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29.09.2020 09:20

Fest statt flüssig? – Forschung an der Batte-rie der Zukunft

Frank Aischmann Kommunikation, Marketing und Veranstaltungsmanagement
Humboldt-Universität zu Berlin

    Sogenannte „Feststoffbatterien“ gelten unter Autoherstellern und Batterieproduzenten als eine besonders attraktive Technologie

    Höhere Sicherheit, größere Energiedichte, günstigerer Preis, Nachhaltigkeit, kürzere Ladezeiten. An der Wunschliste für wie-der aufladbare Batterien wird weltweit intensiv geforscht.

    Im Gegensatz zu konventionellen Lithiumionenbatterien enthalten Feststoffbatterien anstelle des leicht brennbaren, flüssigen Elektrolyten, einen sogenannten Festelektrolyten. Sie sind also „trocken“. Hiervon erhofft man sich neben einer erhöhten Sicherheit auch eine verbesserte Energiedichte.

    Forschern der Humboldt-Universität zu Berlin und der Justus-Liebig-Universität Gießen ist es nun gemeinsam mit dem Industriepartner BASF gelungen, die Vorgänge in einer Feststoffbatterie mit Lithium als Minuspol und Kupfersulfid als Pluspol genauer zu verstehen. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts publizierten die Forscher nun im Journal Advanced Energy Mate-rials.

    Philipp Adelhelm, Elektrochemiker und Professor am Institut für Chemie der Humboldt-Universität, erklärt hierzu: „Kupfersulfid, auch bekannt als Covellin, ist ein häufig vorkommendes Mineral. Das Besondere an dieser Verbindung ist eine einzigartige Kom-bination verschiedener Eigenschaften. So lässt sich Covellin sehr gut verformen und leitet äußert effizient Kupferionen und Elektronen. In einer Feststoffbatterie mit Lithium als Gegenelektrode führt dies zu einer überraschend effizienten Reaktion. Die Batterie lässt sich daher über viele Zyklen wiederaufladen und zeigt im Vergleich zu anderen Sulfiden deutlich bessere Eigenschaften.“

    Der Umstieg auf Feststoffbatterien ist allerdings eine Herausforderung, da hierfür neben neuen Materialien auch neue Fertigungsprozesse entwickelt werden müssen. So existieren zwar bereits Prototypen, mit einer möglichen Markteinführung wird aber erst in fünf bis zehn Jahren gerechnet. Professor Philipp Adelhelm:
    „Wir stecken hier noch in der Grundlagenforschung, sehen aber an den Ergebnissen eindrucksvoll, welchen großen Einfluss die physikalisch-chemischen Eigenschaften einer Verbindung auf das Batterieverhalten haben können.“

    In Berlin wird die Forschung an Batteriematerialien auch in einer gemeinsamen Forschergruppe fortgesetzt, die in diesem Jahr gemeinsam von der Humboldt-Universität und dem Helmholtz-Zentrum Berlin gegründet wurde.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Philipp Adelhelm
    Institut für Chemie der Humboldt-Universität zu Berlin
    Tel.: 030 2093 82612,
    mail: philipp.adelhelm@hu-berlin.de


    Originalpublikation:

    Macroscopic displacement reaction of copper sulfide in lithium solid-state batteries
    Aggunda L. Santhosha, Nazia Nazer, Raimund Koerver, Simon Randau, Felix H. Richter, Dominik A. Weber, Joern Kulisch, Tor-ben Adermann, Jürgen Janek und Philipp Adelhelm
    Advanced Energy Materials, 2020, 2002394, doi: 10.1002/aenm.2002394
    (open access organized by Projekt DEAL)
    https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/aenm.202002394


    Anhang
    attachment icon PM HU: Forschung zu Feststoffbatterien

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Chemie, Energie, Physik / Astronomie, Verkehr / Transport, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


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