OP-Barometer 2019: Stress im OP-Bereich lässt Patientengefährdung steigen

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27.01.2020 16:59

OP-Barometer 2019: Stress im OP-Bereich lässt Patientengefährdung steigen

Oliver Klinke Kommunikation und Veranstaltungsmanagement
Frankfurt University of Applied Sciences

    Personalknappheit laut Befragung der Frankfurt University of Applied Sciences von OP- und Anästhesie-Pflegekräften hauptverantwortlich

    Ebenso wie in stationären Bereichen der Krankenhäuser ist das Thema Personalknappheit auch ein zunehmendes Problem in OP-Bereichen deutscher Krankenhäuser. Dies ist eine zentrale Aussage des OP-Barometers 2019, dessen Ergebnisse jetzt vorliegen. Das OP-Barometer ist eine Befragung von Pflegekräften aus der OP- und Anästhesiepflege, die 2019 bereits zum siebten Mal durchgeführt wurde und die – mit diesmal 1.633 Befragten – als größte dieser Art in Deutschland gilt. Durchgeführt wird sie vom Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS).

    „Auffallend ist, dass es nicht nur quantitative Faktoren sind, die das Thema Personal betreffen, sondern eben auch vermehrt qualitative Aspekte der Zusammenarbeit und der Wertschätzung des Arbeitsplatzes“, sagt Prof. Dr. Thomas Busse, Direktor des ZGWR. So geben nur ca. 39 Prozent der Befragten an, ausreichend Personal zu haben, um die anfallenden Tätigkeiten bewältigen zu können – 2017 waren es mit 28 Prozent allerdings noch weniger. 46 Prozent empfinden Konflikte am Arbeitsplatz als erschwerend, und mehr als 52 Prozent meinen, dass das Thema Mobbing an ihrem Arbeitsplatz eine Rolle spielt (gegenüber 38 Prozent in 2017). Diese Zahlen führen laut Busse zu einer verstärkten Abkehr vom Arbeitsplatz im OP-Bereich und zu einer weiteren Entfremdung vom jeweiligen Arbeitgeber. „Wenn über 63 Prozent angeben, unter einem hohen Krankenstand zu leiden, mehr als 64 Prozent den Arbeitgeber bei einem gutem Angebot wechseln oder weit über 54 Prozent den Beruf nicht mehr im gleichen Krankenhaus ausüben würden, so spricht dies eine deutliche Sprache“, ergänzt Busse. Fachlich gesehen seien im Übrigen nur ca. 63 Prozent der Befragten bereit, sich im eigenen Krankenhaus operieren lassen.

    Diese schwierige Personalsituation führt für das Pflegepersonal in den OP-Bereichen zu vermehrtem Stress. Nicht nur, dass die personelle Beanspruchung noch verfügbarer OP-Pflegekräfte stetig steigt, auch qualitative Leistungsaspekte spielen inzwischen eine wesentliche Rolle. Der medizinische Fortschritt, immer komplexere Operationsmethoden und ein älter werdendes Patientenklientel erfordern hochspezialisierte Pflegekräfte, die dem Markt aber kaum noch zur Verfügung stehen. Somit verwundere die Aussage nicht, dass fast die Hälfte der Befragten eine zunehmende Patientengefährdung aufgrund der aktuellen Personalsituation sehen. Wichtig ist für Busse aber festzuhalten, dass es nach Datenlage aus dem OP-Barometer 2019 große Unterschiede im Hinblick auf Personal und Patientengefährdung in den unterschiedlichen Krankenhäusern zu geben scheint. „Manche Krankenhäuser haben eben in den letzten Jahren ihre Hausaufgaben gemacht, andere wohl eher weniger“ resümiert Busse und rät „genau hinzuschauen, in welchem Krankenhaus man sich operieren lässt“.

    Das OP-Barometer ist eine alle zwei Jahre von der Frankfurt UAS durchgeführte Befragung zur Arbeitssituation von Pflegekräften im Operations- und Anästhesie-Bereich an deutschen Krankenhäusern. Die aufbereiteten Ergebnisse des OP-Barometers 2019 können ab der 6. KW unter https://frankfurt-university.de/op-barometer abgerufen werden.

    Weitere Informationen zum Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der Frankfurt UAS unter: http://www.frankfurt-university.de/zgwr


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, ZGWR Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht, Prof. Thomas Busse, E-Mail: busse.thomas@fb4.fra-uas.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse
    Deutsch


    Prof. Thomas Busse


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