Leopoldina-Vorlesung: Rechtsphilosoph Reinhard Merkel fragt nach Legitimierung der Kriminalstrafe

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29.10.2019 10:00

Leopoldina-Vorlesung: Rechtsphilosoph Reinhard Merkel fragt nach Legitimierung der Kriminalstrafe

Caroline Wichmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

    Kriminalstrafen, das heißt die von einem Gericht bei Gesetzesübertretungen ausgesprochenen Strafen, sind Bestandteil jedes modernen Rechtsstaats. Für den Staat ist es grundlegend, dass er sein Strafsystem auch rechtfertigen kann. In einem Vortrag an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina fragt Prof. em. Dr. Reinhard Merkel, Mitglied der Leopoldina, nach der Legitimierung der modernen Kriminalstrafe.
    Vor dem Vortrag werden die neuen Mitglieder der Klasse IV – Geistes-, Sozial- und Verhaltenswissenschaften an der Leopoldina begrüßt.

    Mittwoch, 6. November 2019
    17.30 Uhr Urkundenübergabe an die neuen Mitglieder
    18.00 Uhr Leopoldina-Vorlesung von Prof. em. Dr. Reinhard Merkel „Rache – Vergeltung – Strafe. Zur Geneaologie eines Grundbegriffs der Rechtslehre“
    Hauptgebäude der Leopoldina, Vortragssaal
    Jägerberg 1, 06108 Halle (Saale)

    In der Leopoldina-Vorlesung erörtert der Strafrechtler und Rechtsphilosoph Reinhard Merkel, wie im heutigen Verfassungsstaat die Kriminalstrafe begründet und gerechtfertigt werden kann. Lässt sich Strafe womöglich auf Rache oder Vergeltung zurückführen? Merkel geht in seinem Vortrag den Zusammenhängen und Unterschieden des modernen Strafbegriffs zu diesen archaischen Handlungsweisen und Konzepten auf den Grund.

    Reinhard Merkel ist emeritierter Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg. Die Leopoldina wählte ihn 2010 zum Mitglied. 2012 wurde er in den Deutschen Ethikrat berufen. In seinen Forschungen fragt er nach den rechtlichen Voraussetzungen und Folgen gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und politischer Entwicklungen. So beschäftigt er sich unter anderem mit Grundlagen der Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen oder mit den ethischen Herausforderungen humanoider Roboter für die Gesellschaft.

    Am Folgetag des Vortrags, am 7. November, veranstaltet die Klasse IV – Geistes-, Sozial- und Verhaltenswissenschaften zudem ein Symposium zum Thema „Cognitive Enhancement“, das ab 13.00 Uhr ebenfalls an der Leopoldina in Halle (Saale) stattfindet. Dabei geht es um Methoden, mit deren Hilfe Menschen ihre mentalen Fähigkeiten über die derzeitigen Grenzen hinaus weiterentwickeln. Einblicke in ihre Forschungsthemen geben hier unter anderem Prof. Dr. Simone Kühn (Berlin), die Wirkungen von Videospielen auf das Gehirn beleuchtet, Dr. Marieke van Vugt (Groningen/Niederlande), die die sogenannte Achtsamkeitsmeditation hinsichtlich kognitiver Leistungssteigerung diskutiert, sowie das Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Bernhard Hommel (Leiden/Niederlande), der im Abendvortrag einen Überblick über die Möglichkeiten kognitiver Selbststeuerung gibt.


    Weitere Informationen:

    http://www.leopoldina.org/veranstaltungen/veranstaltung/event/2700/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Gesellschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Pädagogik / Bildung, Psychologie, Recht
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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