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10.07.2020 12:45

Sustainable Development Report 2020 – Nachhaltigkeitsziele und Covid-19

Tanja Vogel Stabsstelle Kommunikation
Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)

    Der vom Sustainable Development Solutions Network (SDSN) und der Bertelsmann Stiftung herausgebrachte Sustainable Development Report (SDR) 2020 (Sachs et al. 2020) wurde am 1. Juli auf einem Online-Event gelauncht. Der Bericht zeigt, dass die sozialen, ökonomischen, ökologischen und politischen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie die Fortschritte auf dem Weg zu den Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) gefährden. Der Bericht nennt fünf Schlüsselmaßnahmen, die eine globale Zusammenarbeit mit Blick auf die Pandemie umfassen sollte.

    Der vom Sustainable Development Solutions Network (SDSN) und der Bertelsmann Stiftung herausgebrachte Sustainable Development Report (SDR) 2020 (Sachs et al. 2020) wurde am 1. Juli auf einem Online-Event gelauncht. Der Bericht zeigt, dass die sozialen, ökonomischen, ökologischen und politischen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie die Fortschritte auf dem Weg zu den Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) gefährden. Gleichzeitig beschreibt der Bericht, wie die SDGs für die Phase nach der Covid-19-Pandemie genutzt werden können, um mehr Nachhaltigkeit und Resilienz zu erreichen. Seit seiner Einführung im Jahr 2016 enthält der SDR jedes Jahr aktuelle Daten, um die Leistung aller UN-Mitgliedsstaaten in Bezug auf die SDGs zu verfolgen und zu bewerten.

    Deutschland: Bei 8 von 17 SDGs „major or significant challenges“
    Zwar belegt Deutschland den 5. Platz im globalen Ranking des SDR 2020 und verbessert sich damit um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr, zeigt aber bei 8 der 17 Ziele „major or significant challenges“. Auch der Spillover Index verzeichnet einen schlechteren Wert als im Vorjahr. „Zum wiederholten Mal weist Deutschland große Defizite in der Zielerreichung von SDG 12 ‚Nachhaltiger Konsum und Produktion‘, SDG 13 ‚Klimaschutz und Anpassung‘ und SDG 14 ‚Leben unter Wasser‘ auf. Deutsche Nachhaltigkeitspolitik muss diese Herausforderungen stärker adressieren und jetzt die notwendigen politischen Maßnahmen einleiten“, sagt Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge (Ko-Vorsitzende von SDSN Germany).

    Deutschlands Länderprofil, SDR 2020, S. 230.
    Neuer Index zur Bewertung der Wirksamkeit nationaler Reaktionen auf Covid-19
    Der SDR 2020 analysiert, wie Regierungen auf die unmittelbare Gesundheitskrise reagiert haben und beschreibt neue Erkenntnisse für Gesundheitsbehörden, Regierungen und die Öffentlichkeit. Der Bericht enthält einen neuartigen Ansatz und provisorischen Index zur Bewertung der Wirksamkeit nationaler Reaktionen auf Covid-19. Dieser Index, bei dem Südkorea den ersten und Deutschland den 19. Platz belegt, umfasst 33 OECD-Länder und berücksichtigt gesundheitliche sowie wirtschaftliche Dimensionen.

    Globale Fortschritte bei der Erreichung der SDGs
    Der Bericht stellt fest, dass die Weltgemeinschaft zwischen 2015 und 2019 erhebliche Fortschritte bei den SDGs erzielt hat. Diese Fortschritte variierten je nach SDG, Region und Land. Wie in den Vorjahren wird der SDG-Index von drei nordischen Ländern angeführt: Schweden, Dänemark und Finnland. Doch selbst diese drei Länder stünden in mindestens einem der 17 Ziele vor größeren Herausforderungen. Zurzeit sei daher kein Land auf dem Weg, alle SDGs bis 2030 zu erreichen.
    Die Covid-19-Pandemie dürfte kurzfristig schwerwiegende negative Auswirkungen auf die meisten SDGs haben, insbesondere für SDG 1 (Keine Armut), SDG 2 (Kein Hunger), SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen) und SDG 8 (Gute Arbeit und Wirtschaftswachstum). Die Covid-19-Pandemie verstärke Einkommensunterschiede und andere Formen von Ungleichheiten erheblich. Ein wichtiges Ziel sei es daher, bei der Wiederaufnahme von wirtschaftlichen Aktivitäten nicht zum business as usual zurückzukehren. Die Pandemie gelte erst als überstanden, wenn alle Länder das Virus unter Kontrolle bringen könnten. Der Bericht enthält einen detaillierten Rahmen dafür, wie Länder mithilfe der SDGs die Phase nach der Pandemie gestalten können. „Nachhaltigkeitspolitik muss sich jetzt in der Krisenbewältigung als relevant erweisen. Der Ansatz der Transformationen in Schlüsselbereichen und transformativen Hebel (six transformations) kann den Weg zu den SDGs durch eine modulare Umsetzung aufzeigen. Das kann auch zu einer innovativen Wirtschaftserholung beitragen“, sagt Prof. Dr. Gesine Schwan (Ko-Vorsitzende von SDSN Germany).
    Dringender Bedarf nach mehr globalen Partnerschaften und internationaler Zusammenarbeit
    Internationale Zusammenarbeit im Rahmen von SDG 17 (Partnerschaft zur Erreichung der Ziele) habe sich nicht nur für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele, sondern auch für eine erfolgreiche und rasche Eindämmung der Pandemie bewährt. Der Bericht nennt fünf Schlüsselmaßnahmen, die eine globale Zusammenarbeit mit Blick auf die Pandemie umfassen sollte:

