SORMAS unterstützt Gesundheitsämter beim Kontaktpersonenmanagement

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02.04.2020 12:55

SORMAS unterstützt Gesundheitsämter beim Kontaktpersonenmanagement

Susanne Thiele Presse und Kommunikation
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

    Am HZI entwickelte Seuchenmanagement-App für Öffentlichen Gesundheitsdienst angepasst

    Die Covid-19-Pandemie betrifft weltweit immer mehr Länder. Da das Virus bei vielen Infizierten keine oder nur milde Symptome auslöst, gehen Forscher von einer hohen Dunkelziffer aus. Um die weitere Ausbreitung zu verlangsamen, setzen Gesundheitsbehörden auf ein konsequentes Management der Kontaktpersonen bestätigter Infektionsfälle. Dafür kann der deutsche Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) zukünftig auf eine spezielle Version der Seuchenmanagement-App SORMAS zurückgreifen.

    Die Anwendung SORMAS (Surveillance, Outbreak Response Management and Analysis System) wurde am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern als Reaktion auf den Ebola-Ausbruch 2014 in Westafrika entwickelt. Das digitale Seuchenmanagement-Tool ist bereits in mehreren Ländern im Einsatz, unter anderem in Nigeria und Ghana in Distrikten mit über 85 Millionen Einwohnern. „SORMAS bedient den Bedarf für ein strukturiertes Management der Eindämmungsmaßnahmen“, sagt Prof. Gérard Krause, Leiter der Epidemiologie am HZI. Die Anwendung bietet ein integriertes digitales Melde- und Managementsystem für die Kontaktpersonen von Patienten. SORMAS vernetzt alle relevanten Akteure – etwa in Kliniken, Laboren und Behörden – über Smartphones und Tablets. So können Daten in Echtzeit gesammelt und ausgetauscht werden.

    „SORMAS ist schnell adaptierbar, sodass wir sehr früh während des Covid-19-Ausbruchs innerhalb weniger Tage ein Coronavirus-Modul hinzufügen konnten“, sagt die Virologin Dr. Juliane Dörrbecker, die die Konzeption des neuen Moduls leitete. Das Coronavirus-Modul enthält die wichtigsten klinischen und diagnostischen Parameter der Covid-19-Erkrankung. „Mit engmaschigem Kontaktpersonenmanagement können wir auch entscheiden, welche Kontaktpersonen vorrangige medizinische Versorgung brauchen und welche erstmal nur mit Informationen versorgt werden müssen“, sagt Krause. Die Forscher am HZI haben das Coronavirus-Modul nun für die Anwendung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Deutschland angepasst. „Damit wird das bestehende digitale Meldesystem in Deutschland um ein effizientes Kontaktpersonenmanagement erweitert“, sagt Krause. Gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut wird SORMAS-ÖGD-Covid19 allen interessierten Gesundheitsämtern zur Verfügung gestellt. Die Nutzung ist für die Gesundheitsämter kostenfrei.

    Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite: http://www.sormas-oegd.de

    Allgemeine Informationen zu SORMAS finden Sie auf der Webseite der Anwendung: https://sormasorg.helmholtz-hzi.de/

    Diese Pressemitteilung finden Sie auch auf unserer Homepage unter: https://www.helmholtz-hzi.de/de/aktuelles/news/news-detail/article/complete/sorm...

    Weitere Informationen zum neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und zur Coronaforschung am HZI finden Sie auf unserer Infoseite: https://www.helmholtz-hzi.de/de/aktuelles/thema/coronavirus-sars-cov-2/coronavir...

    Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:
    Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. Das HZI ist Mitglied im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). http://www.helmholtz-hzi.de

    Ihre Ansprechpartner:
    Susanne Thiele, Pressesprecherin
    susanne.thiele@helmholtz-hzi.de
    Dr. Andreas Fischer, Wissenschaftsredakteur
    andreas.fischer@helmholtz-hzi.de

    Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH
    Presse und Kommunikation
    Inhoffenstraße 7
    D-38124 Braunschweig

    Tel.: 0531 6181-1400; -1405


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


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