Wie ICD-Patienten die Corona-Krise möglichst sorgenfrei überstehen

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

idw-Abo
Science Video Project



Teilen: 
31.03.2020 22:54

Wie ICD-Patienten die Corona-Krise möglichst sorgenfrei überstehen

Kirstin Linkamp, Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Würzburg

    Die Tage strukturieren, das Grübeln begrenzen, Pessimisten meiden, den Fokus auf Positives legen und in Bewegung bleiben. Diese und weitere Empfehlungen geben Psychologen der Universität Würzburg und Kardiologen des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz Patienten mit einer Herzerkrankung auf www.icd-forum.de.

    Patienten mit einem implantierten Kardioverter-Defibrillator (kurz ICD oder Defi) haben viele Ängste und Sorgen. Nun kommt eine weitere Angst dazu: das Coronavirus. Herzpatienten gehören zu einer der Gruppen mit einem erhöhten Risiko. Psychologen der Universität Würzburg und Kardiologen des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) haben auf der Webseite www.icd-forum.de hilfreiche Informationen zusammengestellt, wie sich Patienten mit Herzerkrankungen und ihre Angehörigen in der aktuellen Situation verhalten sollten hinsichtlich der körperlichen und seelischen Gesundheit. „Wir möchten ICD-Patienten helfen, die Krise, die damit verbundene Isolation und die Ausgangsbeschränkungen so gut es geht und möglichst angenehm und sorgenfrei zu überstehen“, berichtet der Psychologe Professor Paul Pauli.

    „Herzpatienten sollten aufgrund des erhöhten Risikos unbedingt vermeiden, sich mit dem Virus anzustecken“, sagt der Psychologe Dr. Stefan Schulz. „Dies führt aktuell zu einer hohen Verunsicherung und dem Problem, dass viele Herzpatienten sich für längere Zeit in sozialer Isolation befinden. Dadurch kann die Versorgung mit Medikamenten und Lebensmitteln zur Herausforderung werden. Es ist zudem problematisch, wenn Kontrolltermine verschoben werden.“ Auf der Homepage www.icd-forum.de sammelt Stefan Schulz mit seinem ICD-Forum-Team zeitnah nützliche Hinweise zu einem lösungsorientierten Umgang mit COVID-19 für Herzpatienten und ihre Angehörigen.

    Besonders wichtig ist die Einhaltung des Therapieplans. Das gilt nicht nur für ICD-Patienten, sondern auch für Patienten mit einer Herzinsuffizienz. Professor Christoph Maack, Sprecher des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) erklärt: „Das Risiko, Herzrhythmusstörungen zu erleiden, wird durch Stress oder Angst und die damit verbundene Aktivierung des sympathischen Nervensystems erhöht. Für Herzpatienten ist es daher wichtig, in Krisenzeiten wie diesen ganz besonders darauf zu achten, die verordneten Medikamente einzunehmen und bei neuen Beschwerden oder Unsicherheiten ihren Hausarzt oder Kardiologen zu kontaktieren.“

    Das ICD-Team empfiehlt den Patienten ihre Tage gut zu strukturieren, sich kleine Tagesziele zu setzen, Medien nur gezielt und ganz bewusst zu konsumieren und den Fokus auf Positives zu setzen. „Halten Sie sich von Pessimisten fern und achten Sie auf positive Gesprächsinhalte mit Ihren Bezugspersonen“, rät Stefan Schulz. „Und bleiben Sie trotz der Ausgangsbeschränkung in Bewegung. Gehen Sie im Wald oder Feld spazieren oder tanken Sie frische Luft im Garten.“

    Die Psychologen der Universität Würzburg haben bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit Kardiologen vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) eine moderne, unkomplizierte und vor allem nachhaltige Lösung gefunden, wie man das Leben von Herzkranken, bei denen der Defi zu erheblichen psychischen Problemen geführt hat, langfristig verbessern und Ängste, aber auch die häufig damit einhergehende Depression nachweislich reduzieren kann: ein sechswöchiges, moderiertes Internet-Training mit Hilfe zur Selbsthilfe. Das Ergebnis der Studie wurde in der renommierten kardiologischen Fachzeitschrift „European Heart Journal“ publiziert. „Wir konnten zeigen, dass eine Internetintervention nicht nur nachhaltige Erfolge hat, sondern auch organisatorisch zu leisten ist und man sie in Kliniken implementieren kann. Es ist eine moderne Form, mit der man viele Patienten erreichen kann“, sagt Paul Pauli.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Stefan M. Schulz, schulz@psychologie-uni-wuerzburg.de


    Originalpublikation:

    https://academic.oup.com/eurheartj/advance-article-abstract/doi/10.1093/eurheart...


    Weitere Informationen:

    http://www.icd-forum.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Psychologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay