Technologie zur Antikörper-Herstellung aus Potsdamer Labor könnte bei der Bekämpfung des Coronavirus helfen

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09.04.2020 14:37

Technologie zur Antikörper-Herstellung aus Potsdamer Labor könnte bei der Bekämpfung des Coronavirus helfen

Dr. Stefanie Mikulla Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Potsdam

    Weltweit wird unter Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen den Coronavirus SARS-CoV-2 gearbeitet. Essenziell für die Virusforschung ist das Verständnis davon, wie Antikörper gebildet werden und wie sie funktionieren. Ein Forschungsteam um die Potsdamer Biologin Prof. Dr. Katja Hanack hat in den letzten Jahren ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Herstellung von qualitativ hochwertigen monoklonalen Antikörpern enorm beschleunigen lässt. Die Technologie kann dafür verwendet werden, in der aktuellen Situation Antikörper gegen das Coronavirus zu finden, die für die Diagnostik und Therapie eingesetzt werden können.

    Ihre Ergebnisse haben die Forschenden nun als Open-Access-Artikel in den „Nature Scientific Reports“ vorgestellt.

    Dringen Viren in den menschlichen Körper ein, werden sie von Antikörpern quasi markiert, sodass die körpereigenen Abwehrzellen sie effektiv bekämpfen können. Auf dem Vorhandensein und der Menge von Antikörpern basieren auch Verfahren, mit denen sich eine Coronavirus-Infektion nachweisen lassen. Antikörper lassen sich in vitro – also künstlich im Labor – herstellen. Mit bisher üblichen Methoden ist das sehr aufwendig und dauert bis zu zwölf Monate. Die Potsdamer Biologin Katja Hanack hat eine Methode entwickelt, mit der eine bestimmte Art von Antikörpern, nämlich qualitativ hochwertige monoklonale Antikörper, in weniger als drei Monaten hergestellt werden kann: das innovative, in Europa und den USA patentierte Antikörper-Screening SELMATM.
    Die SELMATM-Technologie wurde an der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Stiftungsprofessur für Immuntechnologie von Katja Hanack entwickelt und in das 2014 gegründete Biotech-Unternehmen new/era/mabs für eine Verwertung transferiert. Es basiert auf dem Finden und Isolieren von spezifischen Antikörper-produzierenden Zellen. Diese neue Antikörper-Generation kann flexibel auf jeden gewünschten Antikörper abgewandelt werden – so auch auf einen, der das Coronavirus erkennt und markiert.

    Katja Hanack hat seit 2015 an der Universität Potsdam die Stiftungsprofessur für Immuntechnologie inne. Mit ihrer Forschungsgruppe am Institut für Biochemie und Biologie der Universität Potsdam baut sie eine künstliche Immunreaktion im Labor auf. Bereits im Jahr 2014 gründete sie gemeinsam mit Pamela Holzlöhner das Unternehmen new/era/mabs, das die maßgeschneiderte Herstellung von monoklonalen Antikörpern anbietet. Die Gründungsidee der beiden Wissenschaftlerinnen wurde im Jahr 2014 mit dem Guido-Reger-Gründerpreis der Universität Potsdam prämiert.
    Die Forschungsgruppe um Katja Hanack hat ihre zukunftsweisenden Ergebnisse zum Antikörper-Screening kürzlich als Open-Access-Artikel in den „Nature Scientific Reports“ veröffentlicht. Die im Artikel beschriebene fortschrittliche und hocheffektive Methode soll künftig auch in der Herstellung humaner Antikörper zur therapeutischen Anwendung zum Einsatz kommen.

    Zum Artikel:
    Listek, M., Hönow, A., Gossen, M. and Hanack, K. A novel selection strategy for antibody producing hybridoma cells based on a new transgenic fusion cell line. Sci Rep 10, 1664 (2020). https://doi.org/10.1038/s41598-020-58571-w

    Zur Webseite der new/era/mabs GmbH:
    https://www.neweramabs.com/

    Kontakt:
    Prof. Dr. Katja Hanack, Stiftungsprofessur Immuntechnologie
    Tel. 0331-977-5348, E-Mail: katja.hanack@uni-potsdam.de

    Abbildung: Schematische Darstellung eines künstlichen Zelloberflächenrezeptors (gelb) mit gebundenem Antigen (grün) und Antikörper (blau, grau). © new/era/mabs

    Medieninformation 09-04-2020 / Nr. 042
    Dr. Stefanie Mikulla

    Universität Potsdam
    Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Am Neuen Palais 10
    14469 Potsdam
    Tel.: +49 331 977-1474
    Fax: +49 331 977-1130
    E-Mail: presse@uni-potsdam.de
    Internet: www.uni-potsdam.de/presse


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Chemie
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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