Kalter Krieg auf dem indischen Subkontinent

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13.07.2020 11:29

Kalter Krieg auf dem indischen Subkontinent

Lena Herzog Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO)
Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin e.V. (GWZ)

    In der im Juni veröffentlichten ZMO-Studie 38 untersucht Alexander Benatar die Haltungen der BRD und der DDR im Bangladeschkrieg 1971. Der Band erschien als Open Access-Publikation.

    Der Bangladeschkrieg im Jahr 1971 führte zur Unabhängigkeit Bangladeschs (zuvor Ostpakistan) von Pakistan. Unterstützt im Kampf gegen die pakistanische Zentralregierung wurde Bangladesch dabei von Indien, das im Laufe des Krieges auch direkt militärisch eingriff. In Deutschland versuchte derweil die deutsch-deutsche Entspannungspolitik den Ost-West-Konflikt zu überwinden. Waren Bundesrepublik und DDR ihre Loyalitäten im Kalten Krieg recht klar, so blieben sie im bündnisfreien Indien bewusst weitaus unklarer. Dennoch war mit Abschluss des Indisch-Sowjetischen Freundschaftsvertrages im August 1971 eine (vor allem sicherheitspolitische) Annäherung der indischen Regierung an die UdSSR zu beobachten, derweil Pakistan schon früher zu einem wichtigen strategischen Partner der USA auf dem Subkontinent avanciert war. Ausgehend von der Hypothese, dass die Südasienpolitik der beiden deutschen Staaten die Bipolarität des Kalten Krieges teilweise durchbrach, zeigt Benatar, ob und mit welchen Konsequenzen BRD und DDR sich während des Bangladeschkonflikts mit ihren Bündnispartnern loyal zeigten oder nicht.

    Alexander Benatar studierte Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt Internationales Recht und Europäische Rechtsgeschichte an den Universitäten Heidelberg, Genf und Münster. Nach einem GIZ-geförderten Aufenthalt in Indien absolvierte er von 2013 bis 2015 einen Master in Modernen Süd- und Südostasienstudien am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Mit der vorliegenden Arbeit promovierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin im Rahmen des DFG-Langzeitvorhabens „Das moderne Indien in deutschen Archiven, 1706-1989 (MIDA)“, an dem auch das Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO) beteiligt ist. Das MIDA-Projekt hat unter anderem das Ziel, den internationalen historischen Indienstudien Perspektiven zu eröffnen, die eine übermäßige Fixierung auf britische Kolonialarchive bisher weitgehend verstellt hat. Des weiteren ermöglicht es die Rekonstruktion deutsch-indischer Verflechtungsgeschichte seit dem 18. Jahrhundert.

    "ZMO-Studien. Studien des Leibniz-Zentrum Moderner Orient" ist eine unabhängig begutachtete Schriftenreihe, die von Ulrike Freitag, der Direktorin des ZMO herausgegeben und seit 2019 im Verlag Walter de Gruyter verlegt wird. Der aktuelle Band erscheint erstmals in Gestalt des neuen Corporate Designs des ZMO. Im Rahmen der zunehmenden Bedeutung von Open Access auch in den Geisteswissenschaften, strebt das ZMO an, eine größere Zahl an Publikationen und Daten im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten ohne finanzielle, technische oder rechtliche Barrieren zugänglich und nachnutzbar zu machen. Die ZMO-Studie 38 ist daher als Open Access verfügbar.


    Originalpublikation:

    Alexander Benatar: Kalter Krieg auf dem indischen Subkontinent. Die deutsch-deutsche Diplomatie im Bangladeschkrieg 1971. ZMO-Studien 38, De Gruyter 2020, 257 S. https://www.degruyter.com/view/title/570663?tab_body=overview


    Weitere Informationen:

    http://ZMO-Studien: https://www.zmo.de/publikationen/zmo-studien;
    http://Alexander Benatar: https://www.iaaw.hu-berlin.de/de/region/suedasien/seminar/mitarbeiter-gesamt/ale...;
    http://MIDA: https://www.projekt-mida.de/rechercheportal/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Geschichte / Archäologie, Politik
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Cover ZMO-Studie 38


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