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24.11.2003 13:30

"Wasser und nachhaltige Entwicklung"

Christel Lauterbach Presse, Kommunikation und Marketing
Justus-Liebig-Universität Gießen

    Ausschreibung des Entwicklungsländerpreises 2004 der Justus-Liebig-Universität Gießen und der KfW Entwicklungsbank, Frankfurt/Main

    Der Entwicklungsländerpreis 2004, den die Justus-Liebig-Universität Gießen und die KfW Entwicklungsbank, Frankfurt am Main, vergeben, wird in diesem Jahr zum Thema "Wasser und nachhaltige Entwicklung" ausgeschrieben. Der von der KfW gestiftete Preis wird seit 1986 in zweijährigem Rhythmus für Verdienste um die Erarbeitung und Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse über Entwicklungsländer vergeben und ist mit 5.000 EUR dotiert. Die Justus-Liebig-Universität Gießen vergibt den Entwicklungsländerpreis bereits seit 1982. Einzelpersonen, aber auch Arbeitsgruppen oder Institutionen, die sich in herausragender Weise mit diesem komplexen interdisziplinären und internationalen Thema befasst haben und ihre Arbeit bis zum 30. April 2004 einreichen, können ausgezeichnet werden. Im Rahmen des Entwicklungsländerpreises der Justus-Liebig-Universität werden auch eine Dissertation mit 1.500 EUR sowie zwei Diplomarbeiten oder vergleichbare Arbeiten mit je 500 EUR prämiert. Im Anschluss an die Verleihung des Entwicklungsländerpreises im Herbst 2004 haben die Preisträger die Gelegenheit, ihre Arbeiten bei einem international besetzen Symposium zum Thema "Wasser und nachhaltige Entwicklung" an der Justus-Liebig-Universität Gießen vorzustellen.

    Das diesjährige Thema "Wasser und nachhaltige Entwicklung" nimmt Bezug auf das von den UN ausgerufene "Internationale Jahr des Süßwassers 2003". Zwischen Armut und Wassermangel besteht ein enger Zusammenhang; ein wichtiger Grund für den Ansatz der Entwicklungszusammenarbeit im Wassersektor. Obwohl der blaue Planet über Wasser im Überfluss verfügt (1,5 Mrd. m³), sind davon nur 0, 53 % für den menschlichen Konsum nutzbar, und die Entwicklungsländer sind dabei meist klimatisch-geografisch benachteiligt. Im Gegensatz zu anderen Rohstoffen wird Wasser nicht aufgebraucht sondern nur gebraucht. Dabei wird der Kreislauf vielfach durch menschlichen Einfluss verzögert oder gestört. Die zunehmende regionale Verknappung des (Süß-)Wassers stellt aus heutiger Sicht eine der gravierendsten umwelt- und sozialpolitischen Bedrohungen der Zukunft dar. Schon heute hat mehr als eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser mehr.

    Seit 100 Jahren wächst weltweit der Wasserverbrauch doppelt so schnell wie die Bevölkerung. Aufgrund dieses kontinuierlich steigenden Verbrauchs ist zu befürchten, dass die Menschheit in den nächsten 25 Jahren über 90 % aller verfügbaren nicht erneuerbaren Grundwasserressourcen verbraucht hat. Laut dem "Welt-Wasser-Entwicklungsbericht" der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) wird dies zur Folge haben, dass spätestens Mitte dieses Jahrhunderts zwischen zwei und sieben Milliarden Menschen weltweit unter Wasserknappheit leiden. Neben dem direkten menschlichen Konsum erfolgt indirekt über die Land-
    wirtschaft ein Wasserverbrauch, dessen Anteil am Gesamtverbrauch weltweit auf rund 70 % geschätzt wird. In den Entwicklungsländern wird derzeit mehr als die Hälfte des Bewässerungswassers wegen unzureichender Infrastruktur und Bewirtschaftungsmethoden verschwendet. Wasserverschwendung aber auch -verschmutzung gefährden das nachhaltige Gleichgewicht des Wasserkreislaufs. So fließen 95 % der weltweiten Abwässer ungeklärt in Grundwasser, Flüsse und Seen. Dazu kommen noch Sickerwässer wilder Müllhalden und unsachgemäß eingesetzte Chemikalien aus der Landwirtschaft. Die Folgen der Verschmutzung sind heute schon erheblich: 80 % aller Erkrankungen in Entwicklungsländern sind auf verschmutztes Trinkwasser zurückzuführen; täglich sterben daran 6.000 Kinder.

    Ein besserer Zugang zu sauberem Wasser würde erheblich zur Beseitigung von Armut, zur Verringerung von Konfliktpotenzialen und damit zur nachhaltigen Entwicklung armer Länder und Regionen beitragen. Dies schlägt sich auch in der Millenniumserklärung der UN-Generalversammlung vom September 2000 und des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg von 2002 nieder, in denen man sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2015 den Weltbevölkerungsanteil der Armen und den Anteil der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, zu halbieren. Nach Berechnungen der Weltbank fehlen pro Jahr rund 100 Milliarden Dollar, um dieses Ziel zu erreichen.

    Interessenten schicken ihre Unterlagen an folgende Adresse:
    Kuratorium "Entwicklungsländerpreis"
    c/o Der Präsident
    Justus-Liebig-Universität Gießen
    Ludwigstraße 23
    35390 Gießen

    Kontakt:

    Gabriele Knauer
    Dezernat "Studien- und Forschungsangelegenheiten,
    Wissenstransfer, Internationale Beziehungen"
    -Preise und Auszeichnungen-
    Ludwigstraße 23
    35390 Gießen
    Tel.: 0641/99-12102
    Fax: 0641/99-12109
    e-mail: Gabriele.Knauer@admin.uni-giessen.de


    Weitere Informationen:

    http://hrza1.hrz.uni-giessen.de/forschungsfoerderung/entwickpreis_jlu.cfm


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Gesellschaft, Informationstechnik, Meer / Klima, Politik, Recht, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     


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