Prominenter Name für neue Weberknechtgattung Thunbergia

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06.08.2020 15:40

Prominenter Name für neue Weberknechtgattung Thunbergia

Petra Giegerich Kommunikation und Presse
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    Jochen Martens beschreibt neue Weberknechtgattung und benennt sie nach der schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg

    Der Mainzer Zoologe Prof. Dr. Jochen Martens hat eine völlig neue Weberknechtgattung beschrieben und zu Ehren der schwedischen Umweltaktivistin Greta Thunberg mit dem Namen Thunbergia benannt. Zu der Gattung gehört eine neue Weberknechtart, die den Namen Thunbergia gretae erhält, sowie weitere drei bereits bekannte Arten, die neu zugeordnet werden. Zwei der Arten stammen aus Mittelchina, eine aus Japan und Sibirien; auch die neue Art kommt aus China. Alle zeichnen sich durch besondere Merkmale aus, die nur ihnen zu eigen sind. Die Namensgebung für eine neue Art steht immer ihrem Entdecker zu, hat aber nach international festgelegten Regeln der Nomenklatur zu erfolgen.

    In der Würdigung des Namens hebt Jochen Martens hervor, dass den Aufrufen von Greta Thunberg zu mehr Klimaschutz hohe Priorität zukomme und die Bedrohung der Flora und Fauna der Erde durch den Klimawandel noch immer nicht ausreichend beachtet werde. In China sind durch jahrhundertelange Waldabholzung bis in die jüngste Neuzeit bereits hohe Anteile der Spinnentier- und Insektenfauna unwiderruflich verloren gegangen, vor allem von solchen Gruppen, die am Boden leben und eine Beschattung ihres Waldlebensraumes benötigen. „Der Klimawandel verschärft die Situation zunehmend“, so der Zoologe.

    Weberknechte gehören wie die Webspinnen zur großen Gruppe der Spinnentiere. Eiförmiger Körper und lange Beine sind wichtige Merkmale. Weberknechte sind nahezu auf der ganzen Welt verbreitet, aber in geringerer Artenzahl als Webspinnen. Martens hat nahezu 200 neue Weberknechtarten entdeckt und beschrieben. Er sammelte sie zumeist selbst, hauptsächlich in Europa und auf seinen Forschungsreisen in Asien. Bei der neuen Gattung Thunbergia fallen zwei Merkmale besonders auf: Die Pedipalpen, Tastorgane im Kopfbereich der Tiere, sind bei den Männchen zu kräftigen Zangen umgebildet und außerdem unterscheiden sich die Fortpflanzungsorgane von denen anderer Weberknechtarten.

    Jochen Martens ist nicht nur Experte für die Weberknechtarten im eurasiatischen Raum, sondern auch Vogelkundler und Spezialist für Vogelstimmen. Seine Sammlung umfasst rund 10.000 Einzelaufnahmen von Vogellauten, die er in Europa und Asien aufgenommen hat.

    Bildmaterial:
    https://download.uni-mainz.de/presse/10_zoologie_weberknecht_thunbergia.jpg
    Thunbergia gretae: Männchen von oben (links), Männchen von der Seite (rechts oben) und Weibchen von der Seite (rechts unten); letztes und vorletztes Glied des Tasters des Männchens bilden ein Greiforgan ähnlich einer Rohrzange. Dem Weibchen fehlt das Greiforgan; seine Glieder des Tasters sind glatt.
    Abb./©: Jochen Martens

    Lesen Sie mehr:
    https://www.uni-mainz.de/presse/60423.php - Pressemitteilung „Internationale Forschergruppe dokumentiert einzigartige Vielfalt der Singvögel im östlichen Himalaya“ (06.05.2014)
    https://www.uni-mainz.de/presse/22561.php - Pressemitteilung „Invasion unbekannter Spinnentiere“ (06.06.2008)
    https://www.uni-mainz.de/presse/20788.php - Pressemitteilung „Jochen Martens erhält Ornithologen-Preis 2005“ (21.10.2005)


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. em. Dr. Jochen Martens
    Institut für Organismische und Molekulare Evolutionsbiologie (iomE)
    Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    55099 Mainz
    Tel. +49 6131 39-22675
    E-Mail: martens@uni-mainz.de
    https://www.bio.uni-mainz.de/fachbereich/institute/iome/


    Originalpublikation:

    Jochen Martens
    A harvestman with elaborate palpal pliers, Thunbergia gretae n. gen. n. sp. from China (Opiliones: Sclerosomatidae: Gagrellinae)
    Zoologischer Anzeiger, 22. Juni 2020
    DOI: 10.1016/j.jcz.2020.03.010
    https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0044523120300607


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Meer / Klima, Politik, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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