Neues Musicallexikon im Internet veröffentlicht

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Imagefilm
Science Video Project



Teilen: 
15.06.2020 15:11

Neues Musicallexikon im Internet veröffentlicht

Nicolas Scherger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

    Frei zugängliche Online-Enzyklopädie zum populären Musiktheater im deutschsprachigen Raum von 1945 bis heute

    Mehr als 300 Musicals sind schon dokumentiert, viele weitere sollen folgen: Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik (ZPKM) der Universität Freiburg hat die Online-Enzyklopädie www.musicallexikon.eu veröffentlicht. Darin aufgenommen werden alle Werke des populären Musiktheaters, die im deutschsprachigen Raum zwischen 1945 und der Gegenwart zum ersten Mal auf die Bühne gebracht wurden. Jede weitere Selektion unterbleibt – der
    Erfolg der einzelnen Produktion, ihre Bedeutung, Prominenz oder die Größe der Spielstätte spielen dafür keine Rolle. Das neue Angebot beruht auf den Beständen des Deutschen Musicalarchivs, das am ZPKM angesiedelt ist. Alle Interessierten können das Lexikon kostenlos und ohne Anmeldung nutzen.

    Das Musical ist seit den 1980er Jahren die erfolgreichste Gattung des populären Musiktheaters – was die Zuschauerzahlen ebenso wie den Umsatz und die öffentliche Resonanz betrifft. Die Gattung ist aber nicht nur als Teil der internationalen Unterhaltungsbranche von Bedeutung, sondern hat sich auch künstlerisch zu einer Form des Musiktheaters entwickelt, die neben der traditionellen Oper oder der Operette ästhetisch bestehen kann und zudem aktuelle gesellschaftliche Konflikte verhandelt. Aus diesem Grund gibt es mittlerweile zahlreiche Musicalführer, wie der Berliner Theaterwissenschaftler Dr. Wolfgang Jansen – der das Online-Musicallexikon zusammen mit dem Sammler und Förderer des Deutschen Musicalarchivs Klaus Baberg herausgibt – zu berichten weiß. Das neue Angebot wolle diese nicht ersetzen, sondern eine bestehende Lücke schließen: „Unser Lexikon orientiert sich nicht primär am Libretto des jeweiligen Stücks, wie es seit den frühen Schauspiel-, Opern- und Operettenführern um 1900 üblich ist, sondern an der performativen Praxis, die unmittelbar zu den Werken gehört – in diesem Fall an den Ur- und Erstaufführungen.“ Im Online-Lexikon werden differenzierte Angaben zu den einzelnen Werken gemacht: der Titel der Ur- oder Erstaufführung, die Gattungsbezeichnung, die Namen der Komponistinnen und Komponisten, Autorinnen und Autoren sowie Übersetzerinnen und Übersetzer, gegebenenfalls die adaptierte Vorlage, das Datum der Premiere, die Spielstätte sowie den Namen der Stadt. „Darüber hinaus wird das Inszenierungsteam und die Premierenbesetzung genannt“, erklärt Jansen. „Unser Ziel ist außerdem, die internationale Verbreitung eines Werks zu dokumentieren.“

    Das neue Online-Angebot richtet sich an alle Interessierten: von Fans und Theaterbesucherinnen und -besuchern über Journalistinnen und Journalisten bis hin zu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Fächer. Das Musicallexikon versteht sich als work-in-progress. „Die Herausgeber erbitten von den Leserinnen und Lesern Quellen oder quellenfundierte Hinweise zur weiteren Vervollständigung des Lexikons“, hebt Baberg hervor. „Wir bemühen uns zudem um die Integration zeitgenössischer Inszenierungsfotos.“

    Das Deutsche Musicalarchiv wurde im Jahr 2010 gegründet und steht seit 2013 unter staatlichem Denkmalschutz. Der Geschäftsführende Direktor des ZPKM, Dr. Dr. Michael Fischer, stellt den positiven Zusammenhang zwischen dem Musicalarchiv und der neuen Enzyklopädie heraus: „Erst durch das in unserem Haus versammelte Quellenmaterial ist ein solches Lexikon mit seiner Informationsfülle überhaupt denkbar.“ Das ZPKM freue sich, dass es nach dem Historisch-kritischen Liederlexikon und dem Songlexikon nun ein drittes Online-Projekt veröffentlicht: „Wir sind nicht nur dankbar, dass unser Zentrum bei einer externen Evaluierung im letzten Jahr als exzellent bezeichnet wurde, sondern auch dafür, dass wir nun in Zusammenarbeit mit Wolfgang Jansen und Klaus Baberg erneut exzellente Forschungsleistungen im Internet präsentieren können.“

    www.musicallexikon.eu

    Kontakt:
    Dr. Dr. Michael Fischer
    Zentrum für Populäre Kultur und Musik
    Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
    Tel: ++49 (0)761/70503-15
    michael.fischer@zpkm.uni-freiburg.de

    Kontakt zu den Herausgebern:
    Dr. Wolfgang Jansen
    wolfgang.jansen@web.de

    Klaus Baberg
    musicalarchiv@googlemail.com


    Originalpublikation:

    https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2020/neues-musicallexikon-im-internet-veroeffe...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Musik / Theater
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay