Kirschanbau: problematischen Kupferpräparaten Paroli bieten

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17.10.2019 10:00

Kirschanbau: problematischen Kupferpräparaten Paroli bieten

Jessica Bode Pressestelle
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

    Humboldt-Uni erprobt natürlichen Pflanzeninhaltsstoff
    Auxin als Schutz gegen Bakterienbrand – DBU fördert

    Berlin. Süßkirschen sind beliebt, fruchtig, aromatisch und gesund.
    Um eine ertragreiche Ernte sicherzustellen und Bakterienbrand zu
    verhindern, behandeln Obstbauern insbesondere im Ökolandbau
    ihre Kirschbäume oft mit Kupferpräparaten. Unbehandelt führt
    diese Krankheit zu massiven Schäden an Blättern und Früchten.
    „Kupferpräparate sind aber eine große Belastung für die
    Ökosysteme. Als Schwermetall ist Kupfer giftig und beeinträchtigt
    Nährstoffkreisläufe – die Vielfalt der Arten wird so gefährdet“, so
    Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung
    Umwelt (DBU). In einem Projekt der Humboldt-Universität zu Berlin
    soll nun der natürliche Pflanzeninhaltsstoff Auxin als Alternative zu
    den schädlichen Kupferpräparaten erprobt und etabliert werden.
    Bonde: „Auxin kann für die ökologische Landwirtschaft eine völlig
    neue umweltverträgliche Alternative als Pflanzenschutzmittel sein.“
    Die DBU fördert das Projekt fachlich und finanziell mit rund 312.000
    Euro.

    Kupfer nachteiliges Pflanzenschutzmittel

    „Kupfer bringt als Pflanzenschutzmittel einige Nachteile mit sich. Es wirkt in
    der Umwelt giftig und reichert sich im Boden an. So werden
    Nährstoffkreisläufe beeinträchtigt, was zu einem Rückgang der Artenvielfalt
    führt. Auch als Pflanzenschutzmittel ist Kupfer nachteilig: Erreger, die
    schon tiefer in die Pflanze eingedrungen sind, können nicht erreicht
    werden“, so Prof. Dr. Christoph-Martin Geilfus, Projektleiter an der
    Humboldt-Universität Berlin. Ein weiteres Problem entstehe bei der
    massiven Nutzung der Präparate. Geilfus: „Einige Bakterienstämme haben
    schon Resistenzen entwickelt, weshalb immer höhere Kupfermengen
    benötigt werden, um noch die gewünschte Wirkung zu erreichen.“

    Auxin kann ein natürlicher Ersatz für Kupferpräparate sein

    Auxine sind Stoffe, die auf natürlichem Wege in der Pflanze produziert
    werden. Werde das im Rahmen des Projektes im Labor hergestellte Auxin
    auf die Pflanzenblätter gesprüht, könne der Einsatz von Kupferpräparaten
    erheblich verringert werden, weil sich die Bakterien nicht mehr vermehren könnten – die Pflanzen blieben gesünder. „So kann eine völlig neuartige umweltverträgliche Alternative zum Kupfer angewendet werden“, sagt Dr. Holger Wurl, DBU-Referent für umweltgerechte Landnutzung und nachwachsende Rohstoffe. Ziel des Projektes sei es, den Einsatz von Auxin erstmals unter Produktionsbedingungen zu erproben. In enger Zusammenarbeit mit Süßkirschenproduzenten soll das Verfahren in einer ersten Projektphase unter kontrollierten Bedingungen im Gewächshaus getestet werden. Danach sollen die Maßnahmen über einen Zeitraum von zwei Jahren auf Feldstandorten erprobt werden.


    Weitere Informationen:

    https://www.dbu.de/2442.html


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


    Kirschbäume sind oft von Bakterienbrand bedroht. Als Alternative zu umweltschädlichen Kupferpräparaten soll dem mit einem natürlichen Pflanzeninhaltsstoff umweltschonend begegnet werden.


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