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30.10.2020 13:32

Social-Media-Seiten sind die häufigsten Informationskanäle in Corona-Pandemie

Vanessa Offermann Abteilung Hochschulkommunikation
Hochschule Heilbronn

    • Drei Forschende der Hochschule Heilbronn analysierten 22 Millionen Tweets

    • Top Ten: Social-Media-Seiten wie YouTube, Instagram und Facebook

    • Twitter-Nutzer*innen informieren sich außerdem auf Online-Kanälen von Mainstream-
    oder Lokalnachrichten

    Heilbronn, Oktober 2020. Drei Forscher*innen der Hochschule Heilbronn (HHN) analysierten von Februar bis April 2020 knapp 21,8 Millionen Tweets zum Thema Covid-19. Dabei waren zwei Fragen von besonderem Interesse: Die Quelle der geteilten Informationen sowie deren zeitliche und räumliche Verbreitung in den europäischen Ländern. Denn: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte am 02. Februar 2020 vor einer „Infodemie” u.a. auf Social Media. Heißt: eine Welle von Falschinformationen („Fake News”) auf Plattformen wie Facebook oder Twitter.

    Spezialsoftware erfasst Tweets

    Die Daten der Studie erfasste das Forscherteam mit einer Spezial-Software in Echtzeit. „Wichtig ist, dass ein Twitter-Post weitaus mehr Daten bereithält, als den reinen Text oder das angezeigte Bild“, sagt Martin Wiesner, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Informatik.
    „Neben Zeit- und Ortsinformationen sind auch die Quellen, also die verlinkten Inhalte auf externe Webseiten von hohem Interesse. Sie lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen”, erklärt Richard Zowalla, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Maschinelles Lernen. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Verweise auf Zeitungen, öffentlich-rechtliche Nachrichten, andere Social-Media-Plattformen oder öffentliche Stellen wie z.B. dem Robert Koch-Institut. Die Forschergruppe erstellte auf Basis der erfassten Daten zur Herkunft eine Rangliste.

    Social-Media vor Online-Kanälen von Mainstream- oder Lokalnachrichten

    Die am häufigsten geteilten Ressourcen stammten von Social-Media-Plattformen (Ränge 1-7). Die am weitesten verbreitete Kategorie unter den Top 50 war „Mainstream- oder Lokalnachrichten“. Für die Kategorie „Regierung und öffentliche Gesundheitspflege“ fanden sich unter den Top 50 nur zwei Informationskanäle: Die Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC) der USA auf Platz 25 und die WHO auf Platz 27. Das erste Vorkommen eines weit verbreiteten wissenschaftlichen Fachmagazins war „Nature“ auf Rang 116. „Interessant hieran ist, dass wissenschaftliche Originalquellen selten direkt geteilt werden. Dies unterstreicht die Bedeutung von Medien bei der Vermittlung von komplexen Sachverhalten in allgemeinverständlicher Sprache für die breite Öffentlichkeit“, sagt Monika Pobiruchin, Mitarbeiterin am GECKO Institut für Medizin, Informatik und Ökonomie an der HHN. Wichtig hierbei ist, dass fortlaufend neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden und dass die Herkunft und Seriosität von Informationen zum Thema COVID-19 beachtet werden muss.

    Top 50 der durch Twitter-Nutzer*innen verbreiteten Informationskanäle

    Rang Domäne

    1 twitter.com
    2 youtu.be
    3 instagram.com
    4 paper.li
    5 youtube.com
    6 facebook.com
    7 linkedin.com
    8 theguardian.com
    9 google.com
    10 tinyurl.com
    11 nytimes.com
    12 chng.it
    13 cnn.com
    14 bbc.co.uk
    15 washingtonpost.com
    16 pscp.tv
    17 medium.com
    18 fiverr.com
    19 bbc.com
    20 amzn.to
    21 ift.tt
    22 avaaz.org
    23 wordpress.com
    24 trib.al
    25 cdc.gov
    26 arcgis.com
    27 who.int
    28 nyti.ms
    29 worldometers.info
    30 reuters.com
    31 yahoo.com
    32 apple.news
    33 cnbc.com
    34 openstream.co
    35 bloomberg.com
    35 bloomberg.com
    36 goo.gl
    37 elpais.com
    38 ouest-france.fr
    39 joinzoe.com
    40 francetvinfo.fr
    41 scmp.com
    42 zazoom.it
    43 reut.rs
    44 shoutcast.com
    45 zazoom.info
    46 forbes.com
    47 topicza.com
    48 nypost.com
    49 businessinsider.com
    50 dy.si

    Zeitliche und örtliche Verbreitung von Tweets

    Das Trio untersuchte außerdem, wann und wo Nutzer*innen von Twitter in verschiedenen europäischen Ländern Inhalte zum Thema COVID-19 teilten. “Wir haben hierfür die Zeitpunkte und Standorte von 21,8 Millionen Tweets untersucht; es lagen uns Standortinformationen von ca. 300.000 Tweets aus Europa vor. Aus den Ergebniskarten lässt sich die zunehmende Bedeutung des Themas in der Bevölkerung von Februar bis April erkennen”, erklärt Pobiruchin. „Interessant ist, dass sich dies mit der Ausbreitung von SARS-CoV-2 in den europäischen Ländern im Frühjahr 2020 deckt“, ergänzt Martin Wiesner und fährt fort: „Bemerkenswert ist, dass die Bevölkerung im Norden von Italien frühzeitig, bereits Ende Februar, Informationen zu COVID-19 verstärkt auf Twitter verbreitet hat. In den Wochen danach trat dieser Effekt auch in anderen europäischen Ländern deutlich erkennbar auf.”

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    Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim,
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    Pressekontakt Hochschule Heilbronn: Franziska Pöttgen, Forschungskommunikation,
    Telefon: 07131-504-229, E-Mail: franziska.poettgen@hs-heilbronn.de,
    Internet: http://www.hs-heilbronn.de/forschung-aktuelles


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Monika Pobiruchin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am GECKO Institut der HHN,
    Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: 07131-504-633,
    E-Mail: monika.pobiruchin@hs-heilbronn.de, Internet: http://www.hs-heilbronn.de/gecko


    Originalpublikation:

    https://www.jmir.org/2020/8/e19629


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


    Die erfassten Covid-19-Tweets am Anfang und am Ende der Studie.


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