#WirVsVirus: Silberstreif am Horizont der Krise

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03.04.2020 13:13

#WirVsVirus: Silberstreif am Horizont der Krise

Dipl.-Medienwiss. Mischa Gutknecht-Stöhr Presse und Kommunikation
Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

    Fraunhofer-Einrichtungen aus Kassel und Lemgo nehmen am rekordverdächtigen Hackathon der Bundesregierung teil / Social Distancing Dashboard als Innovationsbeispiel

    Die Corona-Pandemie stellt unsere Gesellschaft vor die größten Heraus-forderungen der letzten 80 Jahre und testet so auch die Effektivität der Digitalisierung. Dass Netzwerken, Engagement und Kreativität die digi-talen Möglichkeiten durchaus nutzen und gemeinsamen Zielen dienbar machen können, das zeigte der Hackathon „Wir versus Virus“ der Bundes-regierung am Wochenende vom 20.-22. März 2020. Lösungsansätze in zahlreichen Domänen wurden ausgeschrieben und in Teams bearbeitet. Mit
    rekordverdächtigem Erfolg: Während die Veranstalter mit etwa 6.000 Teilnehmenden rechneten, waren es schließlich knapp 44.000 engagierte Menschen, die unter Hochdruck an den fast 1.500 innovativen Lösungen arbeiteten und allen dadurch ein wichtiges, positives Signal senden konnten: zum Beispiel mit dem Projekt „EveryoneCounts“.

    Dem Ruf der Bundesregierung zum Engagement im digitalen Umfeld auf der Suche nach Lösungsansätzen in der Corona-Krise folgten auch Wissenschaftlerin-nen und Wissenschaftler der Fraunhofer-Gesellschaft: beispielsweise mit Teilneh-merinnen und Teilnehmern aus Lemgo und Kassel. Integriert in einem Team aus 165 Menschen unterschiedlichster Orte, Branchen und Altersgruppen konzipier-ten und realisierten sie eine Anwendung, die sich in innovativer Weise einer der aktuellsten Herausforderungen überhaupt annimmt, dem „Social Distancing“. Dieser Begriff fasst diejenigen Maßnahmen zusammen, die das Aufeinandertref-fen mehrer Menschen in der Öffentlichkeit derzeit einschränken und dadurch die Zahl der Neuinfektionen minimieren sollen.

    In Teamarbeit entstand ein Social Distancing Dashboard – also eine konfigurierba-re, digitale Veranschaulichung der Wirkung der gesellschaftlichen Maßnahmen zur Abflachung der Infektionskurve. Auf dem Portal www.everyonecounts.de werden hierfür öffentlich erhobene Daten aus ganz Deutschland zusammenge-tragten und in einer Art Cockpit visualisiert – zum Beispiel anonymisierte Passan-tenfrequenzmessungen, Bahnverkehr und Daten von Google. Das Reallabor „Lemgo Digital“ des Fraunhofer IOSB-INA, konnte als bereits aktiver Hub für ur-bane Daten zum Projekt beitragen. Mit dieser offenen, wachsenden und Com-munity-bildenden Plattform ist es ab sofort möglich, die Wirkung der Minimierung sozialer Kontakte aufzuzeigen und zu verantwortungsvollem individuellen Han-deln zu motivieren. Doch nicht nur Bürgerinnen und Bürger sind Zielgruppe die-ser Lösung – auch für Städte- und Kommunalverwaltungen sowie für die Politik wurde ein nützliches Instrument geschaffen, um bei Entscheidungen zu unter-stützen.

    Außerdem stellt das Projekt eine Arbeitsgrundlage für tausende Data-Scientists dar, da die Daten über offene Schnittstellen direkt für eigene Analysen und An-wendungen verfügbar gemacht werden. An der Einbindung der Daten, die Ein-richtung der Infrastruktur der Anwendung sowie des Backends auf Amazon Web Services beteiligte sich das Fraunhofer IEE aus Kassel:"Was uns im Team – und ich glaube, damit für viele andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Hackathons zu sprechen – besonders aufgefallen ist, war das große, partnerschaftliche Enga-gement und die produktive, professionelle Zusammenarbeit“, beschreibt Stefan Siegl, Gruppenleiter für Angewandte Energieinformatik am Fraunhofer IEE , die Atmosphäre des Hackathons. „Und das mit Menschen, denen man noch nie zuvor im Leben begegnet ist. Wir haben gemeinsam Technologien auf dem aktu-ellen Stand der Technik zusammengeführt und die frühzeitige Möglichkeit entwi-ckelt, mit den jetzigen Datenquellen und denen, die noch folgen, eine transpa-rente und nützliche Bewertung des Social Distancing durchzuführen."

    Professor Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer-Standorts in Lemgo ergänzt: "Das Dashboard ist in erster Instanz ein grafisches Tool, um den Bürgerinnen und Bürgern zu zeigen, dass rationales, verantwortungsvolles Verhalten in diesen Tagen mit Gesundheit belohnt wird – wir müssen Transparenz schaffen und mo-tivieren. Außerdem ist hier eine Plattform für die wissenschaftliche Community entstanden, die weitere aussagekräftige Analysen fahren kann. Nicht zuletzt kann dies eine hilfreiche Planungs- und Entscheidungsgrundlage für Verwaltungen und Kommunen sein."


    Anhang
    attachment icon Presseinformation #EveryoneCounts

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Gesellschaft, Informationstechnik
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
    Deutsch


    Auf einen Blick: „EveryoneCounts“ zeigt die Wirkung sozialer Enthaltsamkeit und motiviert zu verantwortungsvollem Handeln


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