DPG-Präsident Meschede fordert stärkere Sichtbarkeit von Bildung und Forschung in der künftigen EU-Kommission

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08.11.2019 17:30

DPG-Präsident Meschede fordert stärkere Sichtbarkeit von Bildung und Forschung in der künftigen EU-Kommission

Gerhard Samulat Pressekontakt
Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

    Rede zum Tag der DPG am 8. November 2019.

    Bad Honnef, 8. November 2019 – In seiner Rede zur Eröffnung der Festveranstaltung des 40. Tages der DPG betont DPG-Präsident Dieter Meschede noch einmal, wie wichtig es sei, die Themen Bildung und Forschung explizit im Ressortzuschnitt der künftig EU-Kommission zu benennen. Das Ressort der designierten EU-Kommissarin Mariya Gabriel soll wohl lapidar „Innovation und Jugend“ heißen. Das würde der Bedeutung von Bildung und Forschung nicht gerecht. „Bildung und Forschung sind kein folkloristisches Beiwerk!“, sagt DPG-Präsident Meschede in seiner Rede zum Tag der DPG am 8. November 2019 im Physikzentrum Bad Honnef. „Sie sind die zentralen Bausteine für den Meinungsbildungsprozess in unserer Gesellschaft und damit für unsere Demokratie.“

    Die einseitige Konzentration auf den Begriff Innovation überbetont die wirtschaftliche Verwertbarkeit der Forschung und diskreditiert die Grundlagenforschung. Zugleich impliziert der Begriff Jugend, dass Bildung nur etwas für junge Leute ist und ignoriert die Tatsache, dass lebenslanges Lernen für alle Altersgruppen unverzichtbar ist.

    In einem offenen Brief forderten die Mitglieder der europäischen Wissenschaftsgemeinschaften die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen daher vor einiger Zeit auf, die Politikbereiche Bildung und Forschung wieder explizit in einem EU-Kommissariat aufzuführen. „Wir fürchten, dass durch die Streichung der Begriffe die öffentliche Sichtbarkeit von Bildung und Forschung zurückgefahren und Zukunftschancen genommen werden“, so Dieter Meschede.

    Mittlerweile haben mehr als 13.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen offenen Brief unterzeichnet, der auch an den Präsidenten des Europäischen Parlaments, David Sassoli, und an den Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker ging. Zu finden ist er unter www.futureofresearch.eu.

    Die Rede des Präsidenten findet sich im Internet unter:
    https://www.dpg-physik.de/ueber-uns/organe-und-gremien/praesidentinnen-und-praes...

    Sie unterliegt einer Sperrfrist bis Freitag, 8. November 2019, 17:30 Uhr
    (Es gilt das gesprochene Wort)

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    Verleihung der Medaille für naturwissenschaftliche Publizistik an
    Jeanne Rubner vom Bayerischen Rundfunk

    In der gleichen Festveranstaltung wird Jeanne Rubner, Leiterin der Redaktion `Wissenschaft und Bildung aktuell´ des Bayerischen Rundfunks mit der Medaille für naturwissenschaftliche Publizistik der DPG ausgezeichnet.

    Als Leiterin der Redaktion sorgt die promovierte Physikerin dafür, dass Wissenschaftsthemen – oft auch mit physikalischem Inhalt – prominent im Sender behandelt werden. Dabei steht Rubner, die auch in der Wissenschafts-Pressekonferenz e.V. (wpk) organisiert ist, für eine fachlich fundierte Information. Überzeugt hat die DPG auch die Tatsache, dass sie kontinuierlich neue Formen der Nutzung moderner Medien erschließt und jungen begabten Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten damit Plattformen für deren Beiträge bietet, die sich dadurch teils mit eigenen Formaten etablieren konnten.

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    Darüber hinaus erhalten einige verdiente DPG-Mitglieder Ehrennadeln verliehen.

    Der ehemalige Vorsitzende der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin, Wolfgang Buck, und das ehemalige DPG-Vorstandsmitglied Bildung und wissenschaftlicher Nachwuchs und Sprecher der Konferenz der Fachbereiche Physik (KFP), Gert-Ludwig Ingold, erhalten die Ehrennadel der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für ihre persönlichen herausragenden Verdienste für die DPG. So verfasste Ingold beispielsweise eine umfangreiche Studie zur Promotion in der Physik in Deutschland sowie den internetbasierten Studienatlas Physik, in dem Schulabgängerinnen oder
    -abgänger nachschauen können, an welcher Hochschule sie gern Physik studieren wollen, oder Studierende, wo sie ihren Master machen wollen.

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    Den Schlussakt des Abends bildet ein Vortrag des ESA-Astronauten Reinhold Ewald
    Er nimmt die Anwesenden mit auf einen faszinierenden Spaziergang durchs All.

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    Die Verleihung der Preise und Ehrennadeln findet mit geladenen Gästen am Nachmittag des 8. November 2019 im Rahmen der Festveranstaltung des 40. „Tages der DPG“ im Physikzentrum Bad Honnef statt.

    Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich eingeladen, dem Festakt zur Berichterstattung beizuwohnen. Wegen begrenzter Kapazitäten bitten wir dringend um Anmeldung per E-Mail unter presse@dpg-physik.de.

    Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit über 60.000 Mitgliedern auch größte physikalische Fachgesellschaft der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen. Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses und der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am Rhein. Hauptstadtrepräsentanz ist das Magnus-Haus Berlin. Website: https://www.dpg-physik.de


    Originalpublikation:

    https://www.dpg-physik.de/ueber-uns/organe-und-gremien/praesidentinnen-und-praes...


    Weitere Informationen:

    https://www.futureofresearch.eu/ (Open Letter on the Future of Research in Europe)
    https://indico.uis.no/event/5/ (New EU Commissioners Open Letter)
    https://www.studienatlas-physik.de/ (Studienatlas Physik)


    Anhang
    attachment icon Rede des Präsidenten zum Tag der DPG am 8. November 2019 im Physikzentrum Bad Honnef

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Physik / Astronomie, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


    DPG-Präsident Dieter Meschede


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