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18.06.2020 14:02

GDNÄ-Vizepräsident Reinhard Hüttl im Interview: Die eigentliche Krise bleibt der Klimawandel

Michael Dröscher Pressereferat
Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte e. V.

    Prof. Reinhard Hüttl, Leiter des Deutschen Geoforschungszentrums und Vizepräsident der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte e.V., berichtet über die besonderen Bedingungen für die Forschung in Corona-Zeiten, die Anforderungen an die Energieversorgung von morgen, die Bedeutung der Wasserstofftechnologie und den Wert guter Wissenschaftskommunikation. Das vollständige Interview ist auf www.gdnae.de abzurufen.

    "Die Forschung geht auch in Corona-Zeigen weiter", sagt Prof. Hüttl, "wenn auch mit erheblichen Verzögerungen". Insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs sei davon betroffen, weil Praktika und Tagungen abgesagt werden mussten. Deshalb werden auch die Termine für die Abschlussarbeiten verlängert und es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, unter Beachtung des Infektionsschutzes die Arbeit in den Projekten wieder möglich zu machen.

    So schwierig es in den Corona-Zeiten auch ist, die eigentliche Krise, so Prof. Hüttl, ist nach wie vor der Klimawandel. Er fordert dafür eine Doppelstrategie. Einerseits müsse der Ausstoß der Klimagase drastisch gesenkt werden, andererseits müssten wir uns an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen, z.B. durch eine widerstandsfähigere Landwirtschaft und eine klimaneutrale Energieversorgung mit besonders Blick auf die Speicherung. Hier spricht er die große Bedeutung der unterirdischen Gasspeicher und der Wasserstofftechnologie an. Er bedauert, dass die deutsche Strategie zu sehr auf der E-Mobilität aufbaut und nicht die Alternative klimaneutraler Wasserstoff in den Vordergrund stellt.

    Als Vizepräsident der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte ist "Wissenschaftskommunikation" ein zentrales Thema für Prof. Hüttl, so dass er es in den Mittelpunkt der Jubiläumsversammlung zum 200. Jahrestag der GDNÄ im Jahr 2022 in Leipzig gestellt hat: "Gerade im naturwissenschaftlichen und medizinischen Kontext ist es notwendig, dass der aktuelle Wissensstand bestmöglich kommuniziert wird, um für alle relevanten Entscheidungsprozesse zur Verfügung zu stehen. In der Corona-Krise wurde die Bedeutung der Wissenschaft und die entsprechende Kommunikation sehr deutlich. Andererseits erleben wir auch die Kommunikation von Fake-News: Ihnen gilt es, durch faktenbasierte Kommunikation entgegenzuwirken."

    Reinhard Hüttl

    Seit 2007 ist Prof. Dr. Reinhard Hüttl (63) Wissenschaftlicher Vorstand am Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ). Nach seiner Habilitation an der Universität Freiburg lehrte und forschte der aus Regensburg stammende Forst- und Bodenwissenschaftler ein Jahr lang in Hawaii, bevor er 1993 auf den Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung an der Brandenburgischen-Technischen Universität in Cottbus berufen wurde. Reinhard Hüttl engagiert sich in vielen wissenschaftlichen Gremien und Institutionen. Er ist Mitglied verschiedener nationaler und internationaler Akademien, Träger des Bundesverdienstkreuzes und Ehrendoktor der Universität für Bodenkultur in Wien. Von 2008 bis 2017 war er Präsident von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften. Er ist Vizepräsident der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte und wird 2021 für zwei Jahre die Präsidentschaft übernehmen. Unter seiner Leitung findet die 132. Versammlung in Leipzig statt, bei der das 200-jährige Bestehen der GDNÄ gefeiert wird.


    Weitere Informationen:

    https://www.gfz-potsdam.de/startseite/
    https://www.gdnae.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler
    Chemie, Energie, Geowissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


    Prof. Dr. Reinhard Hüttl, Leiter des Deutschen Geoforschungszentrums und Vizepräsident der GDNÄ


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