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29.11.2019 15:30

Leibniz-Evaluierung

Norbert K. Borowy Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Nutzierbiologie (FBN)

    Stellungnahme zur Entscheidung des Senats der Leibniz-Gemeinschaft, die weitere Förderung des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf nicht zu empfehlen

    Das FBN in Dummerstorf ist ein Standort mit über 80-jähriger Tradition und einer der größten Arbeitgeber mit 300 hochwertigen Arbeitsplätzen im landwirtschaftlichen Raum in Mecklenburg-Vorpommern. Es betreibt national und international anerkannte Forschung mit hoher gesellschaftlicher Relevanz über die gesamte Breite der Nutztierbiologie.

    Vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen wie Ernährungssicherung, Klimawandel, Umwelt- und Ressourcenschonung sowie der Gestaltung einer nachhaltigen und gesellschaftlich akzeptierten Tierhaltung leistet die moderne Nutztierforschung einen unverzichtbaren Beitrag zur faktenbasierten Entscheidungsfindung. Darum erforscht das FBN mit disziplinärer Tiefe und interdisziplinärer Breite die biologischen Grundlagen von Nutztieren in ihrer Umwelt. Das umfasst klassische Nutztierspezies wie Rind, Schwein, Huhn und Ziege, aber auch Fisch- und Insektenarten. Unsere Forschung erstreckt sich vom Genom über die Ernährung und die Reproduktion bis zum Verhalten und beantwortet Fragen von der Züchtung bis hin zum Tierwohl. Diese Konstellation ist einzigartig in Deutschland. Die aktuellen Forschungsansätze des FBN sind darüber hinaus Impulsgeber für nationale und internationale Strategiepapiere.

    Die wissenschaftlichen Ergebnisse der sechs Teilbereiche am FBN werden jeweils zweimal als „sehr gut”, „gut bis sehr gut” und „gut” bewertet. Die Bewertungsgruppe hat dem FBN zudem bescheinigt, erfolgreich Wissenstransfer zu betreiben, praktische Innovationen zu entwickeln und Beratungsfunktionen wahrzunehmen, die komplementär zu anderen Einrichtungen der Länder und des Bundes sind.

    Seit der vorangegangenen Evaluierung wurden breit angelegte Bündel an Maßnahmen eingeleitet, um positive Entwicklungen zu beschleunigen und vorhandene Stärken weiter auszubauen. So konnte die Anzahl an Veröffentlichungen in hochrangigen Zeitschriften gesteigert werden. Außerdem hat das FBN die Koordinierung nationaler und internationaler Forschungsnetzwerke übernommen. Berufungen in wichtige internationale Gremien, aktive Beteiligungen im Rahmen von EU-Förderprogrammen und globalen Forschungsinitiativen sowie der Zustrom junger Wissenschaftler/-innen aus allen Kontinenten zeigen, dass das FBN weltweit ein anerkannter wissenschaftlicher Partner ist.

    Daher bedauern wir es, dass der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt, die Förderung zu beenden und dass wir mit unserem Konzept der Nutztierforschung für mehr Tiergerechtigkeit und die nachhaltige Integration von Nutztieren in eine zukunftsfähige Landnutzung nicht überzeugt haben.

    Gemeinsam mit Ministerien des Bundes und des Landes Mecklenburg-Vorpommern werden wir nach Lösungen suchen, um die über Jahrzehnte am Forschungsstandort Dummerstorf gewachsene einzigartige wissenschaftliche Expertise auf dem Gebiet der Nutztierbiologie zu bewahren.

    Die Leibniz-Gemeinschaft
    Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 93 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen - u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 19.100 Personen, darunter 9.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro.
    http://www.leibniz-gemeinschaft.de

    Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)
    Wilhelm-Stahl-Allee 2, 18196 Dummerstorf
    Vorstand: Prof. Klaus Wimmers
    T +49 38208-68 600
    E wimmers@fbn-dummerstorf.de

    Wissenschaftsorganisation Dr. Norbert K. Borowy
    T +49 38208-68 605
    E borowy@fbn-dummerstorf.de
    http://www.fbn-dummerstorf.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Pressetermine
    Deutsch


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