Wärmewende klimafreundlich und sozialverträglich gestalten

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
19.11.2019 13:30

Wärmewende klimafreundlich und sozialverträglich gestalten

Christina Camier Presse und Kommunikation
Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

    PRESSEMITTEILUNG | Betriebsräteplattform im Kopernikus-Projekt ENavi fordert einen arbeitnehmerfreundlichen Umbau der Gebäudewärmeversorgung

    Die Treibhausgasemissionen der Gebäude sollen bis 2030 um 40 Prozent reduziert werden, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen. Die Gebäude müssen energetisch saniert, auf emissionsarme Energieträger und digitalisiertes Wärmemanagement umgestellt werden. Ein sozial gerechter und wirtschaftlich nachhaltiger Umbau erfordert umgehend staatliche Investitionsförderung, aktive Beteiligung der Betroffenen, Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze und wirksame Vermeidung unerwünschter Nebeneffekte. Das sind die Ergebnisse eines Diskussionsforums der Betriebsräteplattform im Kopernikus-Projekt ENavi, das am 18. November in Berlin stattfand.

    Matthias Miersch, Mitglied des Bundestags, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion für die Bereiche Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit; Energie; Ernährung und Landwirtschaft sowie Tourismus betont: „Die Politik muss die Maßnahmen des Klimaschutzprogramms schnell umsetzen. Nur so kann die Verunsicherung der Verbraucher beendet und Investitionen getätigt werden. Für die sozial-ökologische Transformation brauchen wir darüber hinaus einen aktiven Staat, der mit einem großangelegten Investitionsprogramm die öffentliche Daseinsvorsorge stärkt. Das Klimaschutzgesetz ist ein Quantensprung für verbindlichen Klimaschutz. Es verpflichtet jeden einzelnen Minister die Planung einzuhalten. Jeder Minister, der sich nicht an die Ziele hält, wird sich verantworten und Sofort-Maßnahmen zur Zielerreichung vorlegen müssen."

    „Technologische Innovationen müssen mit sozialen Innovationen einhergehen“, fordert Iris Tuttlies, Geschäftsführerin Internationales Institut für Nachhaltiges Energiemanagement, Politik, Risiko und Soziale Innovationen (INEP Institut Oldenburg). „Eine frühzeitige Beteiligung der Betroffenen aus der betrieblichen Praxis an der Technologieentwicklung gewährleistet nicht nur, dass wissenschaftliche Lösungen schneller ihren Weg in die Praxis finden. Betriebsräte sind in Transformationsprozessen auch wichtige Multiplikatoren und Ideengeber. Sie schaffen Verbindungen von der Unternehmensebene zu lokalen Strukturen und sorgen für eine soziale und faire Gestaltung des anstehenden Wandels.“

    „Beim Klimaschutz in Deutschland wird bislang sehr viel über Strom und wenig über Wärme geredet. Knapp ein Drittel der Treibhausgasemissionen stammt aber aus Gebäuden. Deshalb müssen energetische Sanierungen von bestehenden Gebäuden und intelligente Wärmemanagementlösun-gen in Neubauten vorangetrieben werden“, gibt Kajsa Borgnäs von der Stiftung Arbeit und Umwelt der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) zu Bedenken. „Schon allein mit moderner Dämmung ließe sich der Energiebedarf des Gebäudesektors erheblich reduzieren. Doch müssen wir die Wärmewende sozialverträglich gestalten. Dazu gehört nicht zuletzt die Sicherung der qualifizierten Facharbeit sowie guter Tarif- und Arbeitsbedingungen in den betroffenen Branchen.“

    „Das Kopernikus-Forschungsprojekt ENavi hat mit einem Maßnahmenbündel-Ansatz untersucht, wie Gesellschaft, Politik und Wirtschaft gemeinsam eine emissionsärmere Wärmeversorgung beschleunigen können, dazu gehört vor allem, dass wir technische Entwicklung, ökonomische Anreize und staatliche Regulierungspolitik aufeinander abstimmen“, erläutert Ortwin Renn, ENavi-Projektsprecher und wissenschaftlicher Direktor am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS). „Der Ansatz kombiniert verschiedene Handlungen, die unbeabsichtigte Nebenwirkungen abmildern und gleichzeitig den gewünschten Nutzen verstärken. Die erforderlichen Maßnahmen und Kosten der Wärmewende sollen sozial gerecht verteilt werden.“

    Vertreterinnen und Vertreter von Gewerkschaften und Betriebsräten, Politikerinnen und Politiker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern die Regierung auf, gesetzliche und soziale Rahmenbedingungen für eine sozialverträgliche Wärmewende zu schaffen, um die Klimaziele aus dem Klimaschutzgesetz für 2030 zu erreichen.

    Über das Kopernikus-Projekt Energiewende-Navigationssystem | ENavi
    Das Energiewende-Navigationssystem, kurz ENavi, betrachtet die Transformation des Energiesystems als einen gesamtgesellschaftlichen Prozess und verknüpft wissenschaftliche Analysen mit politisch-gesellschaftlichen Anforderungen. Zu den 58 Verbundpartnern gehören 23 Forschungseinrichtungen, 18 Universitätsinstitute, drei Nichtregierungsorganisationen, neun Wirtschaftsunternehmen, drei Stadtwerke und zwei Gebietskörperschaften. Über 20 Kompetenzpartner bringen zusätzlich ihre Praxiserfahrungen ein. ENavi wird als eines der vier Kopernikus-Projekte zur Erforschung der Energiewende vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Mehr Informationen: www.kopernikus-projekte.de

    Wenn Sie keine Presseinformationen von ENavi mehr erhalten möchten, senden Sie bitte eine E-Mail mit Betreff „Abbestellen“ an ENavi.media@iass-potsdam.de.

    Pressekontakt
    Bei Rückfragen und zur Vereinbarung von Interviews wenden Sie sich bitte an
    Christina Camier
    Presse und Kommunikation
    Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung /
    Institute for Advanced Sustainability Studies e.V. (IASS)
    Berliner Straße 130 | 14467 Potsdam
    Tel.: +49 (0) 331-28822-477
    E-Mail: christina.camier@iass-potsdam.de
    www.kopernikus-projekte.de/enavi


    Anhang
    attachment icon Kurzvita der Referenten

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Energie, Gesellschaft, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay