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18.05.2020 17:08

ZWM-Digitaltagung Wissenstransfer als Aufgabe von Hochschulen und Forschungseinrichtungen - ZWM@Home

Theo Hafner Interaktion und Kommunikation
Zentrum für Wissenschaftsmanagement e.V. Speyer (ZWM)

    Das ZWM richtet am 22. und 23. Juni die Digitaltagung ZWM@Home State of the Art 2020 zum Thema "Wissenstransfer als Aufgabe von Hochschulen und Forschungseinrichtungen" aus. Maßgeblich an der inhaltlichen Konzeption und Organisation beteiligt ist 2020 ZWM-Vorstandsmitglied Univ.-Prof. Dr. Michael Hölscher. Professor Hölscher ist zugleich Lehrstuhlinhaber am Lehrstuhl für Hochschul- und Wissenschaftsmanagement der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer. Eine vertiefte Entscheidungsgrundlage für eine Teilnahme an der ZWM@Home bietet das 10-minütige ZWM-Interview mit Professor Hölscher - als Text oder als Video: https://youtu.be/sSJq5rDqtM8

    Das Zentrum für Wissenschaftsmanagement (ZWM) richtet am 22. und 23. Juni die Digitaltagung ZWM@Home State of the Art 2020 zum Thema "Wissenstransfer als Aufgabe von Hochschulen und Forschungseinrichtungen" aus. Angesprochen werden EntscheiderInnen in Hochschulleitungen und in der Leitungsebene außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, „transferaktive WissenschaftlerInnen“, dem Bereich der dritten Mission zugeordnete VerwaltungsmitarbeiterInnen sowie Interessierte aus Politik und Gesellschaft. Für alle TeilnehmerInnen erhebt das ZWM eine einheitliche Schutzgebühr von 40,- Euro.
    Maßgeblich an der inhaltlichen Konzeption und Organisation der Digitaltagung beteiligt ist 2020 die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, genauer der dortige Lehrstuhl für Hochschul- und Wissenschaftsmanagement. Mehr Hintergrundinformationen und damit eine vertiefte Entscheidungsgrundlage für eine Teilnahme an der ZWM@Home bietet ein 10-minütiges Interview mit Professor Hölscher.

    ZWM: Herr Prof. Hölscher, wie kann Wissenstransfer an den unterschiedlichen Wissenschaftseinrichtungen gelingen, was sind dafür unverzichtbare Bedingungen?
    Michael Hölscher:
    Zunächst einmal würde ich sagen, dass es hier keine „one size fits all“-Bedingung gibt, also es gibt nicht die eine Bedingung, die unbedingt erfüllt sein muss. Was Sie aber in der Frage ja schon betont haben, ist, dass es unterschiedliche Einrichtungen und auch unterschiedliche Formen des Transfers gibt. Insofern wäre eine notwendige, wenn auch vielleicht nicht hinreichende übergeordnete Bedingung innerhalb der Wissenschaftseinrichtungen für ein Gelingen des Transfers, dass man eben sich dieser unterschiedlichen Formen und ihrer spezifischen Bedingungen bewusst ist. Eine zweite Bedingung, die ich betonen würde, ist, dass Transfer immer mindestens zwei Seiten, zwei Partner einschließt. Gelingender Transfer setzt voraus, dass ich mich auf den jeweils anderen und seine Eigenlogik zumindest zu einem gewissen Grad einlasse, und das gilt für beide Seiten.

    ZWM: Wenn sich soziale, wirtschaftliche und kulturelle Bedarfe der Gesellschaft und die entsprechenden Aufgaben von Hochschulen bzw. Forschungsinstitutionen unauflösbar verschränken, wie können Hochschulen und Forschungseinrichtungen zum wirtschaftlichen Erfolg und zu kultureller Vielfalt in unserer modernen Gesellschaft am Besten beitragen?
    Michael Hölscher:
    Zunächst einmal muss man betonen, dass diese Verschränkung ja nichts Neues ist. Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen wurden seit jeher gegründet, um gesellschaftliche Bedarfe zu befriedigen, oder zumindest zu ihrer Befriedigung maßgeblich beizutragen.
    Gerade die Universitäten haben dabei eine doppelte Funktion, nämlich sowohl der Tradierung bzw. Erhaltung von Wissen (weshalb z.B. Bibliotheken oder Museen eine so wichtige Rolle spielen), als auch die Schaffung von neuem Wissen. Die Wissenschaft ist damit eine wichtige Reflexions-Instanz für die Gesellschaft.
    Diese Aufgabe hat sie als spezifisches Funktionssystem mit einer eigenen Logik historisch ausgebaut. Und ich glaube, dass die Wissenschaft dann diese Aufgabe am besten erfüllen kann, wenn sie ihrer Eigenlogik, nämlich der vorbehaltlosen, methodisch sauberen, Suche nach Wahrheit, möglichst treu bleibt. Gleichzeitig ist die Wissenschaft eng mit anderen gesellschaftlichen Subsystemen verbunden, strukturell gekoppelt, und diese Kopplung muss ihr bewusst sein und von der Wissenschaft, z.B. im Transfer, aufgegriffen werden.

    ZWM: Gibt es beim Wissenstransfer hin zu gesellschaftlichen Akteuren und Institutionen Aufgaben von wissenschaftlichen Einrichtungen, die sich jetzt in der Corona-Krise noch stärker als zuvor herauskristallisieren?
    Michael Hölscher:
    Was vor allem gewachsen ist, ist die öffentliche Aufmerksamkeit für explizit wissenschaftlich fundiertes Wissen. Und hier ist sicher eine ganz große Aufgabe im Bereich der Wissenschaftskommunikation zu sehen. Dies wird aktuell ja z.B. durch eine entsprechende Ausschreibung der VolkswagenStiftung, aber auch durch unser eigenes Graduiertenkolleg an den Unis Magdeburg, Halle-Wittenberg und Speyer deutlich.

    ZWM: Was sind die wichtigsten inhaltlichen Aspekte bei der ZWM-Digitaltagung zum Wissenstransfer?
    Michael Hölscher:
    Ich habe am Anfang erwähnt, dass es auf die unterschiedlichen Formen des Transfers ankommt. Wir versuchen, auf der ZWM-Tagung die gesamte Breite des Transfers darzustellen, insbesondere den klassischen Wissens- und Technologietransfer, den Bereich der Weiterbildung, drittens gesellschaftliches Engagement und last but not least die gerade angesprochene Wissenschaftskommunikation als Querschnittsthema.
    Außerdem versucht das ZWM ja explizit auch immer das Wissenschaftssystem als integriertes Ganzes anzusprechen. Auch das spiegelt sich in der Tagung, indem wir neben Fachhochschulen und Universitäten auch die großen Außeruniversitären vertreten haben, genauso wie die Wissenschaftspolitik und natürlich den wissenschaftsunterstützenden Bereich.

    ZWM: Auf welche besonderen „Leckerbissen“ können sich die Teilnehmenden an der Tagung freuen?
    Michael Hölscher:
    Ich würde sagen, wir haben für jeden Geschmack einen eigenen Leckerbissen. Besonders gespannt bin ich auf einen praxisorientierten Workshop zu Poetry-Slam mit Bas Böttcher. Aber wir haben natürlich auch die klassischen Keynotes. z.B. Herrn von Kielmansegg vom BMBF, Frau Diehl von Helmholtz, Frau Pellert von der Fernuni Hagen und Herrn Schütte von der bereits erwähnten VolkswagenStiftung.

    ZWM: Dies ist für das ZWM die erste rein digital stattfindende Tagung. Wie wollen Sie die fachliche Interaktion unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern befördern, wenn diese sich nur virtuell begegnen können?
    Michael Hölscher:
    Wir haben sehr prominent besetzte Workshops und ein hochkarätiges Abschlusspanel. Hier ist sicherlich inhaltlicher Austausch möglich. Wir werden diverse digitale Kanäle für Fragen, Kommentare, Feedback etc. einsetzen und hoffen, dass sich die Teilnehmenden intensiv daran beteiligen. Darüber hinaus ist ein „Markt der Möglichkeiten“ geplant, wo sich viele Transferaktivitäten vorstellen werden. Die Idee ist, dass man Inspirationen, die man hier findet, auch im Nachgang der Tagung dann aufgreift und auf die Leute zugeht.
    Insofern habe ich um den fachlichen Austausch keine Sorgen. Was etwas fehlen wird, ist aber wohl der sonst ebenfalls wichtige soziale Austausch. Hier überlegen wir noch, ob bzw. wie man das wenigstens teilweise auffangen kann.

    ZWM: Was wäre noch wichtig zu wissen in Sachen ZWM-Digitaltagung?
    Michael Hölscher:
    Wir haben lange überlegt, ob wir die Tagung kostenlos anbieten sollen. Wir sind aber der Meinung, dass sehr gute Inhalte nicht nur deswegen kostenlos sein können, weil sie digital angeboten werden. Die sehr niedrige Schutzgebühr von 40,- Euro ist nicht kostendeckend, soll aber deutlich machen, dass auch eine digitale Tagung für das ZWM und die Referentinnen und Referenten eine ganze Menge an Arbeit bedeutet.
    Im nächsten Jahr hoffen wir dann, die TeilnehmerInnen wieder persönlich auf der ZWM-Tagung State of the Art 2021 begrüßen zu dürfen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Univ.-Prof. Dr. Michael Hölscher,
    Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer,
    E-Mail: hoelscher@uni-speyer.de


    Weitere Informationen:

    - Das Interview mit Professor Hölscher auf YouTube
    https://www.zwm-speyer.de/digitaltagung_wissenstransfer Mehr Informationen und Anmeldemöglichkeit zur ZWM@Home Digitaltagung


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    ZWM@Home Digitaltagung "Wissenstransfer als Aufgabe von Hochschulen und Forschungseinrichtungen"


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