Verletzungen des Sprunggelenks immer ärztlich abklären lassen

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
16.10.2019 14:43

Verletzungen des Sprunggelenks immer ärztlich abklären lassen

Anne-Katrin Döbler, Dr. Adelheid Liebendörfer, Christina Seddig, Heinke Schöffmann - Pressestelle DKOU 2019 (Thieme-PR) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V.

    Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) vom 22. bis 25. Oktober 2019 in Berlin, Messegelände Süd

    Folgeschäden wie Arthrose vermeiden

    Umknicken, Stolpern, Stürzen: Verletzungen des Sprunggelenks gehören zu den häufigsten am Bewegungsapparat. Was nicht jeder weiß: Werden sie nicht oder unzureichend behandelt, können sie schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Dazu gehören etwa eine dauerhafte Instabilität des Gelenks mit häufigem Umknicken sowie eine schmerzhafte Arthrose, die schlimmstenfalls bereits in jungen Jahren auftritt. Deshalb sollte jede Sprunggelenkverletzung von Orthopäden und Unfallchirurgen abgeklärt und leitliniengerecht versorgt werden.

    Dies beinhaltet auch Maßnahmen, um erneute Verletzungen zu vermeiden, etwa das Tragen von Hilfsmitteln wie Einlagen, Tapes und Orthesen, oder das Training der Koordinationsfähigkeit und Balance. Warum Verletzungen des Sprunggelenks so häufig sind, wie man ihnen vorbeugen kann sowie neueste Erkenntnisse zu ihrer Behandlung sind Themen auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2019) und Gegenstand einer Kongress-Pressekonferenz am Mittwoch, dem 23. Oktober 2019 in Berlin.

    Das Sprunggelenk ist essentiell für alle Lauf- und Sprungbewegungen. Gleichzeitig ist es besonders verletzungsgefährdet: „Bereits wenige Grad Abweichung von der normalen Gelenkstellung können ausreichen, um eine Verletzung auszulösen. Risikosituationen sind insbesondere Sprunglandungen, schnelle Richtungswechsel und das Laufen auf unebenem Gelände“, sagt Professor Dr. med. Benita Kuni, Fachärztin für Orthopädie und Unfall-chirurgie am Ortho-Zentrum Karlsruhe. So berichten in Umfragen 70 Prozent der Allgemeinbevölkerung, im Laufe ihres Lebens mindestens eine Sprunggelenkverletzung erlitten zu haben. In der Mehrzahl kommt es hier durch das typische Umknick-Trauma zu einer Zerrung. Brüche des oberen Sprunggelenks sind bei Erwachsenen die häufigsten Frakturen am Unterschenkel.

    „Jede Verletzung des Sprunggelenks gehört in kompetente fachärztliche Hände“, betont die Expertin. „Das Ausmaß der Verletzung sollte immer minutiös untersucht werden.“ Je nach Schweregrad können auch Röntgen und weitere bildgebende Verfahren nötig werden. Der Sprunggelenkkomplex sollte zur Ausheilung einer Kapsel-Bandverletzung ausreichend lange mit einer geschnürten Orthese stabilisiert werden. Nach einer Fraktur, aber auch bei einer weiterbestehenden Gelenkinstabilität, besteht das Risiko, einen vorauseilenden, also frühzeitigen Gelenkverschleiß zu entwickeln. Zu den ersten Symptomen gehören Beschwerden, etwa beim Treppensteigen oder beim Gehen auf unebenem Grund.

    Auch wenn es nicht immer möglich ist, das Gelenk vollständig und anatomisch korrekt wiederherzustellen, sollte doch alles getan werden, um Folgeschäden möglichst gering zu halten. Dazu gehört auch, die Risikofaktoren für eine Verletzungsanfälligkeit des Sprunggelenks zu minimieren: Übergewicht abbauen, neuromuskuläres Training sowie die Korrektur von Gelenkfehlstellungen und Instabilitäten durch Einlagen, Orthesen, Eigenübungen und Physiotherapie. „Dabei sollten, soweit möglich, zunächst immer alle konservativen Möglichkeiten der Therapie ausgeschöpft werden“, sagt Dr. med. Thomas Möller, DKOU-Kongresspräsident des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) aus Speyer.

