TU Berlin: Grimme Online Award für „Eigensinn im Bruderland“

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29.06.2020 15:21

TU Berlin: Grimme Online Award für „Eigensinn im Bruderland“

Stefanie Terp Stabsstelle Kommunikation, Events und Alumni
Technische Universität Berlin

    Die Webdokumentation des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin zeigt, wie Migrant*innen in der DDR lebten – ein unbekanntes Thema

    Die Webdokumentation „Eigensinn im Bruderland“ des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU Berlin ist mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet worden. Der Preis prämiert hochwertige Online-Angebote. Die Webdokumentation berichtet über Migrant*innen, die als Vertragsarbeiter*innen, als Studierende oder politische Emigranten in die DDR kamen und ihre eigenen Vorstellungen behaupteten. Menschen aus Äthiopien, Chile, Mosambik, der Türkei und Vietnam erzählen von ihren Erfahrungen und von ihren Kämpfen. Zeitzeugeninterviews und animierte Illustrationen geben persönliche Einblicke in das Leben als Migrant*innen in der DDR. Akten der DDR-Behörden und Einführungstexte erläutern die politischen Hintergründe zur Migration in die DDR.

    Zwischen 1951 und 1989 studierten circa 70.000 junge Menschen aus über 125 Ländern in der DDR, etwa die Hälfte kam aus den sogenannten „befreundeten Staaten“ wie Vietnam, Mosambik, Kuba oder Chile. Sie bezahlten meist keine Studiengebühren, bekamen einen Wohnheimplatz und häufig ein Stipendium der DDR. Auf www.bruderland.de erzählen ehemalige Student*innen, wie sie ihre Chancen nutzen – nicht immer im Sinne ihrer Regierungen.

    Ende 1989 lebten rund 190.000 Migrant*innen in der DDR, fast 60.000 kamen aus Vietnam.

    Die größte Gruppe von Migrant*innen bildeten die „ausländischen Werktätigen“. Bilaterale Abkommen sollten ihnen eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung garantieren, doch die DDR-Führung sah in ihnen vor allem dringend benötigte Arbeitskräfte. Studierende und politisch Verfolgte waren die beiden anderen großen Migrant*innengruppen.

    „Die DDR zeigte sich offiziell weltoffen, betonte die internationale Solidarität. Und doch sind heute Alltagsrassismus und rassistische Parteien auf dem Gebiet der ehemaligen DDR so verbreitet. Wir wollten daher wissen, wie sich Migrant*innen in der DDR behauptet haben“, erklärt Dr. Isabel Enzenbach, die als ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin des ZfA zusammen mit Julia Oelkers von „out of focus medienprojekte“ die Dokumentation erarbeitet hat.

    Zur Webdokumentation „Eigensinn im Bruderland“
    https://bruderland.de

    Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
    Dr. Isabel Enzenbach TU Berlin
    Fellow am Zentrum für Antisemitismusforschung
    E-Mail: isabel.enzenbach@tu-berlin.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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