Krieg in Syrien verändert auch Natur dramatisch

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24.07.2020 15:25

Krieg in Syrien verändert auch Natur dramatisch

Hans-Christoph Keller Kommunikation, Marketing und Veranstaltungsmanagement
Humboldt-Universität zu Berlin

    Wissenschaftler der Humboldt-Universität legen Studie zu Landnutzungsveränderungen vor

    Im fast zehn Jahre währenden Bürgerkrieg in Syrien haben Millionen Menschen ihre Lebensgrundlage verloren und mussten ihre Lebensräume verlassen. Wegen der direkten und indirekten Kriegsfolgen haben sich auch Landnutzung und Landflächenmuster in ganz Syrien erheblich verändert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschenden des Geographischen Instituts der Humboldt-Universität, die jetzt im Journal MDPI Land erschienen ist.

    Der syrische Wissenschaftler Dr. Mohamed Ali Mohamed und seine Kollegen Julian Anders und Prof. Dr. Christoph Schneider stellten mit Hilfe von Satellitenbildern fest, dass im Zeitraum von 2010 bis 2018 Brachflächen, Wälder und urbane Gebiete stark anwuchsen. Dagegen haben Weideland und Anbauflächen abgenommen.

    Aus dem Vergleich der Landnutzung mit dem Verlauf des Bürgerkrieges und den damit verbundenen territorialen Verschiebungen ergibt sich laut der Studie, dass Landflucht in die großen Städte, kriegsbedingte Zerstörungen der Städte, ein Einbruch der Bewässerungslandwirtschaft und größere Abholzungen das Landschaftsgefüge stark verändert haben.

    „Dass diese Prozesse in einer Landnutzungsklassifikation eines so großen Flächenlandes wie Syrien als so einschneidend identifiziert werden konnten, zeigt, wie fundamental der anhaltende Bürgerkrieg nicht nur die Menschen, sondern auch die Natur, Wirtschaft und Infrastruktur Syriens betrifft“, resümieren die Autoren.

    Keine eindeutigen und belastbaren Hinweise fanden die Forschenden für den Einfluss von Klimaschwankungen auf die Änderungen der Landnutzung.

    Mit der vorliegenden Studie stehen jetzt grundlegende flächendeckende Landnutzungsdaten zur Verfügung, die nach Ende des Krieges bei der Neuordnung und dem Wiederaufbau Syriens hilfreich sein können.

    Pressekontakt: Frank Aischmann, Stellvertretender Pressesprecher der Humboldt-Universität zu Berlin, Tel.: 030 2093-2694, E-Mail: pr@hu-berlin.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Mohamed Ali Mohamed, E-Mail: mohamed.ali.mohamed@geo.hu-berlin.de


    Originalpublikation:

    Mohamed Ali Mohamed, Julian Anders und Christoph Schneider, Humboldt Universität zu Berlin
    Monitoring of Changes in Land Use/Land Cover in Syria from 2010 to 2018 Using Multitemporal Landsat Imagery and GIS. MDPI Land, 9(7), 226, DOI: 10.3390/land9070226.
    Link: https://www.mdpi.com/2073-445X/9/7/226


    Anhang
    attachment icon PM HU Syrien Krieg Landnutzung

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geowissenschaften, Gesellschaft, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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