    (1) Best Practices schnell verbreiten.
    (2) Finanzierungsmechanismen für Entwicklungsländer stärken.
    (3) Hunger-Hotspots in Angriff nehmen.
    (4) Sozialhilfen gewährleisten.
    (5) Neue Medikamente und Impfstoffe fördern.

    Empfohlene Zitation: Sachs, J., Schmidt-Traub, G., Kroll, C., Lafortune, G., Fuller, G., Woelm, F. (2020): The Sustainable Development Goals and COVID-19. Sustainable Development Report 2020. Cambridge University Press.
    Bericht: https://www.sdgindex.org/
    Datenvisualisierung: https://dashboards.sdgindex.org/

    Über SDSN
    Das Sustainable Development Solutions Network (SDSN) wurde 2012 vom UN-Generalsekretär Ban Ki-moon beauftragt, wissenschaftliches und technisches Fachwissen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Privatsektor zu mobilisieren, um praktische Problemlösungen für eine nachhaltige Entwicklung auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zu unterstützen. SDSN betreibt nationale und regionale Netzwerke von Wissenschaftsinstitutionen sowie lösungsorientierte thematische Netzwerke und leitet die SDG Academy, eine Online-Universität für nachhaltige Entwicklung.

    Über die Bertelsmann Stiftung
    Die Bertelsmann Stiftung ist eine der größten Stiftungen in Deutschland. Sie setzt sich für die Förderung sozialer Eingliederung ein und verfolgt dieses Ziel durch Programme zur Verbesserung von Bildung, zur Gestaltung der Demokratie, zur Förderung der Gesellschaft, zum Schutz der Gesundheit, zur Vitalisierung von Kultur und zur Stärkung der Wirtschaft. Die Bertelsmann Stiftung ist eine überparteiliche, operative Stiftung.

    Über Cambridge University Press
    Cambridge University Press wurde 1534 gegründet und ist Teil der Universität Cambridge. Ihre Mission ist es, das Potenzial der Menschen mit den besten Lern- und Forschungslösungen zu erschließen. Ihre Vision ist eine Welt des Lernens und Forschens, die von Cambridge inspiriert ist. Cambridge University Press spielt eine führende Rolle auf dem heutigen globalen Markt und verfügt über mehr als 50 Niederlassungen auf der ganzen Welt. Das Unternehmen vertreibt Produkte in nahezu allen Ländern der Welt.

    Über das Sustainable Development Solutions Network Germany
    Das deutsche Sustainable Development Solutions Network (Deutsches Lösungsnetzwerk für nachhaltige Entwicklung; SDSN Germany) wurde im April 2014 von führenden deutschen Wissensorganisationen als Teil des globalen SDSN gegründet. Das Netzwerk bündelt Wissen, Erfahrung und Kapazitäten deutscher Wissenschafts-, Wirtschafts-, und zivilgesellschaftlicher Organisationen, um eine nachhaltige Entwicklung Deutschlands und deutsches Engagement für nachhaltige Entwicklung in Europa und weltweit zu fördern. Die Ko-Vorsitzenden des Lenkungsausschusses sind Anna-Katharina Hornidge (Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, DIE) und Gesine Schwan (Humboldt-Viadrina Governance Platform). Die Geschäftsstelle ist am DIE angesiedelt.
    Zuletzt veröffentlichte SDSN Germany die Stellungnahme „Nachhaltigkeitspolitik im Krisenmodus“, in der sechs Vorschläge entwickelt wurde, wie Nachhaltigkeitspolitik und ihre Akteure sich jetzt in der Krisenbewältigung engagieren und gleichzeitig zu einer grundlegenden Weiterentwicklung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie beitragen können.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Janina Sturm
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin
    +49 (0)228 94927-270
    sturm@sdsngermany.de


    Originalpublikation:

    https://www.sdgindex.org/


    Weitere Informationen:

    http://www.sdsngermany.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Politik, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


    Deutschlands Länderprofil, SDR 2020


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