Konsum, Handel, Artenvielfalt: Pflanzen sind auch „politisch“

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo


Teilen: 
10.12.2019 09:16

Konsum, Handel, Artenvielfalt: Pflanzen sind auch „politisch“

Jessica Bode Pressestelle
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

    Universität Kassel fördert Bildungsformate zur pflanzlichen Vielfalt – DBU gibt 298.325 Euro

    Kassel. „Pflanzen haben eine große politische und gesellschaftliche Bedeutung, die vielen Menschen gar nicht bewusst ist“, erklären die Projektleiter Prof. Dr. Andreas Eis und Marina Hethke von der Universität Kassel. Gemeint seien zum Beispiel das industrielle Produzieren, das Auswirken vom Konsum und Handel auf die Vielfalt, die Arbeitsbedingungen im globalen Süden oder Aspekte des Schützens und Nutzens. Um diese Themen besonders jungen Menschen näher zu bringen, sollen in einem Projekt der Universität neue Bildungsformate rund um pflanzliche Vielfalt entwickelt und getestet werden. In Kooperation mit Naturschutzakademien und Botanischen Gärten seien Veranstaltungsreihen in acht Bundesländern geplant. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das dreijährige Projekt fachlich und finanziell mit 298.325 Euro.

    Die politische Pflanze

    Der Begriff der „politischen Pflanze“ beziehe sich auf die Tatsache, dass Wild- und Kulturpflanzen, auch jene in der Landwirtschaft, Gegenstand politischen Überlegens, Gesetzgebens, Eigentums oder auch Gemeineigentums sein könnten. Pflanzen könnten zum Beispiel dann „politisch“ sein, wenn sie als Wildpflanzen durch Gesetze und Verordnungen geschützt werden. Oder wenn das Produzieren, Handeln oder der Nutzen von Nahrungsmitteln, Energie oder Fasern zu kritischen Fragen führe. Diese komplexen Zusammenhänge sollen verschiedenen Zielgruppen durch das Projekt näher gebracht werden.

    Veranstaltungsreihen in acht Bundesländern

    „Mit verschiedenen Veranstaltungsformaten wollen wir die Teilnehmer mit der gesellschaftlichen und politischen Bedeutung der Pflanze vertraut machen“, so Marina Hethke, wissenschaftliche Betreuerin des Tropengewächshauses Witzenhausen. Neben dem Erwerb von Pflanzenwissen müssten ebenso wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Verantwortung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung in das praktische Lernen einfließen, bekräftigen Prof. Dr. Andreas Eis und Prof. Dr. Bernd Overwien. „Wir suchen mit den Gästen der bundesweiten Veranstaltungen zur politischen Pflanze neue, lösungsorientierte Wege im Kontext einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.
    Möglich seien unter anderem Schülerakademien mit Arbeitskreisen, Vorträge und Filmgespräche, Wissenschafts-Cafés und politische Diskussionsveranstaltungen. Sie sollen sich besonders an junge Menschen richten, aber auch an pädagogisches Personal. Die Veranstaltungsreihen werden in ganz Deutschland mit Hilfe von Naturschutzakademien, Botanischen Gärten sowie einem Projektbeirat vorbereitet und umgesetzt. Strategische Partner der Universität Kassel sind der Verband Botanischer Gärten e. V. (VBG) und der Bundesweite Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz (BANU).

    Von Klima zum Gesetz

    Das Themenfeld könne dabei von Klimafragen über Holzzertifizierungen, EU-Normen, Züchten und Monokulturen, Erhalt der Sortenvielfalt und nachwachsende Rohstoffe bis zu Naturschutz und Erhaltungskulturen am Beispiel sogenannter Verantwortungsarten reichen. „Pflanzen als Gegenstand politikbezogenen Lernens sind erst vor kurzem in den Fokus gerückt. Das Projekt kann so modellhaft Impulse für die Nachhaltigkeitsbildung geben“, so Dr. Thomas Pyhel, DBU-Referent für Umweltbildung, abschließend.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsprojekte, Schule und Wissenschaft
    Deutsch


    Die Angebote im Rahmen des Projektes sprechen Menschen aller Altersgruppen an, vom Kindergartenkind bis zu Senioren.


    Zum Download

    x

    Jugendliche im Tropengewächshaus: Botanische Gärten sind Orte zum Entdecken, Fühlen, Selbermachen. Hier sind sie auf den Spuren von Kakao und Schokolade.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay