Istanbul – Stadt der Sultane und Rebellen

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23.10.2019 11:15

Istanbul – Stadt der Sultane und Rebellen

Lena Herzog Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO)
Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin e.V. (GWZ)

    In seinem neuen Buch „Konstantinopel – Istanbul. Stadt der Sultane und Rebellen“ nimmt Dr. Malte Fuhrmann vom Berliner Leibniz-Zentrum Moderner Orient den Leser mit auf eine historische Reise durch Istanbul.

    Istanbul ist bekannt als vielfältige und turbulente Stadt – dort begegnen sich Christentum und Islam, Europa und Asien, aber auch Herrscher und Rebellen, wie 2013 am Gezi-Park. Aber nicht erst seit diesen Protesten und der zunehmend autoritären Herrschaft von Recep Tayyip Erdoğan kann man eigensinnige Menschen sowie rigorose Machtpraktiken am Bosporus finden. Sie manifestieren sich bereits deutlich in der Geschichte der 330 als Konstantinopel neu begründeten Stadt, die Malte Fuhrmann von der Zeit unter Kaiser Justinian über die Eroberung durch Mehmed II. bis zu den Ereignissen der heutigen Zeit beschreibt.

    „Konstantinopel-Istanbul war über anderthalb Jahrtausende die Hauptstadt eines der größten Reiche des euromediterranen Raums und zugleich die bevölkerungsreichste, intellektuell produktivste und reichste Stadt in Europa und dem Nahen Osten. Sie verstand es, über die Zeiten hinweg, sich immer wieder neu zu erfinden und dabei doch sie selbst zu bleiben“, so Fuhrmann. Während die Stadt zuerst durch Konstantin I. und dann durch Mehmed II. jeweils neu begründet wurde und somit eine Stadt der Kaiser und Sultane ist, haben die Bewohner jedoch zu allen Zeiten danach gestrebt, ihren Anteil an den Reichtümern, den Möglichkeiten und den Genüssen der Stadt für sich zu gewinnen.

    So geht es in Fuhrmanns Buch um aufständische Janitscharen und plündernde Kreuzritter, um Hofintrigen und blutig aufgelöste Gewerkschaftsdemonstrationen. Genauso erzählt er von fanatischen Anhängern der antiken Pferderennen, von Nachtschwärmern im 17. Jahrhundert, die nach Weinexzessen in der Gosse nächtigten, von Liebespaaren, die die Gärten des Sultans zum Flirten nutzten, und von der Kunst und Kreativität des Gezi-Protestes. „Dieses Buch spricht für die Bewohner Istanbuls, die die widersprüchliche Geschichte der Stadt, ihre Diversität und ihr erhaltenes Erbe respektieren, gleichzeitig aber nach neuen Ausdrucksformen suchen, um die Gegenwart ihren Wünschen entsprechend zu gestalten“, so der Autor.

    Malte Fuhrmann ist Historiker und forscht am Leibniz-Zentrum Moderner Orient zu „ Developmentality in Südosteuropa: Die Evolution des Entwicklungsdiskurses in Bulgarien und der Türkei in der Verkehrsinfrastrukturdebatte (1908-1989) “. Zwischen 2008 und 2018 war er als wissenschaftlicher Referent am Orient-Institut Istanbul und als Dozent an verschiedenen Istanbuler Universitäten tätig, unter anderem der Türkisch-Deutschen Universität und der Istanbul Bilgi Universität.

    Für Interviews sowohl zur Geschichte Istanbuls als auch zu jüngsten Ereignissen sowie zu Infrastrukturprojekten steht Malte Fuhrmann zur Verfügung. Anfragen bitte an lena.herzog@zmo.de.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Malte Fuhrmann, malte.fuhrmann@zmo.de


    Originalpublikation:

    https://www.fischerverlage.de/buch/malte_fuhrmann_konstantinopel_istanbul/978310...


    Weitere Informationen:

    https://www.zmo.de/Mitarbeiter/Fuhrmann/cv_Fuhrmann.html


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Geschichte / Archäologie
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Buchcover


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