Wie funktionierten westeuropäische Verwaltungen im Spätmittelalter?

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23.01.2020 09:39

Wie funktionierten westeuropäische Verwaltungen im Spätmittelalter?

Jonas Siehoff Kommunikation und Presse
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    Forschungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Aberdeen vergleicht Aufzeichnungen der historischen Städte Augsburg und Aberdeen

    Wie waren die Stadtverwaltungen in Augsburg und Aberdeen im Spätmittelalter organisiert? Wie entwickelten sie sich? Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede gab es? Und welche Begriffe verwendeten die beiden Verwaltungen bei der Dokumentation ihres Handelns? Antworten auf diese Fragen liefern will ein Forschungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Universität Aberdeen, das im kommenden Monat startet. Dafür wollen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler historische Quellen aus Augsburg und Aberdeen auswerten, die bereits digitalisiert worden sind und nun als XML-Datensätze vorliegen. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Förderorganisation Arts and Humanities Research Council (AHRC) des Vereinigten Königreichs mit Zuwendungen in Höhe von jeweils rund 350.000 Euro unterstützt. Vorangegangen war die erfolgreiche Bewerbung für das Projekt in einer Ausschreibung der DFG und des AHRC zur Förderung deutsch-britischer Forschungskollaborationen. Insgesamt waren dabei lediglich 19 von mehr als 170 Bewerbungen erfolgreich. „Dass wir uns in diesem massiven Wettbewerb durchgesetzt haben, ist ein Ausdruck der besonderen Qualität unseres Projekts“, sagt der leitende Wissenschaftler auf Mainzer Seite, Prof. Dr. Jörg Rogge vom Historischen Seminar der JGU. „Es ist innovativ und hat eine große europäische Dimension.“

    Stolz ist Rogge auch auf die Tatsache, dass er mit dem aktuellen Projekt auf langjähriger bereits geleisteter Arbeit aufbaut: „Das Projekt nutzt Ergebnisse zweier früherer Forschungsvorhaben von uns und ist damit Ausdruck der Kontinuität und Konsistenz unserer Arbeit.“ Bei den beiden Vorläuferprojekten handelt es sich zum einen um die Digitalisierung der sogenannten „Augsburger Baumeisterbücher“, Rechnungsbücher der Augsburger Finanzverwaltung für die Jahre 1320 bis 1466, die inzwischen kommentiert im Internet veröffentlicht worden sind (https://www.augsburger-baumeisterbuecher.de/). Zum anderen bezieht sich Rogge auf das Projekt „Man Rent or Land Rent“, in dem die er die Bedeutung und Funktion der Landvergabe in Schottland während des Spätmittelalters erforscht.

    Teil des aktuellen Projekts wird auch sein, dass sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Mainz und Aberdeen über Herausforderungen und Lösungen bei der Auswertung und dem Vergleich ihrer XML-Datensätze austauschen und an neuen Techniken zu deren automatischer Analyse arbeiten. Bei den Daten aus Aberdeen handelt es sich um transkribierte Aufzeichnungen der dortigen Stadtverwaltung aus den Jahren 1398 bis 1511, in denen es überwiegend um Rechtsangelegenheiten geht.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Jörg Rogge
    Historisches Seminar, Mittelalterliche Geschichte
    Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    55099 Mainz
    Tel.: 06131 39-22433
    E-Mail: rogge@uni-mainz.de


    Weitere Informationen:

    https://www.augsburger-baumeisterbuecher.de/ – Digitale Edition der „Augsburger Baumeisterbücher“
    https://www.historische.kulturwissenschaften.uni-mainz.de/projekte/laufende-proj... – Projekt „Man Rent or Land Rent“


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Geschichte / Archäologie, Politik, Recht, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


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