Umfrage zeigt: In Sachen Urlaub geht der Nachhaltigkeitsgedanke auf Reisen

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

idw-Abo
Science Video Project



Teilen: 
10.08.2020 12:33

Umfrage zeigt: In Sachen Urlaub geht der Nachhaltigkeitsgedanke auf Reisen

Anette Schober-Knitz Referat für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
HBC Hochschule Biberach

    In Baden-Württemberg haben die Ferien begonnen und viele BürgerInnen fahren – soweit es die aktuelle Pandemie zulässt – in den Urlaub oder befassen sich mit der Planung für die nächsten Wochen. Doch wie sieht es mit dem Nachhaltigkeitsgedanken aus, wenn es um Reisen in andere Regionen und Länder geht? U.a. dieser Frage sind Studierende der Hochschule Biberach (HBC) nachgegangen. Von ihren KommilitonInnen wollten sie wissen: „Wie wichtig ist dir Nachhaltigkeit?“.

    Die Antworten der über 160 TeilnehmerInnen aus allen Studiengängen zeigen, dass sich die Studierenden insgesamt durchaus mit der Thematik befassen. Gut zwei Drittel der Befragten achten zum Beispiel auf nachhaltige Produkte des täglichen Bedarfs und sind bereit für diese Konsumgüter mehr Geld auszugeben. „Einzig in Sachen Urlaub scheint der Nachhaltigkeitsgedanke verreist zu sein“, bringen Nick Sommer und Markus König das Ergebnis an dieser Stelle auf den Punkt. Die Architekturstudenten haben die Befragung gemeinsam mit sechs Kommilitonen entwickelt, durchgeführt und ausgewertet. „Lediglich 43 Prozent der Befragten achteten auf einen ökologischen Fußabdruck im Urlaub und sind bereit, dafür die Reisekasse zu belasten“, nennt Sommer die konkreten Zahlen.

    Doch nicht nur das Reiseverhalten ihrer KommilitonInnen wollte die Gruppe beleuchten; vielmehr stellten sie Fragen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsaspekten. Die Umfrage haben sie im Auftrag von „Extension for Sustainability“ (X4S) durchgeführt, einem Hochschul-Team, das sich an dem internationalen Wettbewerb „Solar Decathlon Europe 21“ (sde21) beteiligt. Das interdisziplinäre Projektteam – beteiligt sind Energie- und Bau-Ingenieure, Projektmanager und Architekten – entwickelt gemeinsam einen Beitrag für eine nachhaltige Quartiersentwicklung im urbanen Raum am Beispiel der Stadt Wuppertal. Dafür haben sie einen umfassenden Ansatz gewählt: „Wir wollen nicht nur Ideen für CO2-neutrales Wohnen und Leben entwickeln, sondern die Bevölkerung für ökologische Fragestellungen sensibilisieren“, sagt Lena Frühschütz, Leiterin des Wettbewerbsteam „X4S“. Hier sieht sie einen Bildungsauftrag für Hochschulen, den die HBC im doppelten Sinne wahrnimmt: Zum einen über ihre Aktivitätsfelder in Lehre, Forschung und Transfer, aber auch über die konkrete Teilnahme am Solar Decathlon Europe 21. „Wir wollen die BürgerInnen da abholen, wo sie stehen und zielgerichtet die Informationen geben, die benötigt werden“.

    Aus der Befragung der Studierenden will das Team deshalb Hinweise ableiten, wo konkret Handlungsbedarf besteht. So zeigen die Ergebnisse deutlich, dass ein grundsätzliches Verständnis über den Dreiklang von Ökologie, Ökonomie und Sozialem vorliegt, so Frühschütz, die neben ihrer Tätigkeit als Projektleiterin Studentin des Master-Studiengang Gebäude- und Energiesysteme der HBC ist. Die Rückmeldungen jedoch machen auch deutlich, an welchen Stellen es an Bereitschaft fehle zugunsten des Umweltschutzes auf Komfort zu verzichten. „Hier muss noch ein Umdenken stattfinden“, fordert die studierte Bauingenieurin.

    So hat die Befragung zum Beispiel hervorgebracht, dass zwar zwei Drittel das Gleichgewicht von Nutzung und Regeneration von Ressourcen als wichtigste Säule der Nachhaltigkeit betrachten, doch nur jeder Fünfte die Notwendigkeit der Effizienz und nur etwa jeder Siebte den geringen Ressourcenverbrauch als zentrale Aufgabe ansieht. „Diese Daten belegten, dass der Weg zu mehr Nachhaltigkeit komplex ist“, so Lena Frühschütz.
    Nicht nur für das sde21-Projekt müsse Energie nach Möglichkeit regenerativ erzeugt, effizient genutzt und wiedergewonnen werden. „Genau das ist eine Kernkompetenz der Hochschule Biberach“, so Professor Andreas Gerber aus dem Studiengang Energie-Ingenieurwesen, der das interdisziplinäre Projekt gemeinsam mit Lena Frühschütz vorantreibt. „Mit unserem Wettbewerbsbeitrag wollen wir zeigen, dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz auf der einen und bezahlbarer Wohnraum und lebenswerte Stadt auf der anderen Seite sich nicht ausschließen“, so der Experte für Klimagerechtes Bauen und Energiekonzepte.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Professor Andreas Gerber (gerber@hochschule-bc.de)


    Weitere Informationen:

    http://www.team-x4s.de
    https://sde21.eu/de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Bauwesen / Architektur, Energie
    regional
    Studium und Lehre
    Deutsch


    Architekturstudent Nick Sommer hat die Nachhaltigkeitsumfrage ausgewertet


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay