Literaturanalyse belegt Suchtpotenzial von Online-Glücksspiel – Bremer Experte fordert strenge Regulierung

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23.01.2020 09:00

Literaturanalyse belegt Suchtpotenzial von Online-Glücksspiel – Bremer Experte fordert strenge Regulierung

Kai Uwe Bohn Hochschulkommunikation und -marketing
Universität Bremen

    Eine einmalige Literaturanalyse zu den besonderen Risiken des Online-Glücksspiels hat jetzt die Arbeitseinheit Glücksspielforschung der Universität Bremen zusammen mit dem Institut für Interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD, Hamburg) durchgeführt. In 48 von 63 Studien werden dabei ein erhöhtes Gefährdungspotenzial und besondere Suchtgefahren von Online-Glücksspielen nachgewiesen. Als Fazit fordert der Bremer Glücksspielforschers Dr. Tobias Hayer eine strenge Regulierung.

    Geleitet wurde die Studie, die vom Rechtsausschuss des Deutschen Lotto- und Totoblockes gefördert wurde, von Dr. Tobias Hayer. Der Mitarbeiter der Arbeitseinheit Glücksspielforschung am Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen ist einer der bekanntesten deutschen Glücksspielforscher. „Mit unserer systematischen Literaturanalyse haben wir die internationale Befundlage zu den mit Online-Glücksspielen assoziierten Suchtgefahren strukturiert gesichtet und bewertet. Zu dieser Thematik haben wir insgesamt 63 Studien gefunden, die in den letzten 10 Jahren in anerkannten wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht worden sind.“

    Die meisten dieser Studien – 48 von 63 – weisen dabei ein erhöhtes Gefährdungspotenzial und besondere Suchtgefahren von Online-Glücksspielen nach. So sind beim Online-Glücksspiel – im Vergleich zum Offline-Glücksspiel – unter anderem größere Anteile von Problemspielerinnen und -spieler vorhanden.

    Wissenschaft rechtfertigt spürbare Regulierung des Staates

    „Aus unserer Sicht rechtfertigt die wissenschaftliche Befundlage grundsätzlich spürbare Eingriffe des Staates bei der Regulierung des Online-Glücksspiels, die sogar Verbote bestimmter Spielsegmente (z. B. Online-Kasinospiele jeglicher Art) umfassen können“, zieht Tobias Hayer ein Fazit. Sein Hamburger Kollege Dr. Jens Kalke ergänzt: „Die einzelnen Online-Glücksspielformen wären daher – beginnend mit den potenziell risikoärmeren Formen – nach und nach zuzulassen, immer begleitet durch eine wissenschaftliche Evaluationsforschung. Wenn sich daraus schon bei diesen Glücksspielformen onlinespezifische Risiken ergeben, müssen für die gefährlicheren Glücksspielformen Verbote geprüft werden.“

    Hayer, Tobias, Girndt, Lydia & Kalke, Jens (2019). Das Gefährdungspotenzial von Online-Glücksspielen: Eine systematische Literaturanalyse. Bremen: Universität Bremen. Zum Download unter www.tobha.de/Publikationen.htm. Die Verwertungsrechte liegen bei den Autorinnen und Autoren.

    Weitere Informationen:

    www.tobha.de
    www.uni-bremen.de

    Fragen beantwortet:

    Dr. phil. Dipl.-Psych. Tobias Hayer
    Universität Bremen
    Fachbereich 11: Human- und Gesundheitswissenschaften / Glücksspielforschung
    Telefon: +49 (0)421/218-68708
    E-Mail: tobha@uni-bremen.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. phil. Dipl.-Psych. Tobias Hayer
    Universität Bremen
    Fachbereich 11: Human- und Gesundheitswissenschaften / Glücksspielforschung
    Telefon: +49 (0)421/218-68708
    E-Mail: tobha@uni-bremen.de


    Originalpublikation:

    Hayer, Tobias, Girndt, Lydia & Kalke, Jens (2019). Das Gefährdungspotenzial von Online-Glücksspielen: Eine systematische Literaturanalyse. Bremen: Universität Bremen.


    Weitere Informationen:

    http://www.tobha.de/Publikationen.htm


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Politik, Psychologie, Recht
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    "Wissenschaftliche Befundlage rechtfertigt spürbare Eingriffe des Staates bei der Regulierung des Online-Glücksspiels": Dr. Tobias Hayer von der Universität Bremen.


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