Strategie statt Aktionismus: Krisen-Kompass für den Mittelstand

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

idw-Abo
Science Video Project



Teilen: 
31.03.2020 14:22

Strategie statt Aktionismus: Krisen-Kompass für den Mittelstand

Maxie Strate Marketing & Communications
International School of Management (ISM)

    Gerade kleine und mittelständische Unternehmen stellt die Coronakrise auf eine harte Probe und macht dabei vor kaum einer Branche halt. Um Unsicherheit und Aktionismus entgegenzuwirken, hat Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler von der International School of Management (ISM) einen Krisen-Kompass entwickelt, der in praktischen Schritten einen Weg zum systematischen Vorgehen weist.

    Ob durch Regierungsanordnungen, Lieferausfälle oder Ausbleiben der Kunden – für viele kleine und mittlere Unternehmen bedeutet die Coronakrise drastische Umsatzeinbußen. Obwohl und gerade weil die weitere Entwicklung nicht absehbar ist, gilt es jetzt vor allem, einen kühlen Kopf zu bewahren, sagt Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler. „Gerade der Mittelstand zeichnet sich neben einer starken Kundenorientierung häufig durch Reaktionsgeschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit aus, das macht vielfach große Hoffnung“, so der Management-Experte. „Blinder Aktionismus ist das falsche Mittel, ein Rückbesinnen auf grundlegende Konzepte des strategischen Managements kann häufig helfen.“ Für ein systematisches Vorgehen empfiehlt er fünf Schritte, um Probleme zu priorisieren, Lösungen abzuleiten und sogar Chancen zu entdecken.

    Schritt 1 – Krisentrends: Die Auswirkungen der Krise auf verschiedene Branchen sind vielfältig. Zunächst hilft es, die wichtigsten aktuellen Entwicklungen für das eigene Unternehmen zu identifizieren. Was führt zu unmittelbaren Problemen und muss direkt angegangen werden? Welche Trends stellen in absehbarer Zeit eine Gefahr da? Welche Entwicklungen könnten eine Chance für das Unternehmen bieten? Wer beispielsweise Innovationsprojekte jetzt nicht stoppen muss, kann mittelfristig umso mehr von neuen Produkten und Dienstleistungen profitieren.

    Schritt 2 – Wertschöpfungskette: Einige Aktivitäten der Wertschöpfungskette funktionieren auch in der Krisenzeit, andere können zu Problemen führen. Im zweiten Schritt sollten daher auch die Stufen der Wertschöpfungskette in unmittelbar problematische, mittelfristig gefährdende und gegebenenfalls positive Auswirkungen eingeteilt werden. Manche Unternehmen dürften zum Beispiel noch produzieren, sind aber wegen fehlender Teile nicht mehr in der Lage dazu. Diese Stufe würden wir also als akutes Problem rot markieren.

    Schritt 3 – Stakeholder: „Als Unternehmer kennt man seine üblichen Verdächtigen in Form von Kunden, Lieferanten oder Kooperationspartnern“, so Lichtenthaler. „Auch hier gilt es, die aktuellen oder zu erwartenden Probleme zu kategorisieren.“ Wessen Entwicklung stellt ein konkretes Problem dar? Beispielsweise könnte ein wichtiger Lieferant ausfallen. Welche neuen Akteure werden mittelfristig relevant, zum Beispiel ein zusätzlicher Logistikdienstleister?

    Schritt 4 – Schlüsselfelder: Stellt man die Ergebnisse aus Krisentrends, Wertschöpfungskette und Stakeholdern gegenüber, lassen sich systematisch die Schlüsselfelder ableiten, auf die es in den kommenden Wochen und Monaten besonders ankommt. Besonders anschaulich funktioniert das tabellarisch mit einer Analyse, welche Trends sich auf welche Stakeholder an welchen Wertschöpfungsstufen auswirken. Mit einer Farbskala können dann die einzelnen Problemstufen übersichtlich dargestellt werden. „Gerade das Priorisieren der kritischen Felder hilft, sich nicht von weniger wichtigen Entwicklungen und Herausforderungen ablenken zu lassen.“

    Schritt 5 – Maßnahmen: Die wichtigsten Maßnahmen leiten sich aus den Schlüsselfeldern ab und stellen den Kern der Initiativen zur Krisenbewältigung dar. „Für jeden dieser Kernpunkte können Sie passende Maßnahmen erstellen und die unmittelbaren nächsten Schritte angehen“, so Lichtenthaler. „Kurzfristiges 'Troubleshooting' und die strategische Vorbereitung auf die 'Post-Pandemic Period' können dabei Hand in Hand gehen.“

    Interessierten Unternehmern steht Prof. Dr. Lichtenthaler (ulrich.lichtenthaler@ism.de) gern für einen Austausch zum Krisenmanagement zur Verfügung.

    Hintergrund:
    Die International School of Management (ISM) zählt zu den führenden privaten Wirtschaftshochschulen in Deutschland. In den einschlägigen Hochschulrankings rangiert die ISM regelmäßig an vorderster Stelle.
    Die ISM hat Standorte in Dortmund, Frankfurt/Main, München, Hamburg, Köln, Stuttgart und Berlin. An der staatlich anerkannten, privaten Hochschule in gemeinnütziger Trägerschaft wird der Führungsnachwuchs für international orientierte Wirtschaftsunternehmen in kompakten, anwendungsbezogenen Studiengängen ausgebildet. Alle Studiengänge der ISM zeichnen sich durch Internationalität und hohe Lehrqualität aus. Projekte in Kleingruppen gehören ebenso zum Hochschulalltag wie integrierte Auslandssemester und -module an einer der rund 190 Partneruniversitäten der ISM.

    Pressekontakt:
    Maxie Strate
    Leiterin Marketing & Communications
    ISM International School of Management GmbH
    Otto-Hahn-Str. 19
    44227 Dortmund
    tel.: 0231.97 51 39-31
    mobil: 0175.188 48 61
    E-Mail: maxie.strate@ism.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler - ulrich.lichtenthaler@ism.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Gesellschaft, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


    Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler lehrt an der ISM Köln im Bereich Entrepreneurship.


    Zum Download

    x

    Mit dem Krisen-Kompass lassen sich die wichtigsten Maßnahmen identifizieren.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay