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03.12.2003 15:14

200. Existenzgründer aus NRW-Hochschulen vorgestellt

Ralf-Michael Weimar Referat "Presse und Kommunikation"
Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie NRW

    Kraft: Gründungsprogramm schafft knapp 800 neue Arbeitsplätze und baut Brücken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

    Kleines Jubiläum für ein erfolgreiches Programm: Die Ministerin für Wissenschaft und Forschung, Hannelore Kraft, hat heute in Duisburg den 200. Existenzgründer vorgestellt, der aus dem Hochschulexistenzgründerprogramm des NRW-Wissenschaftsministeriums gefördert wird. 1996 startete das Programm zur Finanziellen Absicherung von Unternehmensgründern aus Hochschulen - kurz "PFAU" genannt -, das den Sprung aus dem Hörsaal in den Chefsessel erleichtern soll. Seitdem wurden rund 160 Unternehmen gegründet, die knapp 800 neue, hochinnovative Arbeitsplätze in NRW geschaffen haben. Seit 1996 wurden rund 450 Gründungsideen begutachtet.

    Ministerin Kraft: "Erfolgreiche Hochschul-Existenzgründer bauen wichtige Brücken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Wir brauchen aber viel mehr Brücken, um einen intensiven Austausch zu entwickeln. Denn der Erfolg auf globalen Märkten wird wesentlich davon bestimmt, wie schnell Erkenntnisse aus der Wissenschaft zu konkreten Produkten, Verfahren und Dienstleistungen werden. Technologietransfer ist daher ein strategisch wichtiger Faktor, um sich im Wettbewerb zu positionieren."

    Die Wissenschaftsministerin besuchte im Rahmen einer Informationsreise an den Universitätsstandorten Münster, Duisburg und Dortmund den 200. PFAU-Gründer, die Duisburger Helion GmbH. Das junge Unternehmen will eine blendfeste Kamera mit extrem hoher Helligkeitsdynamik produzieren und vermarkten. Unter Leitung von Arndt Bußmann und Thorsten Heimann starteten im Januar dieses Jahres fünf Elektrotechniker, ein Physiker und ein Betriebswirt mit der Entwicklung des High-Tech-Produktes, welches zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Punkt rund eine Million Abstufungen aufweist. Herkömmliche Kameras arbeiten mit rund 1.000 Abstufungen. Nutzen lässt sich die Kameratechnik unter anderem zur Bilderfassung bei industriellen Fertigungsprozessen, als elektronischer Rückspiegel an Fahrzeugen oder in der Sicherheits- und Medizintechnik. Ministerin Kraft: "Das Duisburger Existenzgründer-Team, das die Kameratechnik mehrheitlich am Duisburger Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme entwickelt hat, ist damit ein hervorragendes Beispiel für eines der PFAU-Ziele - den Transfer von aktuellem Forschungswissen in die heimische Wirtschaft."

    Ebenfalls in Duisburg besuchte die Ministerin die TraffGo GmbH, die sich unter anderem im Bereich der Simulationsforschung bereits einen Namen machen konnte und mittlerweile mit dem Germanischen Lloyd, der Meyer Werft, Blohm + Voss, der UCI Kinowelt und Borussia Dortmund zusammen arbeitet. Die von dem jungen Unternehmen für die Simulation von Menschenströmen entwickelte Software liefert exakte Analysen von Sicherheitskonzepten und einen wichtigen Beitrag zu deren Optimierung. Gerade im Hinblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland hoffen die von Juli 2001 bis Juni 2003 über PFAU geförderten Geschäftsführer Dr. Joachim Wahle und Tim Meyer-König auf ein breites Interesse der für die Sicherheit der WM Verantwortlichen. Ein weiteres Standbein des jungen Unternehmens ist das mittlerweile etablierte Internetportal www.autobahn.nrw.de, das - wie auch die Aktivitäten im Bereich der Fußballstadien - gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen entwickelt wurde und täglich rund 350.000 Interessenten über die Stausituation im Land, inklusive Stauprognose, informiert.

    Sehr unterhaltsam ging es während des Besuchs der Ministerin in der Universität Dortmund zu, wo sich mit den Physikanten die deutschlandweit erste kommerzielle, interaktive Physikshow präsentierte. Firmengründer Marcus Weber bringt vermeintlich trockenes Physikwissen mit Humor, Artistik, Comedy und Jonglage an die begeisterten Zuschauer. Zum Kundenkreis des innovativen Unternehmens gehören Firmen wie Vodafone, Bayer oder RWE, Museen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

    Zur Informationsreise gestartet war Ministerin Kraft in Münster, wo sie sich von der positiven Entwicklung der 1996 gegründeten Cruse Leppelmann Kognitionstechnik GmbH überzeugen konnte. Aus der Idee einer hocheffizienten Bildverarbeitung im Bereich der industriellen Produktion und optischen Qualitätssicherung der beiden Firmengründer Dr. Carsten Cruse und Dr. Stefan Leppelmann hat sich ein erfolgreiches Unternehmen mit inzwischen 20 Mitarbeitern entwickelt. Die Kontrollsysteme können nahezu überall eingesetzt werden; egal ob es um das Aufspüren von fehlerhaften Stoffen, falsch angebrachten Etiketten oder Einschüssen in Metallteilen geht.

    Über das PFAU-Programm wird die Weiterentwicklung einer innovativen Idee in ein marktfähiges Produkt bzw. Verfahren oder die Entwicklung einer innovativen Dienstleistung gefördert. Dabei erhalten die Gründer bis zu zwei Jahre lang eine finanzielle Absicherung in Höhe einer halben BAT IIa-Stelle sowie ein Beratungsscheckheft im Wert von 5.000 Euro. Um die Landesförderung können sich potenzielle Gründer jeweils zum 1. März und 1. September über die Transferstellen der Hochschulen oder beim Projektträger Zenit, einer auf den Mittelstand spezialisierten Beratungsgesellschaft mit Landesbeteiligung, bewerben. "Ein unbürokratisches und schnelles Verfahren, das den Weg aus der Hochschule in die Selbstständigkeit erheblich erleichtert," bilanzierte Hannelore Kraft.

    Die Ministerin stellte heraus, dass es für die Stärkung des Innovations- und Technologiestandorts Nordrhein-Westfalen von entscheidender Bedeutung ist, den Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft auszubauen: "Für mich ist der Technologietransfer neben Forschung und Lehre eine der Hauptaufgaben unserer Hochschulen - und ich will ihn weiter stärken. Wir müssen die Wege von den Hochschulen in die Unternehmen und vom Labor über das Patent bis zum Produkt so kurz wie möglich halten. Nur so werden die Potenziale unserer Wissenschaft und Forschung zu Motoren des wirtschaftlichen Wachstums. Und an unseren Hochschulen haben wir ein beachtliches Potenzial an Exzellenz und Spitzenleistungen."

    Weitere Informationen zum PFAU-Programm finden Sie unter www.money-study-go.de.


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

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