    „Eine enge Vernetzung zwischen den Notfallambulanzen, den Hausärzten und den niedergelassenen Fachärzten für Orthopädie und Unfallchirurgie ist wesentlich, um sowohl die umfassende Erstversorgung als auch eine angemessene Anschlussbehandlung sicherzustellen“, resümiert Kuni. „Die Überprüfung des Heilungsverlaufs und der Akzeptanz einer Hilfsmittelversorgung sollte engmaschig erfolgen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.“

    Warum Verletzungen des Sprunggelenks keine Bagatelle sind und welche Präventions- und Behandlungsmaßnahmen sich für wen am besten eignen, darüber informieren Experten auf der Kongress-Pressekonferenz am Mittwoch, dem 23. Oktober 2019 in Berlin.

    Der DKOU 2019 findet vom 22. bis 25. Oktober 2019 auf dem Messegelände Süd in Berlin statt. Die Anmeldung ist im Internet unter https://dkou.org/registrierung/ möglich. Unter http://dkou.org/webcasts können Interessenten alle Vorträge aus dem Festsaal außerdem live verfolgen. Nähere Informationen sind bei Intercongress GmbH, Friedrichstraße 6, 65185 Wiesbaden, Tel. 0611 977-160, dkou@intercongress.de erhältlich. Journalisten akkreditieren sich über liebendoerfer@medizinkommunikation.org.

    Quellen:

    S2e-Leitlinie 012/003: Sprunggelenkfraktur
    https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/012-003l_S2e_Sprunggelenkfraktur_20...

    Leitlinie Frische Außenbandruptur am Oberen Sprunggelenk
    https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/012-022.html

    DGUV Broschüre Stolperstürze:
    https://www.dguv.de/de/mediencenter/pm/pressearchiv/2017/quartal_1/details_1_141...

    Delahunt E, et al.: Clinical assessment of acute lateral ankle sprain injuries (ROAST): 2019 consensus statement and recommendations of the International Ankle Consortium. Br J Sports Med. 2018 Oct;52(20):1304-1310. doi: 10.1136/bjsports-2017-098885. Epub 2018 Jun 9.

    Gribble PA, et al.: 2016 consensus statement of the International Ankle Consortium: prevalence, impact and long-term consequences of lateral ankle sprains. Br J Sports Med. 2016 Dec;50(24):1493-1495. doi: 10.1136/bjsports-2016-096188. Epub 2016 Jun 3.

    Leumann A, Valderrabano V, Pagenstert G: Akute Instabilität des oberen Sprunggelenks. In: Ruchholtz S, Wirtz D, Hrsg. Orthopädie und Unfallchirurgie essentials. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2019. doi:10.1055/b-006-160191.

    Zettl R: Frakturen des Sprunggelenks. In: Ruchholtz S, Wirtz D, Hrsg. Orthopädie und Unfallchirurgie essentials. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2019. doi:10.1055/b-006-160191.

    ******Abdruck erwünscht – Beleg erbeten******

    Terminhinweise:

    Thema Sprunggelenk auf dem DKOU 2019:

    Häufige Verletzungen rund ums Sprunggelenk - wann und wie behandeln (Sitzung BS29)
    Termin: Donnerstag, 24. Oktober 2019, 11:00 bis 12:30 Uhr
    Ort: Raum Budapest 1
    *****************************************************************

    Kongress-Pressekonferenzen:
    Dienstag, 22.10.2019, 11 bis 12 Uhr
    und
    Mittwoch, 23. Oktober 2019, 11 bis 12 Uhr
    Ort: Messegelände Süd in Berlin, Eingang Süd, Halle 6.3, Raum 411

    Kongress-Pressekonferenz zum DKOU 2019
    Ist eine gute Versorgung in O&U morgen noch sicher?

    Termin: Dienstag, 22. Oktober 2019, 11.00 bis 12.00 Uhr
    Ort: Messe Berlin, Eingang Süd, Halle 6.3, Raum 411

    Vorläufige Themen und Referenten:

    O&U in Zeiten von Kostendruck, Bürokratie und Arbeitsüberlastung: Wie können wir die Ärzte von morgen noch ausbilden?
    Professor Dr. med. Paul Alfred Grützner
    Kongresspräsident DKOU 2019, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) sowie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Ärztlicher Direktor der BG Klinik Ludwigshafen und Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie.

