Vom Labor auf den Markt: Europäische Förderung für Saarbrücker Materialforscher Eduard Arzt

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15.09.2020 11:13

Vom Labor auf den Markt: Europäische Förderung für Saarbrücker Materialforscher Eduard Arzt

Christine Hartmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH

    Prof. Eduard Arzt, wissenschaftlicher Direktor und Leiter der Forschungsgruppe Funktionelle Mikrostrukturen am INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien in Saarbrücken erhält als einer von acht Forschenden in Deutschland den mit 150.000 Euro dotierten Proof-of-Concept Grant des Europäischen Forschungsrats. Gefördert wird sein Projekt STICK2SEE, das die von ihm und seinem Team entwickelten geckoinspirierten Haftstrukturen zur Marktreife bringen soll.

    Das Team um Prof. Eduard Arzt, wissenschaftlicher Direktor und Leiter der Forschungsgruppe Funktionelle Mikrostrukturen am INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien in Saarbrücken, erhält innerhalb kurzer Zeit seinen dritten Proof of Concept Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC). Gefördert wird sein Projekt STICK2SEE, das geckoinspirierte Haftstrukturen in eine spezielle Anwendung bringen soll. Der ERC unterstützt den saarländischen Wissenschaftler seit 2013, zunächst seine grundlagenorientierte Pionierleistung, seit 2018 den Transfer seiner Forschung in Wirtschaft und Gesellschaft.

    Tagtäglich greifen wir Menschen unzählige Male nach Gegenständen und platzieren sie gekonnt und sicher an anderer Stelle. Hand und Finger kombinieren dabei Muskeltätigkeit mit Wahrnehmung, ergänzt durch das Feedback der visuellen Überwachung. Die moderne Automatisierungs¬technik, z. B. in Produktions- und Mikromontagelinien, steht heute vor der Herausforderung, Objekte zu bewegen und zu positionieren, deren Abmessungen nicht selten kleiner sind als die Dicke eines menschlichen Haares. Den herkömmlichen maschinellen Greiftechnologien fehlt in dieser Dimension jedoch das Feingefühl: Entweder ist eine kontrollierte Handhabung mit gängigen Werkzeugen wie Sauggreifern gar nicht erst möglich, oder die Fehlerquote ist zu hoch. Demzufolge sucht die Industrie dringend nach neuen technologischen Verfahren – nach der Corona-Krise, die die Bedeutung der Automatisierung für eine zuverlässige Wirtschaftsleistung gezeigt hat, vermutlich noch dringender als zuvor.

    Die Technologie, die am INM entwickelt wurde, erweist sich als ideal geeignet für diesen Zweck. Arzt und seine Gruppe erarbeiteten zunächst die Grundlagen und konnten schließlich erste Prototypen von Oberflächen mit schaltbaren Haftfunktionen entwickeln. Die in hohem Maße energiesparende und nachhaltige Technologie, die von der Fähigkeit des Geckofußes zu kontrolliertem Haften und Ablösen inspiriert ist, bringt zuverlässige Ergebnisse. Mit neuartigen Materialien für Oberflächenstrukturen hat die Forschungsgruppe in ihrem Labor das sichere Handhaben von mikroskopisch kleinen Objekten demonstriert und die Markteinführung in greifbare Nähe gebracht. Da die automatisierte Mikromontage bereits jetzt einen Multi-Milliarden-Euro-Markt mit einer starken Wachstumsrate darstellt, ist zu erwarten, dass eine neue Lösung große wirtschaftliche Auswirkungen haben wird, insbesondere in Europa, wo viele marktführende Automatisierungs-unternehmen ihren Sitz haben.

    Acht Forscherinnen und Forscher in Deutschland erhalten im zweiten Halbjahr 2020 vom Europäischen Forschungsrat den mit jeweils 150.000 Euro dotierten „Proof of Concept Grant“. Finanziert wird damit die Auslotung der Markteinführungschancen ihrer Projekte.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Eduard Arzt
    Wissenschaftlicher Geschäftsführer
    Leiter Funktionelle Mikrostrukturen
    Tel.: 0681-9300-500
    eduard.arzt@leibniz-inm.de


    Weitere Informationen:

    https://ec.europa.eu/germany/news/20200728--forschungsrat-acht-deutsche-forscher...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Chemie, Physik / Astronomie, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Personalia
    Deutsch


    Prof. Eduard Arzt


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