite)
    https://video.tu-freiberg.de/audio/-zwischengefunkt-Folge-4-Klimaforschung-im-Am... (Podcast-Folge der TU Bergakademie Freiberg zum Projekt)


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Geowissenschaften, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Kooperationen
    Deutsch


    Forest view, 42-m visitor tower, Botanical Garden.


    Zum Download

    x

    Illegal logging


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay