Erforschung frühislamischer Rebellionen: 1,5 Millionen Euro für neue Emmy Noether-Gruppe an der Universität Hamburg

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16.01.2020 10:52

Erforschung frühislamischer Rebellionen: 1,5 Millionen Euro für neue Emmy Noether-Gruppe an der Universität Hamburg

Birgit Kruse Referat Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Hamburg

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat eine Emmy Noether-Gruppe am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg bewilligt. Im Projekt „Social Contexts of Rebellion in the Early Islamic Period“ wird das Team unter Leitung von Dr. Hannah-Lena Hagemann ab dem 1. April 2020 soziale Zusammenhänge von Rebellion in der frühislamischen Zeit untersuchen. Die neue Emmy Noether-Gruppe wird von der DFG für die kommenden sechs Jahre mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert.

    Das Islamische Reich war im „langen 8. Jahrhundert“ (ca. 692 bis 816 n. Chr.) von einer Vielzahl an Rebellionen geprägt. Die Forschungsgruppe wird vier Kategorien solcher Rebellionen bearbeiten: die Aufstände dreier verschiedener frühislamischer Gruppierungen sowie eine nicht-muslimische bzw. gemischte Rebellion.

    Die Forschung zu Rebellion in der frühislamischen Zeit ist noch nicht sehr umfangreich und vor allem auf religiöse Aspekte fokussiert. Die sozialen Zusammenhänge von Rebellion sind bisher unzureichend beleuchtet. Im Forschungsprojekt soll Religion deshalb nur einer von vielen Faktoren sein, die die Beteiligung von Einzelpersonen oder Gruppen an Aufständen beeinflussen. Die Forschungsgruppe wird den Fokus auf die sozio-politischen und ökonomischen Dimensionen der ausgewählten Rebellionen legen, um das Verständnis von Rebellion im 8. Jahrhundert n. Chr. zu erweitern und den islamwissenschaftlichen Diskurs zu ergänzen. Das Forschungsteam will darüber hinaus ein differenzierteres Bild der frühislamischen Gesellschaft, ihrer sozialen Schichten und Beziehungen zeichnen, das auch Mechanismen und Prozesse von Machtteilhabe betrachtet.

    Das Emmy Noether-Programm der DFG ermöglicht besonders qualifizierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, sich durch die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe über einen Zeitraum von sechs Jahren für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren. Mit der Förderung wird Dr. Hagemann vier Forschungsstellen sowie Quellenmaterialien und internationale Konferenzen finanzieren.

    Zur Person:
    Dr. Hannah-Lena Hagemann studierte an der Universität Hamburg Islamwissenschaft. Von Januar 2011 bis Dezember 2014 schrieb sie in Edinburgh/Schottland ihre Doktorarbeit, die sich mit den Kharijiten beschäftigte – einer Gruppierung von Rebellen, die in der islamischen Tradition berüchtigt ist für ihre militante Frömmigkeit. Von Mai 2014 bis September 2019 forschte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Projekt „The Early Islamic Empire at Work“ von Prof. Dr Stefan Heidemann an der Universität Hamburg. Dr. Hagemann arbeitete zur administrativen und politischen Geschichte der Provinz Jazira (heute Nordsyrien, Nordirak und Südosttürkei) während der Umayyaden- und frühen Abbasidenzeit (ca. 661 bis 899 n. Chr.).


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Hannah-Lena Hagemann
    Universität Hamburg
    Asien-Afrika-Institut
    E-Mail: hannah-lena.hagemann@uni-hamburg.de
    www.islamic-empire.uni-hamburg.de/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie, Kulturwissenschaften
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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