Stagnierende Lebenserwartung in den USA: Opioid-Krise nicht maßgeblich

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17.03.2020 10:22

Stagnierende Lebenserwartung in den USA: Opioid-Krise nicht maßgeblich

Silvia Leek Öffentlichkeitsarbeit und Pressestelle
Max-Planck-Institut für demografische Forschung

    Die Lebenserwartung in den USA steigt nicht mehr. Lange wurde die Opioid-Krise mit immer mehr Drogentoter zum Hauptverantwortlichen erklärt. Forscher*innen um Mikko Myrskylä zeigen nun jedoch, dass Herzkreislauferkrankungen als Todesursache einen weitaus größeren Einfluss haben.

    Alle zehn Jahre stieg die Lebenserwartung in den USA im vergangenen Jahrhundert um zwei Jahre. Damit ist jetzt Schluss. Seit 2010 verbessert sich die Lebenserwartung nicht mehr. Bislang galt die Opioid-Krise mit einer steigenden Zahl Drogentoter dafür als hauptverantwortlich.

    Mikko Myrskylä, Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock, und Neil Mehta and Leah Abrams von der University of Michigan berechneten nun jedoch, dass die gleichbleibend hohe Zahl der Menschen, die an einer Herz-Kreislauferkrankung sterben, wohl weitaus größeren Einfluss hat. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Wissenschaftsjournal PNAS.

    Todesursache Drogentot beeinflusst Lebenserwartung wenig

    Die verbleibende Lebenserwartung von 25-jährigen US-Amerikanerinnen und US-Amerikanern wäre zwischen 2010 und 2017 um 1,1 Jahre gestiegen, wenn die Zahl der Herzkreislauftoten weiter so gesunken wäre, wie zwischen 2000 und 2009.

    Einen wesentlich kleineren Einfluss auf die Lebenserwartung hat dagegen die gestiegene Zahl Drogentoter. „Wäre die Zahl der Drogentoten nach 2010 konstant geblieben, wäre die Lebenserwartung der Männer nur um 0,4 Jahre, also um knapp 5 Monate gestiegen“, erklärt Mikko Myrskylä. Auf Dauer wird es deshalb nicht ausreichen, die Zahl der Drogentoten zu verringern, um die Lebenserwartung in den USA wieder im gewohnten Tempo steigen zu lassen.

    Über das MPIDR

    Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock untersucht die Struktur und Dynamik von Populationen. Die Wissenschaftler*innen des Instituts erforschen politikrelevante Themen wie den demografischen Wandel, Altern, Geburtendynamik und die Verteilung der Arbeitszeit über die Lebensspanne, genauso wie den digitalen Wandel und die Nutzbarmachung neuer Datenquellen für die Erforschung von Migrationsströmen. Das MPIDR ist eine der größten demografischen Forschungseinrichtungen in Europa und zählt international zu den Spitzeninstituten in dieser Disziplin. Es gehört der Max-Planck-Gesellschaft an, der weltweit renommierten deutschen Forschungsgemeinschaft.

    http://www.demogr.mpg.de

    Kontakt

    Silvia Leek – MPIDR Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    TELEFON +49 381 2081 – 143
    E-MAIL presse@demogr.mpg.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Mikko Myrskylä MPIDR-Autor des Artikels (spricht Englisch)
    TELEFON +49 381 2081-118
    E-MAIL myrskyla@demogr.mpg.de


    Originalpublikation:

    Mehta, N., Abrams, L., Myrskylä, M.: U.S. Life Expectancy Stalls Due to Cardiovascular Disease, not Drug Deaths. PNAS. (2020) DOI: https://doi.org/10.1073/pnas.1920391117


    Weitere Informationen:

    https://www.demogr.mpg.de/go/lebenserwartung-usa


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Gesellschaft
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    So hätte sich die Lebenserwartung der Männer in den USA entwickelt, wenn ...


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