    Wie gut können wir Weiterbildung erbringen, wenn sie nicht bezahlt wird?
    Professor Dr. med. Carsten Perka
    Kongresspräsident DKOU 2019, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Ärztlicher Direktor des Centrums für Muskuloskeletale Chirurgie an der Charité Berlin

    Was konservative Medizin in O&U heute leisten kann und was wir dafür tun müssen, damit bestehendes Wissen nicht verloren geht.
    Dr. med. Thomas Möller
    Kongresspräsident DKOU 2019 des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU), niedergelassener Orthopäde und Unfallchirurg am Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie in Speyer

    Mehr Ärzte denn je: Wieso haben wir trotzdem einen Ärztemangel?
    Professor Dr. med. Bernd Kladny
    Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Chefarzt der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie an der Fachklinik Herzogenaurach

    Zwischen Arbeitszeitverdichtung und dem Wunsch nach Work-Life-Balance: Was brauchen junge Ärztinnen und Ärzte in O&U?
    Dr. med. Anna-Katharina Doepfer
    Ehemalige stellvertretende Leiterin des Jungen Forums O&U, Fachärztin für Orthopädie & Unfallchirurgie und Kinderorthopädie, Praxisinhaberin OrthoGroup, Hamburg

    Neue Wege in der Weiterbildung: Flugsimulator für Chirurgen – Sicherheit für den Patienten
    Dr. med. Matthias Münzberg
    Leiter des Bildungsausschusses der DGU
    Leiter Bereich Medizin BG Kliniken Ludwigshafen und Tübingen gGmbH
    Leiter Centrum für interdisziplinäre Rettungs- und Notfallmedizin (CiRN)

    Moderation: Pressestelle DKOU 2019, Stuttgart

    Kongress-Pressekonferenz zum DKOU 2019
    Notfallbehandlung in Not

    Termin: Mittwoch, 23. Oktober 2019, 11.00 bis 12.00 Uhr
    Ort: Messe Berlin, Eingang Süd, Halle 6.3, Raum 411

    Vorläufige Themen und Referenten:

    Endlose Wartezeiten, überlastete Ärzte, Doppelbehandlungen - Die Crux mit den Notfällen: Konzepte für eine bessere Versorgung
    Professor Dr. med. Paul Alfred Grützner
    Kongresspräsident DKOU 2019, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) sowie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Ärztlicher Direktor der BG Klinik Ludwigshafen und Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie

    Ausfall geplanter OPs, höhere Behandlungskosten, Ärztefrust: Wie die aktuelle Notfallsituation Kliniken und reguläre Patienten benachteiligt
    Professor Dr. med. Carsten Perka
    Kongresspräsident DKOU 2019, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Ärztlicher Direktor des Centrums für Muskuloskeletale Chirurgie an der Charité Berlin

    Wenn der Notfall kein Notfall ist – Mit welchen Beschwerden kommen Menschen in die Notaufnahme und welche Rolle sollten Ärzte für O&U bei der Versorgung spielen?
    Dr. med. Johannes Flechtenmacher
    Präsident des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU), Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Osteologie, Chirotherapie, Physikalische Therapie, Rehabilitationswesen; Ortho-Zentrum Karlsruhe

    Sprunggelenkverletzungen – Warum sind sie so häufig? Wie werden sie optimal behandelt und sind sie vermeidbar?
    Professor Dr. med. Benita Kuni
    Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie, Durchgangsärztin, Ortho-Zentrum Karlsruhe

    Moderation: Pressestelle DKOU 2019, Stuttgart

    *****************************************************************

    Patiententag im Rahmen des DKOU 2019
    Donnerstag, 24. Oktober 2019, 18.00 bis 20.30 Uhr
    Ort: Berlin Messe Süd, Großer Saal
    Information und Anmeldung: Daniela Beyer, Tel. 32 290 29 23, beyer@rheuma-liga-berlin.de

    Pressekontakt/Akkreditierung:
    Pressestelle DKOU 2019
    Anne-Katrin Döbler, Dr. Adelheid Liebendörfer, Christina Seddig, Heinke Schöffmann
    Postfach 20 11 30; 70451 Stuttgart
    Tel.: 0711 8931-173; Fax: 0711 8931-167
    E-Mail: schoeffmann@medizinkommunikation.org
    www.dkou2019.org
    #DKOU19 und #DKOU2019

    ***********************************************************

    Falls Sie keine Informationen zur Tagung DKOU 2019 mehr wünschen, senden Sie bitte eine E-Mail an: schoeffmann@medizinkommunikation.org.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Pressetermine
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay