Ringvorlesung der WLH am 18.12.2019 zum Thema "Palliativ- und Hospizversorgung – Paradigma einer neuen Sorgekultur“

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo


Teilen: 
13.01.2020 18:13

Ringvorlesung der WLH am 18.12.2019 zum Thema "Palliativ- und Hospizversorgung – Paradigma einer neuen Sorgekultur“

Johanna Kreischer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm Löhe Hochschule für angewandte Wissenschaften

    Der Umgang mit Menschen in der Palliativ- und Hospizversorgung sei Ausdruck einer neuen Sorgekultur, so das Plädoyer von Dr. Roland Hanke, ärztlicher Leiter des Palliativ-Care Teams Fürth und Vorsitzender des Hospizvereins Fürth im Rahmen der Ringvorlesungsreihe der WLH „Was ist uns Gesundheit wert?“

    Schon semantisch zeige sich die Haltung der Verantwortlichen in Palliativ und Hospiz an der Verwendung ihrer Sprache, wie Roland Hanke mit eindrücklichen Beispielen zu unterstreichen wusste. Es gehe darum, dem Menschen in seiner letzten Lebensphase nicht das Sterben, sondern noch einmal das Leben zu thematisieren. Gerade durch die hohe Interdisziplinarität in der Palliativ- als auch der Hospizversorgung verstehen sich sowohl die professionellen Akteure als auch die Ehrenamtlichen als wissende Begleiter des Menschen, nicht als deren paternalisierende Leiter. Dabei gelte es festzuhalten, so Roland Hanke weiter, dass nach dem ganzheitlichen Verständnis von „total pain“ die Palliativversorgung primär den physischen Kontext der Begleitung von schwerstkranken Menschen adressiere. Die gleichrangig bedeutsamen Aspekte des Menschen in seinen sozialen, psychischen und spirituellen Aspekten zu betrachten sei in der Regel Aufgabe der bürgerschaftlich getragenen, ehrenamtlichen Hospizbewegung, die dadurch die Deutungshoheit dessen bewahrt, was „Hospiz“ zu sein hat. Das Zusammenspiel von Ehrenamt und den professionellen Ansprüchen an Palliativversorgung, die durch das Hospiz- und Palliativgesetz als Regelanspruch ist 2015 in die Sozialgesetzgebung eingeflossen. Dies eröffne die Chance, Palliativ- und Hospizversorgung beispielhaft für eine am Menschen orientierte Haltung der Sorgearbeit für andere Bereiche der Medizin und Pflege zu sehen. Mit Blick auf zukünftig veränderte Gesundheits- und Pflegestrukturen skizzierte Dr. Hanke das Bild eines „gelingenden Sterbens“, das die Notwendigkeit von Heimen nur noch im Ausnahmefall notwendig mache. Dort müsse aber rasch die Weiterentwicklung von Hospiz- und Palliativkompetenz in der stationären Altenpflege noch stärker fortentwickelt werden. Die Herausforderungen an die Gesundheitspolitik, die letztendlich auch mit Fragen an Finanzierungsoptionen verknüpft sei, waren Anlass für eine sehr engagierte Diskussion. Palliativ- und Hospizversorgung funktioniere nach Roland Hanke nicht durch ein Festhalten am System der Einzelvergütungen und striktem Befolgen von Leitlinien, sondern benötige Landmarken für eine Bandbreite von wissenden Versorgungsoptionen. Dieses sei etwa besser durch Komplexvergütungen abzubilden.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Jürgen Zerth


    Weitere Informationen:

    https://www.wlh-fuerth.de/service/aktuelles/aus-dem-hochschulleben/news/detail/N...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Pädagogik / Bildung, Philosophie / Ethik, Wirtschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


    Dr. Roland Hanke sowie WLH-Vizepräsident Forschung, Prof. Jürgen Zerth, mit Schülerinnen und Schülern sowie Verantwortlichen der Berufsfachschule für Krankenpflege der Klinik Neuendettelsau, DIAKONEO


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay