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29.04.2020 10:51

Wie wirkt transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung?

Melanie Neugart Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung

    Forschungsprojekt TransImpact gibt Sonderheft der Zeitschrift Environmental Science & Policy heraus.

    Transdisziplinäre Forschung kann – etwa in der Nachhaltigkeitsforschung – die Lösung komplexer gesellschaftlicher Probleme gezielt unterstützen. Denn transdisziplinäre Forschung öffnet sich, über Disziplingrenzen hinweg, auch für Erfahrungs- und Alltagswissen und erweitert mit diesem speziellen, aber nicht wissenschaftlichen Wissen den Erkenntnisprozess. Wie aber kann die transdisziplinäre Forschung ihre gesellschaftliche Wirkung optimal entfalten? Zu dieser Thematik ist nun eine Sonderausgabe der Zeitschrift Environmental Science & Policy erschienen.

    Die Sonderausgabe „Transdisciplinary Sustainability Research – Linking research processes and outputs to societal effects“ der Zeitschrift Environmental Science & Policy ist auf Initiative von Wissenschaftler*innen des Forschungsprojekts TransImpact entstanden. Die Online-Publikation umfasst zwei Beiträge mit zentralen Projektergebnissen aus TransImpact und zwölf weitere Artikel von internationalen Gastautor*innen. Damit ist eine einmalige Zusammenstellung von Beiträgen veröffentlicht, die das Thema Wirkungen transdisziplinärer Forschung von verschiedenen Seiten her beleuchtet.

    Als ein Mehrwert des transdisziplinären Forschungsansatzes gilt, dass er nicht nur „beobachtet“, sondern gesellschaftlich komplexe Problemlagen beschreiben, analysieren und zu ihrer Lösung beitragen kann. Transdisziplinäre Forschung zielt auf sozial robuste, akzeptierte und umsetzbare Ergebnisse ab, die das Potenzial für gesellschaftliche Veränderungen haben. Aber wie genau kann transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung Wirkungen in Gesellschaft und Wissenschaft entfalten und was sind die zentralen Kategorien zur Beschreibung verschiedener Typen und Skalendimensionen von Wirkungen? Wie ist mit Risiken und unbeabsichtigten Auswirkungen in transdisziplinären Forschungsprozessen umzugehen? Und wie beeinflusst die Wahl der Methoden und Verfahren die Wirkung und die Qualität der Ergebnisse?

    Überblick über den internationalen Stand der transdisziplinären Forschung

    „Das breite Spektrum der veröffentlichten Beiträge bietet einen guten Überblick über den internationalen Stand der Forschung zur gesellschaftlichen Wirksamkeit von transdisziplinären Forschungsansätzen“, sagt Alexandra Lux, Leiterin des Projekts TransImpact. „Die Texte zeigen aber auch, dass es noch viele offene Fragen zur Wirksamkeit transdisziplinärer Forschung gibt, etwa den Zusammenhang mit Theorien des gesellschaftlichen Wandels, Fragen der Partizipation und der Co-Kreation sowie der Evaluation.“ Unter der Federführung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung und in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) an der TU Berlin haben Wissenschaftler*innen in Projekt TransImpact analysiert, auf welche Weise transdisziplinäres Forschen erwünschte gesellschaftliche und wissenschaftliche Wirkungen erzielen kann.

    TransImpact: Wirkungsforschung im engen Austausch mit Akteuren

    Dazu hat das Forschungsteam 16 transdisziplinäre Forschungsprojekte ausgewertet und vier Themenschwerpunkte im engen Austausch mit Wissenschaftler*innen, Praxisakteuren und Förderinstitutionen bearbeitet: (1) Festlegung von Wirkungskorridoren in der Phase der Problemdefinition; (2) Entstehung von Wirkungspotenzialen bei der Beteiligung von Praxisakteuren und (3) dabei angewandte Vorgehensweisen zur Integration heterogener Wissensbestände; (4) Verstärkung der Wirksamkeit von Projekten durch den Aufbau von Übertragungspotenzialen und das Verallgemeinern von Erkenntnissen aus Einzelfalluntersuchungen. Bereits abgeschlossene transdisziplinäre Forschungsprojekte wurden systematisch ausgewertet und die Ergebnisse mit den Projektakteuren und weiteren Expert*innen transdisziplinärer Forschungspraxis aufgearbeitet. In der Sonderausgabe wird in einem Beitrag ein Einblick in die übergreifenden Ergebnisse dieser Untersuchung gegeben sowie in einem weiteren der vierte Themenschwerpunkt vertieft.

    Die Beiträge der Sonderausgabe „Transdisciplinary Sustainability Research – Linking research processes and outputs to societal effects” sind als Download verfügbar:
    https://www.sciencedirect.com/journal/environmental-science-and-policy/special-i...

    Das Forschungsprojekt „TransImpact – Wirkungsvolle transdisziplinäre Forschung. Analyse und Transfer von Standards für transdisziplinäre Forschung“ wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung gefördert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Alexandra Lux
    Transdisziplinäre Methoden und Konzepte
    Forschungsschwerpunktleiterin
    ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung
    Frankfurt am Main
    +49 69 7076919-27
    +49 69 7076919-11
    lux(at)isoe.de


    Originalpublikation:

    Schäfer, Martina/Alexandra Lux/Matthias Bergmann (Ed.) (2020): Transdisciplinary Sustainability Research – Linking research processes and outputs to societal effects. Virtual Special Issue. In: Environmental Science and Policy, online resource https://www.sciencedirect.com/journal/environmental-science-and-policy/special-i... (28 April 2020).


    Weitere Informationen:

    https://www.isoe.de/nc/forschung/projekte/project/transimpact/
    https://td-academy.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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