EU-Twinning-Projekt: Den Tumor magnetisch zerstören

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
14.10.2019 15:58

EU-Twinning-Projekt: Den Tumor magnetisch zerstören

Birte Vierjahn Ressort Presse - Stabsstelle des Rektorats
Universität Duisburg-Essen

    Es geht um die gezielte Vernichtung von Krebszellen mit magnetischen Nanopartikeln. Doch gleichzeitig ist „MaNaCa“ ein Mentorenprogramm für die Akademie der Wissenschaften in Armenien: Das Projekt auf zwei Ebenen, an dem Physiker vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) maßgeblich beteiligt sind, wird von der Europäischen Union mit 800.000 € gefördert.

    Twinning, zu Deutsch etwa „Zwillingsbildung“ ist der Fachbegriff für die Hilfe der EU zur Weiterentwicklung technologischer und wissenschaftlicher Expertise in nicht-europäischen Partnerländern: Eine bestimmte Fachrichtung oder Institution der entsprechenden Nation wird unterstützt, indem sie von mindestens zwei international führenden europäischen Forschungseinrichtungen angeleitet wird.

    Das Projekt „MaNaCa – Magnetic Nanohybrids for Cancer Therapy” soll das wissenschaftliche Potenzial des Instituts für physikalische Forschung der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Armenien verbessern. Erfahrene Projektpartner sind die UDE, die Aristoteles University of Thessaloniki in Griechenland und ein Beratungsunternehmen aus Luxemburg.

    Auf wissenschaftlicher Seite wird sich MaNaCa drei Jahre lang auf die Anwendung magnetischer Partikel in der Krebstherapie konzentrieren. Zwei therapeutische Varianten stehen dabei im Fokus: Bei der Hyperthermie werden die Partikel gezielt in Tumorgewebe eingebracht. Anschließend versetzt man ihr inneres Magnetfeld durch ein äußeres Magnetfeld in schnelle Schwingungen. Dadurch überhitzen und töten sie die kranken Zellen in ihrer Umgebung; gesundes Gewebe bleibt unbeschädigt. Eine Alternative ist der magnetisch-mechanisch verursachte Zelltod. Hierbei sitzen die magnetischen Nanopartikel direkt an der Membran der Tumorzelle. Schon winzige mechanische Schwingungen im atomaren Maßstab reichen dann aus, um die betroffenen Krebszellen zu zerstören. Beide Techniken funktionieren ohne Operation.

    „Die magnetbasierten Behandlungen sind im Labor heute schon echte Alternativen zur Bestrahlung und Chemotherapie“, erklärt Physiker Prof. Michael Farle, einer der beteiligten UDE-Wissenschaftler. „Dennoch wollen wir eine noch gezieltere Therapie ermöglichen, indem wir die Überhitzung auf die individuelle Tumorzelle oder sogar einen verwundbaren Punkt in ihrem Stoffwechsel begrenzen.“

    Das Projekt ist gerade gestartet und endet im September 2022.

    Redaktion: Birte Vierjahn, Tel. 0203/37 9-2427, birte.vierjahn@uni-due.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Michael Farle, Experimentalphysik, Tel. 0203/37 9-2075, michael.farle@uni-due.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Medizin, Physik / Astronomie
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay