Barbara Scholkmann-Preis fördert junge Archäologen

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14.05.2020 13:24

Barbara Scholkmann-Preis fördert junge Archäologen

Antje Karbe Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

    Abteilung Archäologie des Mittelalters zeichnet Doktorarbeiten aus: Wie stellten sich Adlige bei Reiterspielen dar und was verrät Laserscanning über die österreichische Burg Scharfeneck?

    Der Barbara Scholkmann-Preis der Historischen Archäologie geht in diesem Jahr an Dr. Fabian Brenker und Dr. Roland Filzwieser. Der an der Universität Tübingen vergebene Preis würdigt herausragende Arbeiten, mit denen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler einen erkennbaren Forschungsfortschritt für die Historische Archäologie anstoßen. Er ist in diesem Jahr mit insgesamt 3.000 Euro dotiert und wird 2020 zum zweiten Mal von der Abteilung Archäologie des Mittelalters der Universität und dem Verein zur Förderung der Archäologie des Mittelalters Schloss Hohentübingen verliehen. Der Festakt wird aufgrund der Corona-Pandemie auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

    Dr. Fabian Brenker ist wissenschaftlicher Volontär am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Er hat in Tübingen Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters sowie Geschichtswissenschaften studiert, bevor er in Bamberg den Master „Interdisziplinäre Mittelalterstudien“ abschloss. Seine nun ausgezeichnete Arbeit an der Universität Innsbruck hat er mit einem Stipendium der bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk ausgearbeitet.

    In seiner Dissertation befasst sich Brenker fächerübergreifend mit Bildern von Turnieren und Lanzenspielen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Diese fanden sich etwa auf Ofenkacheln, Wandmalereien und an gut sichtbaren Stellen in Stuben und Sälen. Nur Adelige und wenige Bürgerliche nahmen an solchen Reiterspielen teil ‒ Bilder dieser Ereignisse lassen deshalb Rückschlüsse über die Selbst- und Fremdwahrnehmung der damaligen Menschen zu. Über Orte, Zeichen und Auftraggeber hat der Archäologe für unterschiedliche Sozialgruppen eigene Kommunikationsmuster herausgearbeitet: Manche erinnerten an ein spezielles Ereignis, andere zogen die Bilder nur als Genre heran, um keine Standesregeln zu verletzen. Über Wappen präsentierten die Dargestellten ihr persönliches Umfeld oder ihre Hervorhebung durch den Landesfürsten und damit gleichzeitig dem Betrachter ihre gesellschaftliche Position.

    Dr. Roland Filzwieser, geboren in Graz (Österreich), hat an der Universität Wien sowie an den Universitäten Graz und Oslo Geschichte, Germanistik und Skandinavistik studiert. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie in Wien. Zudem arbeitet er derzeit an einem Forschungsprojekt des Naturhistorischen Museums Wien mit. Seine Schwerpunkte liegen in der Erforschung mittelalterlicher Landschaften in Nord-, Mittel- und Osteuropa, hierfür kombiniert er die Methoden und Quellen der Archäologischen Prospektion (die zerstörungsfreie Erfassung archäologischer Hinterlassenschaften), der Historischen Archäologie und der Digital Humanities.

    Seine Dissertation befasst sich mit der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Landschaft von Burg und Herrschaft Scharfeneck im Osten Österreichs, an der ehemals ungarischen Grenze. In der Arbeit stützte er sich auf schriftliche Quellen und historische Karten, aber auch auf Erkenntnisse aus dem sogenannten „Airborne Laserscanning“. Dabei wird die Erdoberfläche von einem Flugzeug aus per Laser abgetastet, um ein Oberflächenmodell zu erstellen. Durch seine interdisziplinäre Herangehensweise vereint Roland Filzwieser somit etablierte Methoden und Quellen der Archäologischen Prospektion und der Landschaftsarchäologie mit jenen der Geschichtswissenschaft. Dies erlaubte es ihm, die vielfältigen Wandlungsprozesse der historischen Landschaft Scharfeneck mit ihren Wehranlagen, Grenzen, Wegenetzen und Flursystemen im Verlauf des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit zu rekonstruieren.

    Stifterin des Förderpreises ist Professorin Barbara Scholkmann, die bis 2007 Professorin für Archäologie des Mittelalters an der Universität Tübingen war. Die Jury bestand aus Tilmann Marstaller M.A., Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Archäologie des Mittelalters Schloss Hohentübingen e.V.; Professorin Natascha Mehler, Universität Wien; Professorin i.R. Barbara Scholkmann; Professor Rainer Schreg, Universität Bamberg; Professor Matthias Wemhoff, Museum für Vor- und Frühgeschichte, Berlin; Vertretungsprofessor Lukas Werther, Universität Tübingen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    PD Dr. Lukas Werther
    Universität Tübingen
    Abteilung für Archäologie des Mittelalters
    Telefon +49 7071 29-78559
    lukas.werther[at]uni-tuebingen.de


    Weitere Informationen:

    https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/alter...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


    Dr. Fabian Brenker


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    Dr. Roland Filzwieser


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