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03.09.2020 18:10

Junge UZH-Forschende erhalten 4,5 Millionen Euro Fördergelder

Melanie Nyfeler Kommunikation
Universität Zürich

    Zwei Wissenschaftlerinnen und ein Wissenschaftler der Universität Zürich werden mit den hoch dotierten ERC Starting Grants der Europäischen Union unterstützt. Die drei Jungfor-schenden können damit ihre wegweisenden Projekte zu Mutterschaft und Arbeitsmarkt, zur Visualisierung der Dynamik von Neurotransmittern im Gehirn sowie zur Rolle von Kunstwer-ken im frühneuzeitlichen globalen Christentum finanzieren.

    Der Europäische Forschungsrat vergibt dieses Jahr drei der hoch kompetitiven ERC Starting Grants an Forschende der Universität Zürich: Zwei aufstrebende Wissenschaftlerinnen und ein Wissen-schaftler, die bereits mehrere Jahre Forschungserfahrung gesammelt haben, werden mit je rund 1,5 Millionen Euro unterstützt. Mit dem Fördergeld können sie während fünf Jahren ihre eigene For-schungsgruppe aufbauen und so einen wichtigen Leistungsnachweis für ihre weitere wissenschaftli-che Karriere erbringen. Den drei Ausgezeichneten und ihren Projekten wird grosses Potenzial zuge-sprochen.

    Determinanten von Familien- und Berufsplanung

    Teodora Boneva vom Institut für Volkswirtschaftslehre beschäftigt sich mit der Entwicklung von Kin-dern und deren Erziehung. Mit ihrem Forschungsprogramm will sie untersuchen, wie Überzeugungen, Präferenzen, Einschränkungen und soziale Normen die Entscheidung von Frauen, Kinder zu be-kommen, beeinflussen. Ebenfalls analysiert werden die Beweggründe, warum Frauen nach der Ge-burt eines Kindes wieder ins Berufsleben zurückkehren.

    «Wir wollen verstehen, welche Faktoren bei diesen Entscheidungen eine Rolle spielen», sagt die Assistenzprofessorin. Boneva wird umfangreiche Datensätze aus verschiedenen Ländern sammeln, um mithilfe umfragebasierter Methoden detaillierte Messungen der individuellen Überzeugungen und Präferenzen zu erhalten. Die Daten werden mit Informationen zur tatsächlichen Anzahl an Kindern, Arbeitsmarktentscheidungen sowie zu den individuell wahrgenommenen Einschränkungen und sozia-len Normen kombiniert. Die Forscherin will so die relative Bedeutung der verschiedenen Einzelfakto-ren ermitteln.

    Sonden detektieren Neurochemikalien im Gehirn

    Tommaso Patriarchi vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie will mit seinem Team am Schnittpunkt zwischen Biotechnologie und Neurowissenschaften neuartige proteinbasierte Fluores-zenzsonden für verschiedene wichtige Neurochemikalien entwickeln. «Unsere Emotionen, unsere Gedanken und unsere alltäglichen Handlungen werden durch die koordinierte Aktivität vieler Nerven-zellen in unserem Gehirn kodiert, die ständig über die Freisetzung von Neurochemikalien miteinander kommunizieren», sagt er.
    Patriarchi hat sich zum Ziel gesetzt, mit diesen ultrasensitiven Sonden wichtige Neurochemikalien und damit die Vorgänge im Gehirn sichtbar zu machen. Sie sollen in Echtzeit eine hochauflösende Bildgebung von Neurochemikalien in wachen, aktiven Tieren generieren. Die Methode soll später auch in der Medikamentenentwicklung fürs Screening eingesetzt werden können.

    Kunst und die Verhandlung von Heiligkeit in der Frühen Neuzeit

    Raphaèle Preisinger vom Kunsthistorischen Institut untersucht in ihrem Projekt die Rolle von Kun-stwerken bei der Aushandlung von Heiligkeit mit der römischen Kurie zwischen 1500 und 1700. Da der Heiligenkult zu den wichtigsten Konfliktbereichen zwischen der katholischen Kirche und den Pro-testanten zählte, wurden Heiligen geistliche, ideologische und propagandistische Funktionen zuge-sprochen.

    Die Kunstwerke, um die es geht, beziehen sich auf Personen, deren Verehrung in neu christianisier-ten Gebieten begann. Sie offenbaren das Bestreben, den geistlichen Status der lokalen Gemein-schaften innerhalb des universellen Katholizismus auszuhandeln und dienten der Selbstdarstellung im Rahmen der sozialen Identitätsbildung. Das Projekt stellt etablierte Perspektiven in Bezug auf den römischen Katholizismus, den Kolonialismus und die Frühe Neuzeit insgesamt in Frage.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Media Relations
    Universität Zürich
    Tel. +41 44 634 44 67
    E-Mail: mediarelations@kommunikation.uzh.ch


    Weitere Informationen:

    https://www.media.uzh.ch/de/medienmitteilungen/2020/ERC-Starting-Grants.html


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Medizin, Religion, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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